Für heute stand nichts Konkretes auf dem Plan. Mal einfach nur so durch die Stadt zu treiben hat seinen Reiz und schauen was sich so ergibt. So sind wir zu Fuß von San Telmo ins Nachbarquatier Monserrat gelaufen und haben uns dort zum Plaza de Mayo durchgeschlagen und uns bei der Gelegenheit den roten Präsidentenpalast angeschaut. Auf dem Platz fand zur gleichen Zeit eine Demonstration statt. Wir konnten allerdings nicht genau ausmachen wofür oder wogegen die Demonstration gerichtet war.
Von dort sind wir dann weiter nach Microcentro, dem Börsen- und Geschäftszentrum von Buenos Aires gelaufen. Dort herrschte reger Betrieb, und auf den Gehsteigen ging es nur sehr schleppend voran. In einem Kaffee haben wir das Treiben eine Weile lang beobachtet und sind dann mit dem Bus 111 in Richtung Palermo aufgebrochen.
Busfahren in BsAs ist eine sehr spezielle Angelegenheit und eine tolle Möglichkeit, die Stadt zu entdecken.
Als unwissender Tourist sollte man sich unbedingt den Busfahrplan Guia “T” für die Hosentasche besorgen. Ein wertvolles Instrument für den Großstadtdschungel. Ohne diesen Plan ist es so gut wie unmöglich, gezielt durch BsAs zu fahren. Um ihn zu kaufen (4 Pesos), sollte man einfach an verschiedenen Zeitungsständen nachfragen, aber nicht jeder hat diesen im Angebot. Nun heißt es Haltestelle suchen. Hat man sie gefunden sollte man zusehen, dass man noch in den Bus kommt. Gerade am Nachmittag und Abend sind diese oft überfüllt. Manchmal kommen aber gleich mehrere Busse der selben Linie auf einmal. Das Ein- und Aussteigen gestaltet sich recht ruppig, und man sollte zusehen das man schnell zusteigt, da die Busfahrer - noch während Gäste ein- oder aussteigen - bereits wieder anfahren.
So ist es keine Seltenheit, dass Fahrgäste brüllen, dass sie auch noch aus- bzw. einsteigen wollen. Ist man eingestiegen, sagt man dem Fahrer entweder wohin man möchte, also die Station, oder für wieviel Pesos man fahren möchte. Der Preis richtet sich dann nach den gefahrenen Stationen. Für einen Pesos kann man bereits sehr weit fahren und Fahrpreise von mehr als 1 1/2 Pesos haben wir bisher nicht gesehen. Für den Automaten braucht man auf jeden Fall Münzen. Mit Scheinen sollte man erst gar nicht versuchen einzusteigen. Das ganze Bussystem funktioniert nur mit Münzen! Die Münzen schmeißt man dann einfach in den Automaten und erhält so sein Ticket.
Irgendwo in Palermo, wo es interessant aussah, sind wir dann ausgestiegen. Nach kurzem Kartencheck haben wir uns für die Erkundung von Palermo-Soho entschieden, das quasi bereits vor uns lag. Nach ein paar Straßen standen wir plötzlich in der wundersamen Welt von Palermo-Soho.
Hier findet der Buenos Aires Style Ausdruck in einem ganzen Viertel. Hier gibt es so viele stylische Modeläden, Boutiquen, Cafes und Bars, Interior-Geschäfte und Galerien, dass man fast schon überfordert wird. Jedes Geschäft präsentiert sich auf seine ganz spezielle Art und Weise, und so kann man hier wahnsinnig viele schöne große und kleine Dinge entdecken. Man fühlt sich auf Anhieb wohl in diesem Quartier, das so ganz anders ist als die Viertel, die wir bisher gesehen haben. Hier scheint die Welt in Ordnung, und das Leben läuft in ruhigeren und leiseren Tönen ab. Jedenfalls kann man das für die Zeit tagsüber sagen. Eine nächtliche Erkundungstour steht allerdings noch aus.
Bilder aus Palermo-Soho:




