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Einträge mit dem TagConstitución

Unterwegs in den Straßen von Buenos Aires

April 3, 2008 · No Comments

Heute wollten wir es noch mal wissen. Wie lange muss man eigentlich laufen bis einem die Füße weh tun? Das Ziel für den Tag war u.a. das Shoppingcenter Abasto de Buenos Aires im gleichnamigen Stadtteil. Noch ein bisschen mehr Shopping könnte sicher nicht schaden und dabei gleich ein paar unbekannte Viertel und Straßenzüge in Buenos Aires aufdecken. Perfekt! Also sind wir so gegen halb zwei, nach unserem alltäglichen “Cafe con leche y medialunas”-Ritual im Café Origen, in Richtung Westen aufgebrochen. Unser Weg führte uns von San Telmo, durch den nördlichsten Zipfel von Constitución direkt in das nächste Quartier “San Cristóbal“.

San Cristóbal an einem ganz normalen Tag

Viel war an diesem Tag (noch) nicht los und so präsentierte sich das Viertel beschaulich und ruhig. Ab uns zu kamen uns Schüler entgegen oder standen nach Schulschluss noch vor den Colleges. Das Tragen von Schuluniformen scheint in Argentinien absolut Usus zu sein. Das ist uns bereits bei unserem Kurztrip nach Tigre aufgefallen. Dort sind wir kurz vor Tigre an unzähligen, ziemlich noblen und privaten Colleges vorbeigefahren und immer wieder mal sind Schüler in den Bus 60 gestiegen, um ein paar Stationen mitzufahren. Jedes College hatte natürlich seine eigene Uniform. Wie dem auch sei, San Cristóbal machte jedenfalls einen ziemlich guten Eindruck. Man konnte den Bewohnern herrlich bei Ihrem Alltagsleben zuschauen.

Verkauf und Reparatur von alten Nähmaschinen in Buenos Aires

Pastaherstellung zum Zugucken in Buenos Aires

Uralte Druckmaschine druckt Visitenkarten in Buenos Aires

Da wurden Hunde ausgeführt oder Waren des täglichen Bedarfs ge- oder verkauft. Einige Handwerker waren in ihren Werkstätten beschäftigt und andere standen auf der Straße und unterhielten sich mit Ihren Nachbarn. San Cristóbal scheint eines dieser durchschnittlicheren Wohnviertel zu sein. Während wir so liefen, sind wir natürlich auch wieder an unzähligen Bäckereien vorübergegangen. Ehrlich gesagt, kann man da nicht sehr lange widerstehen und so haben wir uns bei der nächsten Gelegenheit ein paar süße Kleinigkeiten geholt.

Süße Leckereien aus einer Bäckerei in Buenos Aires

Verkäuferin verpackt ein paar unsere Leckerlies aus einer der vielen tollen Baeckerei in Buenos Aires

Später, an einem Kiosco, haben wir uns dazu noch Mineralwasser und Coke gekauft und fertig war unser spontanes, süßes Picknick, dass wir in dem kleinen Park an der Plaza 1 de Mayo hatten. Ich glaube wir waren die einzigen Touristen dort. Das Viertel ist einfach zu abseits der typischen Touristentrampelpfade. Nach der kurzen Rast kreuzten wir nur einen Block später die Avenida Rivadavia und befanden uns damit bereits in Once [sprich: On'sse].

Hektische Geschäftigkeit in Once

Der Stadtteil Once hat eine lange jüdische Tradition. Once kann man wohl am ehesten noch mit New York’s Lower East Side oder dem ehemaligen Berliner Scheunenviertel vergleichen. Überall kann man noch die ehemaligen, stark jüdischen Kultureinflüssen sehen und spüren. Heute gilt Once als lautes und hektisches Händlerviertel mit vielen Geschäften und Outlets. Beim Weiterlaufen sind wir dann in die Larrea Straße eingebogen.

Geschäftige Larrea Straße im Stadtteil Once von Buenos Aires

In dieser engen Straße konnten wir uns dann ein Bild von dieser Geschäftigkeit machen. Dort reiht sich Fachgeschäft an Fachgeschäft und auch sonst war die Straße sehr belebt und rastlos. Hier gibt es sehr spezialisierte Läden vornehmlich für Stoffe, Unter- und sonstige Wäsche, sowie Kopfbedeckungen aller Art, Geschenkpapiere und Verpackungen.

