Smile for me Argentina

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Abri los ojos – Mach die Augen auf

Januar 27, 2009 · 1 Kommentar

Wir hatten im Internet recherchiert, dass es in Argentiniens Nationalkongress von Montag bis Freitag um 16 Uhr englischsprachige Führungen geben soll. Also machten wir uns am Nachmittag auf den Weg dorthin. Vorher haben wir versucht Geld abzuheben und mussten feststellen, dass das in Argentinien die gleichen Probleme wie in Uruguay bereitet: Wir können pro Tag nur maximal 300 Pesos (ca. 65 EUR) abheben. Das ist zwar genug Geld, um ein paar Tage über die Runden zu kommen, aber ein so niedriges Limit für internationale EC-Karten hat uns doch überrascht. Nun werfen wir den Banken eben alle paar Tage ein paar Euros mehr in den gierigen Schlund. Für jede Transaktion werden ja neben dem schlechten Wechselkurs auch noch Gebühren fällig. Naja, dafür ist das Leben hier recht günstig und man braucht vielleicht 1/3 von dem was man in Deutschland bräuchte.

Palacio del Congreso de la Nación Argentina in Buenos Aires

Pünktlich gegen vier Uhr waren wir dann am Besuchereingang des Palacio del Congreso de la Nación Argentina in der Hipólito Yrigoyen Straße. Hier erfuhren wir aber, dass im Januar keine Führungen stattfinden. Erst im Februar wieder. So mussten wir unverrichteter Dinge gehen und haben uns in der Nähe der Subte Sáenz Peña in ein Café zurückgezogen. Dort gab es richtig klietschige Medialunas, so wie ich sie liebe. Der Kellner hat uns noch zwei andere süße Schweinereien gratis dazu gepackt, die auch sehr lecker waren.

Van mit Graffiti auf der Plaza de los Dos Congresos Buenos Aires

Palermo

Da wir es gestern nicht nach Palermo geschafft hatten, wollten wir das heute nachholen. Von der Plaza de los Dos Congresos fahren sehr viele Colectivos. Als wir gerade den Guia“T“ zurate ziehen wollten, fuhr ein Bus der Linie 12 vorbei, auf dem groß „Plaza Italia“ stand. Dieser fuhr also ungefähr dahin, wohin wir wollten. Sicherheitshalber haben wir beim Einsteigen nochmal nachgefragt. Das sollte man immer tun, denn nicht alle Busse der selben Linie fahren auch zwangsläufig auf der selben Route.

Urban Streetart in Palermo-Soho, Buenos Aires

Im Bus haben wir dann versucht für 80 Centavos mitzufahren, aber der Fahrer hat uns bis zur Plaza Italia 1,20 Pesos abgeknöpft. So wie es aussieht, gab es auch hier Preissteigerungen. Für unter einen Peso Bus zu fahren, scheint der Vergangenheit anzugehören. Auch die meisten anderen Passagiere bezahlten mehr als einen Peso. So fuhren wir mit aufgeklappten Guia“T“ und folgten der Strecke, die der Bus nahm, auf der Karte. Auch das ist ratsam, um das Aussteigen nicht zu verpassen. Die Plaza Italia ist erstmal kein so schlechter Ausgangspunkt, um Palermo zu erkunden. Von dort kann man in relativ kurzer Zeit nach Las Cañitas oder in Richtung Palermo-Soho laufen. Wir entschieden uns für Letzteres. So liefen wir die Calle Thames hoch und nach zirka fünf Straßenblocks waren wir dann auch schon im Herzen von Palermo-Soho.

Hollywood in Cambodia in der Calle Thames 1885 in Palermo Soho Buenos Aires

Erste Station war das „Hollywood in Cambodia“ in der Thames 1885. Die Bar ist innen über und über mit Graffitis und Stencils zugesprayt. Im hinteren Bereich gibt es eine kleine Galerie, in der man Streetart diverser Künstler kaufen kann. Über die Treppe in der Galerie gelangt man noch auf eine Terrasse. Auch hier ist alles voll mit Graffitis. Die Bar ist eher was für die Nacht und so waren wir die einzigen Besucher.

Terasse des "Hollywood in Cambodias" in der Calle Thames 1885 in Palermo-Soho, Buenos Aires

Hollywood in Cambodia in der Calle Thames 1885 in Palermo-Soho in Buenos Aires

Also sind wir weiter in Richtung Plazoleta Cortázar. Hier gibt es unzählige Geschäfte und weitere Cafés und Bars. Wir haben einige Shops durchstöbert aber nichts gefunden. Die meisten Sachen, die uns gefielen, gab es nicht mehr in unserer Größe. Gegen halb acht sind wir dann rüber nach Las Cañitas gelaufen. Auf dem Weg dorthin sind wir an einer fantastischen Bäckerei vorbeigekommen. Die hatten diese Ninjas, so kleine kreisrunde, herzhafte Torten mit Kürbis-Käse-Füllung. Ultra lecker!

