Smile for me Argentina

Einträge mit dem TagUruguay

Música para los ojos - Musik für die Augen

März 31, 2008 · No Comments

Nach einem herrlich entspannten Sonntag in Montevideo freuten wir uns auf einen neuen Tag in Montevideo. Die Stadt hatte sich uns Samstag und Sonntag auf so unterschiedliche Weise präsentiert, dass wir auf einen ganz normalen Werktag in dieser Metropole gespannt waren. Heute wollten wir auf jeden Fall mal die Museen der Stadt besuchen. Montag ist ein Werktag und da sollten wir nicht allzu oft vor verschlossenen Türen stehen, auch wenn Museen gern mal am Montag geschlossen haben. Gegen 10 Uhr haben wir im Hostel ausgecheckt, da heute unser vorerst letzter Tag in Uruguay sein sollte. Wie wir genau nach Buenos Aires kommen, wussten wir noch nicht, aber da boten sich einige Wege an. Der Portier sagte uns, dass die Verkaufsstelle von Buquebus sich in unmittelbarer Nähe des Hostels befindet.

Buquebus

Wir haben noch kurz eine Recherche am Internet-Terminal im Hostel gemacht, um grob abzuschätzen, mit welchen Kosten wir rechnen müssen. Im Verkaufsbüro ließen wir uns dann genauer über die Möglichkeiten und Kosten der Reise nach Buenos Aires aufklären. Der einfachste Weg war auch der teuerste. Mit der Schnellfähre kann man in drei Stunden in BsAs sein. Eine andere Möglichkeit wäre, mit dem Bus 2,5 Stunden zurück nach Colonia zu fahren und von dort die Fähre zu nehmen. Noch günstiger wird es, wenn man von dort einen weiteren Bus nach Buenos Aires nimmt. Wir wollten aber nicht den ganzen Tag im Bus verbringen und auch noch so viel Zeit wie möglich in Montevideo verbringen. Also haben wir uns für die Schnellfähre entschieden. Das Ticket kam um die 75 US$ (ca. 48 EUR) pro Person, und so haben wir die letzte Fähre um 19:15 gebucht. Das war ziemlich perfekt, denn so konnten wir noch den ganzen Tag hier verbringen und die Stadt unsicher machen.

Quirlige Altstadt

Nachdem das geklärt war sind wir in die Altstadt und haben sie fast nicht mehr wieder erkannt. Plötzlich tobte dort das pralle Leben, nachdem man gestern mit dem Besen durchgehen konnte. Viele Läden links und rechts der Av. Sarandi waren geöffnet, und die Straße entpuppte sich als Einkaufs- und Flaniermeile. Ebenso hatten viele Straßencafés geöffnet und überall waren Menschen. Wow, das ist also das urbane Montevideo, das man wohl so nur unter der Woche erleben kann.

Centro Cultural de España in Montevideo Uruguay

Vorgestern waren wir bereits in der Nähe des Hostels an einem Kulturzentrum vorbei gelaufen, das von außen schon ziemlich interessant aussah. Die Fassade war sehr modern aufgehübscht, und zu dem Zeitpunkt als wir daran vorbei liefen, fand gerade ein Fotoshooting vor den Schaufenstern statt. Nach einem kurzen Fußweg hatten wir das Gebäude auch wiedergefunden. Das CCE befindet sich in der Avenida Rincón 629. Von der Plaza Independencia ist es nur ein kurzer Weg dorthin. Leider waren wir 40 Minuten zu früh dran. Das Zentrum öffnete erst um 11:30 Uhr seine Räumlichkeiten. So mussten wir wohl noch mal wiederkommen. Die Zeit bis dahin totzuschlagen sollte uns allerdings nicht schwerfallen. Das Altstadtviertel, so entfesselt wie es vor uns lag, kannten wir nicht. So sind wir durch die Straßen geschlendert und haben u.a. das bunte Treiben an der “Plaza Matriz” beobachtet.

Centro Cultural de España

Gegen halb 12 sind wir zurück zum Centro Cultural de España gelaufen. Wir waren die ersten Besucher. Der Portier knipste für uns die Monitore an und zog die Rollos hoch. Eilig hat es hier niemand und das ist total angenehm. Im Eingangsbereich gab es die kleine Design-Ausstellung “Living Spain” zu sehen, in der Einrichtungsgegenstände und Accessoires gezeigt wurden. Nichts wirklich Spektakuläres aber nett anzusehen.

Living Spain Designausstellung im Centro Cultural de España

In der untersten Etage konnte man sich lateinamerikanische Videokunst auf mehreren LCD-Fernsehern ansehen. Jeder Bildschirm war thematisch unterteilt, und auf einer großen Leinwand in der Mitte des Raumes liefen abwechselnd Sequenzen aus allen Beiträgen. Jeder LCD-Bildschirm war mit jeweils einem Paar Kopfhörern ausgestattet. In einen Film fuhr z.B. ein Mann auf einem Mofa durch die Pampa von Brasilien. Dabei fuhr er durch die unterschiedlichste, wunderschöne Natur. Der Clou war allerding die Trompete die im Auspuff des Mofas steckte. So gab es je nachdem über welchen (Straßen-)Belag er fuhr oder je nachdem wie er beschleunigte oder abbremste die unterschiedlichsten Töne aus der Trompete. Das fand ich eine sehr coole Idee und wirklich gut geschnitten (Videoschnitt). Die Filme, die folgten waren alle zum Thema “Música para los ojos”, also zu Deutsch “Musik für die Augen”. Das brachte die Sache genau auf den Punkt. Zwei Bildschirme weiter flimmerte eine ruhige Kamerafahrt durch ein äußerst prächtiges Operntheater, an dem der Zahn der Zeit bereits gründlich genagt hatte. Wenige Augenblicke später wurde dazu eine nackte Frau in diese Szenerie montiert. Die Frau bewegte sich schwimmend durch das Theater. Untermalt wurden die Szenen mit klassischer Musik. Das war sehr zauberhaft. Wir haben ziemlich viel Zeit in diesem Raum verbracht und uns alle Bildschirme angesehen. Alle Sequenzen in voller Länge zu sehen, hätte jedoch mindestens 6 Stunden gebraucht.