Hochspezialisierte Fachgeschäfte findet man überall in den Strassen von Buenos Aires

Buenos Aires ist bekannt für diese starke Spezialisierung der Geschäfte. Man trifft oft auf Straßenzüge, die sich auf ein ganz bestimmtes Handelsgut bzw. Produkt spezialisiert haben. So gibt es z.B. eine Straße, in der man alles rund ums Thema “Auto” bekommt. In einer anderen Straße findet man einen Buchladen nach dem nächsten. Und in wieder einer anderen Straße reiht sich Baumarkt an Baumarkt. Das ist schon sehr auffallend und eindrücklich. Nachdem wir ein paar Geschäfte besucht hatten, bogen wir auf die Avenida Corrientes und folgten ihr weiter in Richtung Abasto.

“Abasto de Buenos Aires”-Shoppingcenter in Abasto

Vorbei an unzähligen weiteren Outlets und Marktständen und -hallen, gelangten wir schließlich nach weiteren 20 Minuten Fußweg zum Shoppingcenter “Abasto”. Unsere Erwartungen an diese Shopping-Mall waren gering. Die spektakuläre Architektur versprach aber dennoch ein nicht ganz so gewöhnliches Einkaufszentrum angelsächsischer Art.

Shoppingcenter Abasto de Buenos Aires

Im weitläufigen Gebäude befinden sich mehr als 200 Markengeschäfte, ein recht umfangreicher Vergnügungspark, mehrere Kinos und ein riesiger Gastronomiebereich, inklusive eines koscheren McDonald’s. Ansonsten gibt es dort nicht viel Spannendes zu sehen. Viele der Läden und Marken kann man auch in Europa oder Amerika finden und zu ähnlichen Preisen dort kaufen. Alles in allem ist es recht uniform und langweilig und könnte, so wie es ist, auch in Kalifornien, USA oder sonstwo stehen. Nach nicht mal anderthalb Stunden haben wir das Center wieder verlassen.

Im Innern des Shoppingcenters Abasto de Buenos Aires

Riesenrad im Shoppingcenter Abasto de Buenos Aires

Kitschige Spielwiese im Abasto de Buenos Aires

Wir wollten uns lieber weiter die nähere Umgebung ansehen. Unweit vom Shoppingcenter befindet sich u.a. das Carlos Gardel Museum. Der Tenor, der wegen seiner herrlich schmachtenden Stimme auch „Der Dunkelhäutige von Abasto“ genannt wurde, wuchs als Immigrant hier in Abasto auf und prägte sein Viertel nachhaltig mit seinem Tango Canción. Eine Weltkarriere folgte. Leider war das Museum in dem bunten Haus geschlossen und so blieb uns nicht viel übrig als langsam wieder in Richtung Stadtzentrum zu laufen.

Feinstaubkonzentration jenseits von Gut und Böse

So sind wir zur Avenida Cordoba gelaufen und diese dann bis zur Avenida 9 de Julio gefolgt. Ein ziemlicher Weg durch die Rush-Hour-Hölle von Buenos Aires. An der Kreuzung Uriburu und Cordoba sind wir noch an einem ziemlich großen Krankenhauskomplex vorbeigelaufen. Das General Hospital aus der gleichnamigen Serie, die seit den 60er Jahren ausgestrahlt wird, kann da durchaus mithalten. Das Gebäude zur Serie steht übrigens nicht in New York, wie oft angenommen, und auch nicht hier in Buenos Aires, sondern in Los Angeles. Kein wirklich schöner Komplex, vor allem nicht an dieser lauten und vielbefahrenen Cordoba Straße, aber auf jeden Fall gigantisch bis kolossal. Nur kurze Zeit später sind wir dann noch an einem sehr schönen Gebäude vorbei gelaufen. Leider kann ich nicht sagen um was es sich dabei handelt. Falls jemand weiß, um welches Gebäude es sich hier handelt und was sich in seinem Innern befindet, möge bitte einen Kommentar posten. Hier das Foto dazu:

Unbekanntes Gebäude in der Avenida Cordoba in Buenos Aires

Sitzend an der Kreuzung 9 de Mayo / Cordoba

Ziemlich zugerußt und rastbedürftig haben wir uns an einen Brunnen an der Megakreuzung niedergelassen und den Feierabendverkehr beobachtet. Der Verkehr in dieser Stadt ist wirklich unglaublich erdrückend, mörderisch und laut. Gefahren wird hier nach wenig Regeln und dem Prinzip des Stärkeren. Ich glaube, wenn wir dort eine Verkehrszählung gemacht hätten, würde uns nach kurzer Zeit das Zählwerk kollabieren.

