Am Abend des 15. haben wir uns dann durch die Santa Fe Av. bis nach Palermo durchgeschlagen. Ein langer Weg. Dort sind wir direkt in das Ausgeh- und Shoppingviertel gegangen. Das Quartier gehört zu Palermo und umfasst nur ein paar wenige Straßen aber die haben es in sich. Überall Restaurants und Bars mit sehr, sehr vielen Plätzen an frischer Luft. Wir kamen kurz vor Einbruch der Dunkelheit dort an und konnten uns so noch einen kleinen Überblick bei Tageslicht verschaffen. Ab ca. 21 Uhr erwachte das ganze Viertel zum Leben und die Restaurants waren nicht länger leer.
Ich hätte davon gern eine Zeitrafferaufnahme gemacht. Es ist unbeschreiblich wie sich das Viertel bei Nacht präsentiert und zum Leben erwacht. Man kann es vielleicht am ehesten noch mit der Simon-Dach-Str. in Berlin-Friedrichshain vergleichen aber irgendwie auch wieder nicht. Las Cañitas hat viel mehr Bars und Kneipen und macht insgesamt einen edleren Eindruck.
Die Preise hier sind auch teurer als für Buenos Aires insgesamt, fast Berlin-Niveau. Hier heißt es Sehen und Gesehen werden und so manche seltsame Gestalt kreuzte unseren Weg. Das war sehr spannend zu beobachten. Wir haben dann dort knapp 2h in einem Restaurant verbracht und lecker gegessen und dabei interessante Kontakte gemacht. U.a. hat uns ein Pärchen aus Deutschland/Spanien angesprochen, weil sie merkten dass wir Deutsche sind und baten uns ihre Hilfe an, einfach so. Schon etwas komisch aber es entwickelte sich ein sehr interessantes Gespräch über die Stadt und was man so alles machen kann. Sie fragten uns auch ob wir hier leben wollten? Sie wären seit 3 Monaten da. Nun momentan sind wir nur zum Urlaub hier. Der Mann meinte, dass es mit unserer Qualifikation kein Problem sei hier unterzukommen. Man könne sich auch komplett in der deutschen Community bewegen, die in Buenos Aires wohl sehr groß sei. Man geht von mehr als 60.000 Deutschen in und um Buenos Aires aus. Ja aber wer will das schon. Wir sind ja hier um Land und Leute zu entdecken und nicht um unter unseresgleichen zu sein. Wir haben aber Telefonnummern getauscht. Die Hilfe könnte noch sehr nützlich sein.
Nach San Telmo haben wir dann aufgrund der großen Entfernung den Bus 39 genommen. Dieser fuhr von der Subte Palermo. Wir sahen wohl so hilflos aus, das uns ein einheimisches, junges Pärchen fragte ob wir Hilfe bräuchten. Total nett. Sie haben uns erzählt wie das mit dem Busfahren funktioniert und empfahlen die Linie 39 nach San Telmo zu nehmen. Die beiden haben gewartet bis der Bus kam und so hatten wir Gelegenheit für ein ausführliches Gespräch. Beide sind Porteños, so nennt man die Einheimischen der Stadt, und beide arbeiten in jeweils unterschiedlichen Verlagen im Kunst- und Kulturbereich in Buenos Aires. Sehr spannend. Das Mädchen ging sogar auf eine deutsche Schule. So konnten wir englisch und deutsch reden. Das war total cool und hilfreich. Unglaublich, die ganze Stadt macht diesen netten, unkomplizierten, hilfsbereiten Eindruck und wir haben bisher nur tolle Erfahrungen mit Einheimischen gemacht. Ein anderer Mann wies uns dann im Bus hin wann wir aussteigen sollten, da die nächsten Stationen weder angeschrieben, noch ausgerufen werden. Man muss eben selber wissen wo man raus muss. Der Mann hatte Freunde in Hamburg, sprach aber kein Deutsch und auch nur schlecht Englisch aber irgendwie kann man sich trotzdem mit den Leuten verständigen. Das ist irgendwie ganz merkwürdig wunderbar. Die Busfahrt dauerte so ca. 40 Minuten. Da konnten wir gleich noch was von der Stadt mitnehmen. Nach Mitternacht waren wir dann wieder in San Telmo und sind sonnenverbrannt, erschöpft aber sehr glücklich ins Bett gefallen.
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