Sonnenbrillenladen in Palermo-Soho in Buenos Aires

In der Kneipenmeile Las Cañitas sieht noch fast alles aus wie im letzten Jahr. Nur mehr Hundekacke. So richtig erwärmen konnten wir uns für keines der vielen Restaurants, die auch eher den Eindruck von Masse als Klasse vermitteln. Mein Gefühl von „Disneyland“ wurde ich auch diesmal nicht los. Las Cañitas und Soho sind insgesamt ganz schön öde. So sind wir zurück zur Plaza Italia und haben uns für die U-Bahn zurück nach Hause entschieden. Am Fahrkartenschalter haben wir uns gleich eine 10er-Karte für die Subte gekauft. So erspart man sich das lästige anstehen nach Tickets. Automaten sucht man hier nämlich vergeblich. Die U-Bahnpreise haben auch angezogen. So kostet eine Fahrt mit der Subte nun 1,10 Pesos. In der U-Bahn wurden wir von zwei Typen mit Gitarren und Verstärker musikalisch unterhalten. Die Porteños klatschten höflich aber gelangweilt. Der eine oder andere gab dann aber doch einen Peso. Es war kuschlig warm und elend laut. Wir sind bis zur Endstation „Catedral“ in der Nähe der Plaza de Mayo gefahren und den Rest gelaufen. Wann immer wir nachts nach Hause kommen, sehen die Straßen in unserer Gegend anders aus. Mal ist überall Müll verstreut, wenn die Cartoneros gerade da waren, mal ist alles blitzeblank sauber, mal haben die Geschäfte noch geöffnet, mal ist schon alles geschlossen und die Häuser mit den verrammelten Läden wirken abwehrend, fast bedrohlich, mal sind die Straßen von Nachtschwärmern und sogar kleinen Kindern bevölkert, mal menschenleer.

Pasteleria in Palermo-Soho in Buenos Aires

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¡Buenos días Buenos Aires!

März 19, 2008 · Kommentar schreiben

¡Buenos días Du Wunderschöne! Nachdem wir gestern Abend leider nicht mehr duschen konnten, weil die Wasserzisterne so gut wie leer war, mussten wir das heute Morgen nachholen. Es gab allerdings nur kaltes Wasser was aber bei dem Wetter hier eine ganz angenehme Sache ist. ;-) Irgendwie wurde in der WG zu viel Wasser verbraucht aber 1x duschen pro Tag, am besten abends, ist schon dringend notwendig. Die Sonnencreme zusammen mit dem Schmutz der Stadt haftet am Körper wie Pech und Schwefel.

Ein typische Obst- und Gemüseladen in Buenos Aires

Nachdem wir gestern ein kulinarisches Highlight erleben konnten, sind wir sehr gespannt welche (Gaumen)Freuden uns heute so erwarten. Man könnte vermuten, dass wir wohl von dem argentinischen Nationalgericht „Parrilla“ schwärmen, die wir auch schon gegessen haben. Aber nein. Es handelt sich schlicht und ergreifend um ein italienisches Gericht. Die „Orecchiette Carbonara“, die wir in einem Restaurant in Las Cañitas hatten, war wirklich ausgezeichnet. Das Restaurant „Novecento“ in der Avenida Báez 199 ist sehr zu empfehlen. Die Bedienung ist äußerst freundlich und zuvorkommend, die Karte übersichtlich und erlesen. Die Preise in Las Cañitas sind generell recht hoch. In Berlin hätten wir jedoch für so ein Essen mit allem Drum und Dran das doppelte bezahlt. So sind 175 Pesos, inklusive Trinkgeld und mehrerer Getränke plus Espresso und Salat als Starter, für zwei Personen nicht zu teuer. Einziges Manko war allerdings der Kaffee danach. Das scheint hier aber ein generelles „Problem“ zu sein. Wirklich guten Kaffee haben wir hier noch nicht getrunken. Nun aber auf in den Tag. Wir gehen heute ins MALBA, dem Museum für lateinamerikanische Kunst in Buenos Aires und schauen mal was der Tag sonst noch so bringt.