Rush-Hour in Buenos Aires

Zwischendrin sieht man dann noch ein paar Leute, die sich mit dem Fahrrad “umbringen” wollen. Radfahren in den Straßen von Buenos Aires geht aus meiner Sicht so gut wie gar nicht und ist als grob fahrlässig einzustufen. Trotz des ganzen Chaos funktioniert die Stadt irgendwie und macht einen sehr quirligen, lebenswerten Eindruck.

Zurück in San Telmo

Zurück in San Telmo sind wir in einem dieser erhaltenswerten und deswegen denkmalgeschützten Restaurants eingekehrt. Das “El Federal” an der Ecke der Straßenkreuzung Carlos Calvo und Peru glänzt mit originalgetreuer Einrichtung bis ins kleinste Detail und machte einen warmen aber doch sehr dunklen Eindruck. Das Tageslicht hatte sich inzwischen auch verabschiedet und die Beleuchtung im Restaurant war eher spärlich. Es war bereits nach 19 Uhr und wir hatten Kohldampf und genehmigten uns eine von diesen variantenreichen Vesperplatten mit Wurst, Käse und Oliven. Dazu den Salat des Hauses und Pasta. Basta! Danach war das große Loch im Bauch für heute versiegelt. Nach diesem ausgiebigen Essen haben wir noch mal einen Abstecher ins Café Origen gemacht, um dort einen Verdauungskaffee zu trinken. Gegen halb 10 Uhr waren wir dann ziemlich müde und erschöpft wieder in der Casa Perú und haben die Füße hochgelegt. Wir wollten heute auch nicht zu spät ins Bett, da wir für morgen 10 Uhr bereits ein Termin abgemacht hatten.

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Ausflug nach Tigre oder ein Abenteuer in 7 Akten

März 25, 2008 · No Comments

Flussaufwärts

Tigre ist eine nordwestlich am Rande des Ballungsraums Buenos Aires gelegene Stadt, die den Porteños hauptsächlich als Naherholungsgebiet dient. Tigre liegt sehr nah am Delta des Río de la Plata und eignet sich zudem perfekt für einen Tagesausflug ohne Übernachtung.

Rio de la Plata Delta bei Tigre nahe BsAs in Argentinien

Lass uns den Bus nehmen

Der Plan war, spätestens gegen 10:30 Uhr in den Bus 60 zu steigen und direkt nach Tigre zu fahren. Naja, direkt war es nicht, da der Bus vorher durch die halbe Stadt fährt, aber da wir das alles noch nicht kannten, war der Bus für uns eine gute Wahl. Es gibt grundsätzlich drei Wege um von BsAs nach Tigre zu gelangen. Der bequemste und schnellste ist der Direktzug vom Bahnhof Retiro. Eine einfache Fahrt kostet 1,10 AR$ und man kommt genau da an wo man als Tourist hin möchte. Ein weitaus schönerer Weg, wegen der Aussicht, ist es, den Zug von Retiro nach Bartolomé Mitre zu nehmen, um dort in den “Tren de la Costa” zu wechseln. Wir haben uns jedoch für die Abenteuervariante entschieden und wollten den Bus nehmen. Es stellte sich jedoch heraus, das es nicht so einfach ist, den “richtigen” Bus zu erwischen, wenn man sich nicht auskennt. Der Guia “T” führt unter der Busnummer 60 eine Vielzahl von Busstrecken auf, von der nur eine wirklich nach Tigre führt. Da wir das nicht vermuteten, sind wir prompt erst einmal in den falschen Bus eingestiegen. Der Busfahrer erklärte uns dann aber auf Spanisch, dass wir nach einem Bus mit einem “C” ausschauhalten sollten. An der nächsten Ecke hat er uns dann wieder aussteigen lassen, um den korrekten Bus zu finden. Finden ist übrigens genau das richtige Wort, denn man sucht in BsAs tatsächlich immer nach den Haltestellen und diese können unglaublich gut versteckt sein. Busfahren(lernen) braucht seine Zeit. Ich glaube, wenn man die am häufigsten benötigten Strecken öfter gefahren ist, wird es einfacher, aber die Linie 60 war total neu für uns.

Constitución

Da wir nicht noch mehr Zeit mit der Suche verlieren wollten, sind wir gleich nach “Constitución” gelaufen. Da gibt es einen riesigen Busbahnhof und der ganze Platz ist furchtbar geschäftig und urban. Dort geht es zu wie auf einem Ameisenhaufen.

Subte und Busbahnhof “Constitución” in Buenos Aires

Ich wusste, dass der Bus definitiv irgendwo dort fahren musste, da ich diesen Tipp von einer unserer WG-Mitbewohnerin erhalten hatte. Die Haltestelle für die Linie 60 war relativ bald gefunden, und so standen wir mit anderen in einer Schlange für den 60er.

Hinweistafel am Busbahnhof “Constitución” in Buenos Aires

Ausgang der Subte “Linea C” am Busbahnhof Constitución in Buenos Aires

Eine Frau rennt zu Ihrem Bus am Busbahnhof Constitución in Buenos Aires

Tigre? Tigre?

Zur Sicherheit haben wir jemanden gefragt, welcher der vielen Busse denn nun auch in Tigre hält. Nach weiteren 20 Minuten war einer dabei mit der Nummer 60 und einem “C” vorne dran. Der Busfahrer bestätigte glücklicherweise auch, das er nach Tigre fährt. Puhh, geschafft! Um kurz nach 12 Uhr saßen wir nun endlich im richtigen Bus. (Ticket kostete 1,60 AR$). Uns war vollkommen klar, dass nun eine ziemlich lange Busfahrt vor uns liegen würde, aber das wollten wir ja so. Der Bus fährt die Strecke nach Tigre (ca. 30 km mit dem Zug) nicht direkt sondern mitten durch die Metropole und durch schwerstem Verkehr. Unglaublich, was sich auf den Straßen von BsAs so abspielt. Bei “wenig” Verkehr braucht man dafür so ca. 1 Stunde und 45 Minuten. Wir brauchten 2,5 Stunden für das Ganze. Zwischendrin wurden wir durch einen fliegenden Händler unterhalten, der während der Fahrt Socken aus argentinischer Produktion zum Kauf anbot. Dies tat er sehr zurückhaltend und charmant, aber wie brauchten leider grad keine Socken.

Wie weit ist es noch?

Die Fahrt war sehr spannend, aber länger hätte sie nicht mehr dauern dürfen. Irgendwann kann man nicht mehr sitzen, und bei dem heißen Wetter und dieser Luftfeuchte ist man in einem nicht klimatisierten Bus ziemlich schnell durchgeschwitzt. Der Busfahrer war so nett und gab uns ein Zeichen, wann wir aussteigen sollten. Es ist übrigens ziemlich empfehlenswert, den Busfahrer darum zu bitten. Selbst die Porteños machen das, da auch sie mit dem ganzen Buswirrwar manchmal so ihre Probleme haben.

Tigre und das Delta

In Tigre angekommen, haben wir uns erst mal in einem Restaurant zur Stärkung niedergelassen. Vor allem Durst hatten wir beide sehr. Nach dieser Pause wollten wir uns Tigre ansehen und vor allem eine dieser Delta-Bootsfahrten machen. Es gibt unzählige Gesellschaften, die diese Rundfahrten anbieten, aber wirklich urig sind nur die Bootsbusse. Das sind relativ kleine Holzboote, die wie Busse auf den Wasserstraßen des Deltas verkehren.

Typisches Busboot im Delta des Rio bei Tigre in Argentinien

Busboot dienen nicht nur dem Transport sondern auch der Versorgung der Einheimischen im Rio de la Plata Delta bei Tigre nahe BsAs

Busboot in Tigre am R�o de la Plata Delta nahe Buenos Aires

Man muss wissen, dass das Delta aus zusammengefasst ca. 10.000 km Kanälen, Flussarmen, Bächen und Inseln besteht. Die Leute, die dort wohnen werden mit diesen Schiffen versorgt, und erhalten so z.B. Ihre Post oder deren Kinder fahren mit diesen Schiffen in die Schule auf eine andere Insel. Eine Fahrt auf diesen Kanälen ist sehr empfehlenswert, auch wenn man als Tourist nur einen Bruchteil des Deltas zu sehen bekommt. (Kostenpunkt: 13 AR$)

Haus mit Steg im Rio de la Plata Delta bei Tigre nahe BsAs

Im Delta des Rio de la Plata bei Tigre nahe Buenos Aires

Typisches Wassergrundstück mit Haus im Rio de la Plata Delta nahe der Stadt Tigre in Argentinien