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Hola Las Cañitas

März 15, 2008 · Kommentar schreiben

Am Abend des 15. haben wir uns dann durch die Santa Fe Av. bis nach Palermo durchgeschlagen. Ein langer Weg. Dort sind wir direkt in das Ausgeh- und Shoppingviertel gegangen. Das Quartier gehört zu Palermo und umfasst nur ein paar wenige Straßen aber die haben es in sich. Überall Restaurants und Bars mit sehr, sehr vielen Plätzen an frischer Luft. Wir kamen kurz vor Einbruch der Dunkelheit dort an und konnten uns so noch einen kleinen Überblick bei Tageslicht verschaffen. Ab ca. 21 Uhr erwachte das ganze Viertel zum Leben und die Restaurants waren nicht länger leer.

Avenida Baez in Las Cañitas füllt sich nach Einbruch der Dunkelheit

Ich hätte davon gern eine Zeitrafferaufnahme gemacht. Es ist unbeschreiblich wie sich das Viertel bei Nacht präsentiert und zum Leben erwacht. Man kann es vielleicht am ehesten noch mit der Simon-Dach-Str. in Berlin-Friedrichshain vergleichen aber irgendwie auch wieder nicht. Las Cañitas hat viel mehr Bars und Kneipen und macht insgesamt einen edleren Eindruck.

Eine der vielen durchgestylten Bars im Ausgehviertel Palermo Las Cañitas in Buenos Aires

Die Preise hier sind auch teurer als für Buenos Aires insgesamt, fast Berlin-Niveau. Hier heißt es Sehen und Gesehen werden und so manche seltsame Gestalt kreuzte unseren Weg. Das war sehr spannend zu beobachten. Wir haben dann dort knapp 2h in einem Restaurant verbracht und lecker gegessen und dabei interessante Kontakte gemacht. U.a. hat uns ein Pärchen aus Deutschland/Spanien angesprochen, weil sie merkten dass wir Deutsche sind und baten uns ihre Hilfe an, einfach so. Schon etwas komisch aber es entwickelte sich ein sehr interessantes Gespräch über die Stadt und was man so alles machen kann. Sie fragten uns auch ob wir hier leben wollten? Sie wären seit 3 Monaten da. Nun momentan sind wir nur zum Urlaub hier. Der Mann meinte, dass es mit unserer Qualifikation kein Problem sei hier unterzukommen. Man könne sich auch komplett in der deutschen Community bewegen, die in Buenos Aires wohl sehr groß sei. Man geht von mehr als 60.000 Deutschen in und um Buenos Aires aus. Ja aber wer will das schon. Wir sind ja hier um Land und Leute zu entdecken und nicht um unter unseresgleichen zu sein. Wir haben aber Telefonnummern getauscht. Die Hilfe könnte noch sehr nützlich sein.

Zurück nach San Telmo

Nach San Telmo haben wir dann aufgrund der großen Entfernung den Bus 39 genommen. Dieser fuhr von der Subte Palermo. Wir sahen wohl so hilflos aus, das uns ein einheimisches, junges Pärchen fragte ob wir Hilfe bräuchten. Total nett. Sie haben uns erzählt wie das mit dem Busfahren funktioniert und empfahlen die Linie 39 nach San Telmo zu nehmen. Die beiden haben gewartet bis der Bus kam und so hatten wir Gelegenheit für ein ausführliches Gespräch. Beide sind Porteños, so nennt man die Einheimischen der Stadt, und beide arbeiten in jeweils unterschiedlichen Verlagen im Kunst- und Kulturbereich in Buenos Aires. Sehr spannend. Das Mädchen ging sogar auf eine deutsche Schule. So konnten wir englisch und deutsch reden. Das war total cool und hilfreich. Unglaublich, die ganze Stadt macht diesen netten, unkomplizierten, hilfsbereiten Eindruck und wir haben bisher nur tolle Erfahrungen mit Einheimischen gemacht. Ein anderer Mann wies uns dann im Bus hin wann wir aussteigen sollten, da die nächsten Stationen weder angeschrieben, noch ausgerufen werden. Man muss eben selber wissen wo man raus muss. Der Mann hatte Freunde in Hamburg, sprach aber kein Deutsch und auch nur schlecht Englisch aber irgendwie kann man sich trotzdem mit den Leuten verständigen. Das ist irgendwie ganz merkwürdig wunderbar. Die Busfahrt dauerte so ca. 40 Minuten. Da konnten wir gleich noch was von der Stadt mitnehmen. Nach Mitternacht waren wir dann wieder in San Telmo und sind sonnenverbrannt, erschöpft aber sehr glücklich ins Bett gefallen.

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