Typisches Wassergrundstück mit Haus im Rio de la Plata Delta nahe der Stadt Tigre in Argentinien

Wenn man mehr sehen wollte, müsste man vielleicht mal dort irgendwo übernachten und gegebenenfalls ein eigenes Boot chartern. Uns reichte aber die ca. 1-stündige Fahrt durch das Delta vollkommen. Man fährt an vielen schönen und alten Häusern vorbei und ahnt sofort, was das wohl mal für eine mondäne Gegend gewesen sein muss. Sie ist es immer noch, aber die Hochzeit hat Tigre wohl Anfang des vergangen Jahrhunderts erlebt, als BsAs noch eine sehr reiche Stadt war.

Altes Haus im Rio de la Plata Delta bei Tigre nahe BsAs in Argentinien

Luxushotel im R�o de la Plata Delta bei Tigre nördlich von BsAs in Argentinien

Heute boomt es dort wieder aber das alte Niveau wird sicher so schnell nicht erreicht werden. Viele Häuser können dort gekauft oder gemietet werden. Andere sind so morsch, dass man sie wohl nur noch abreisen kann bzw. die Natur das bereits erledigt hat. Daneben findet man Hotels und Restaurants links und rechts der Inseln. Auf halber Strecke mussten wir dann in ein anderes Boot wechseln, das uns wieder auf demselben Weg zurück zum Schiffsanleger bringen würde. Dort angekommen, haben wir Tigre zu Fuß weitererkundet. Ich glaube, mit dem Rad könnte man dort noch einiges anstellen, aber so ohne alles ist es dort relativ langweilig, und die Bootsfahrt auf dem Delta ist wohl das spannendste, was Tigre für Tagestouristen zu bieten hat. Tigre ist ganz anders wie BsAs, sehr ordentlich, ruhig und gepflegt und irgendwie amerikanisch aber vor allem sehr touristisch. Wer dort eine naturbelassene Umwelt sucht, wird enttäuscht sein. Das Delta ist bestens erschlossen, und Umweltschutz scheint auch hier kein ernst zu nehmendes Thema zu sein. Es ist anzunehmen, dass noch immer alles im Fluss landet, obwohl das Delta an sich einen “normalen” Eindruck macht. Ab und an sah man sogar Leute im Fluss baden. Für Europäer kommt das wohl eher nicht in Frage.

Einheimische beim Baden am Ufer des Rio de la Plata bei Tigre in Argentinien

Heimfahrt

Für die Heimfahrt mussten wir unfreiwillig den direkten Weg mit dem Zug wählen. Dabei mussten wir feststellen, dass der schöne (Um-)Weg über Bartolomé Mitre nur von BsAs aus möglich ist. Ist man bereits in Tigre kann man nur den direkten Zug nach Buenos Aires nehmen. Das war aber nicht so schlimm, denn wir waren ohnehin so müde, dass der direkte Weg der offensichtlich Beste für uns war. Vielleicht nehmen wir ein andermal den “Tren de la Costa”, um uns von dessen Schönheit zu überzeugen. Zug fahren ist ja so billig hier. Der Zug war in Tigre anfangs noch ziemlich leer. Das änderte sich aber mit jedem neuen Halt des Zuges, mit dem wir Buenos Aires näher kamen. So war der Zug alsbald ziemlich voll, und nach ca. 40-minütiger Fahrt sind wir dann in Retiro angekommen.

Ankunft mit dem Zug am Bahnhof Recoleta aus Tigre kommend

Dort haben wir dann die Subte Linea C in Richtung Constitución genommen. Eigentlich wäre Constitución der kürzeste Weg zu uns nach Hause. Wir meiden den Bahnhof allerdings nach Einbruch der Dunkelheit, da sich dort oftmals komische Gestalten rumtreiben, und man häufig von Überfällen aus der Gegend hört. Sich dort nachts als Tourist aufzuhalten, ist quasi eine Einladung für einen Überfall. So sind wir eine Station früher ausgestiegen und haben lieber den etwas längeren Fußweg in Kauf genommen. BsAs ist an sich eine sichere Stadt, so sicher wie Metropolen eben sein können. Es gibt allerdings einige Straßen und Plätze, die man nachts besser meiden sollte. Wenn man das weiß, ist BsAs ziemlich easy. Wir lieben diese Stadt!

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