Im Innern des Centro Cultural de España

Wer in Montevideo ist sollte unbedingt mal dieses Kulturzentrum besuchen. Schon alleine das Innere des Gebäudes ist den Besuch wert. Ruhig auch mal die Stockwerke nach oben gehen. In einem Stock ist ein Café versteckt und noch weiter oben sind Büroarbeitsplätze für die Mitarbeiter. Geöffnet hat es von Montag-Freitag 11:30 - 20:00 Uhr und samstags von 11:30 - 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei und die Ausstellungen wechseln ständig.

Zweiter Stock im Centro Cultural de España in Montevideo

Architektur von Montevideo

Man sagt, dass sich Montevideo bis zum Ende der 1920er Jahre, also bis zur Weltwirtschaftskrise, auf gleicher Augenhöhe mit Buenos Aires befand. Nach der Weltwirtschaftskrise ging es allerdings für beide rapide abwärts. Die zwei Städte standen schon immer in ständiger Konkurrenz zueinander und dieser Umstand ist deutlich zu sehen. Besonders in der Architektur beider Städte kann man das heute noch nachvollziehen. Es gibt so viele Gebäude, die in einer ähnlichen Ausführung auch in Buenos Aires stehen bzw. standen.

Plaza Independencia mit Blick auf Palicio Salvo in Montevideo Uruguay

Während in Buenos Aires viele der alten Häuser den städtebaulichen Maßnahmen zum Opfer fielen, ist in Montevideo eine weitaus breitere Vielfalt an Häusern und Gebäuden erhalten geblieben. Bei einem Spaziergang durch die Av. 18 de Julio kann man das sehr deutlich beobachten. Hier wechseln sich (historischer) Eklektizismus (französischer, italienischer und spanischer Art), Bauhaus, Art Déco, Niederländischer Expressionismus sowie Spanischer und Italienischer Neoklassizismus ab, um nur einige Baustile zu nennen.

Buntes Gebäude in der Avenida 18 de Julio in Montevideo Uruguay

Dabei entsteht ein wirklich beeindruckendes und teilweise skurriles Stadtbild. Manche Gebäude sind so unwirklich und gewaltig, dass man aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt. Kein Foto kann diese Pracht auch nur annähernd vermitteln auch wenn viele der Gebäude ihre beste Zeit bereits erlebt haben. Montevideo muss man einfach gesehen haben.

Gebäude entlang der Avenida 18 de Julio in Montevideo Uruguay

Bauhaus Gebäude in Montevideo Uruguay an der Avenida 18 de Julio

Ich möchte schon allein wegen der prachtvollen Architektur dorthin zurück. In drei Tagen kann man das Thema nur anreißen. So haben wir den Nachmittag u.a. damit verbracht, die fantastischen Häuser zu studieren. Wenn man sich an der Plaza Fabini befindet und am Beginn der Av. Libertator steht (Richtung Nordosten) kann man eine ziemlich beeindruckende Straßenschlucht sehen, an deren Ende, ganz weit in der Ferne, der mächtige Regierungspalast thront.

Regierungspalast Casa de la Moneda in Montevideo Uruguay

Sehr beindruckend. Wir sind der Straße einfach mal gefolgt und nach einem langen Fußmarsch haben wir schließlich den Regierungspalast erreicht. Leider konnte man ihn nur von außen besichtigen. Im Innern standen Wachen in Traditionsuniformen, soviel konnte man jedoch sehen.

Spielplatz in Nähe des Regierunspalastes in Montevideo Uruguay

Avenida Tristan Narvaja

Da es langsam Zeit wurde, sich wieder in Richtung Altstadt zu orientieren, sind wir über die Av. D. Fernandez Crespo in Richtung Av. 18 de Julio gelaufen. Dabei wollten wir uns noch die in der Karte andersfarbig markierten Straßenzüge ansehen, in deren unmittelbarer Nähe wir uns bereits befanden. Wir entdeckten das San Telmo von Montevideo. Überall gab es Buchläden, die zum überwiegenden Teil nur gebrauchte Bücher hatten. Die überwiegenden Titel zählten zur Bildungsliteratur und waren oftmals philosophischer, politischer oder geschichtlicher Natur. Auf der ganzen Av. Tristan Narvaja reihte sich Buchladen an Buchladen sowie Antiquitätengeschäft an Antiquitätengeschäft.

Antiquitätengeschäft in der Avenida Tristan Narvaja in Montevideo Uruguay

Dazwischen immer mal wieder ein Café und eine Universität. Die Straße soll am Wochenende besonders schön sein, da dann in ihr und den Nachbarstraßen ein großer Kunst- und Straßenflohmarkt stattfinden. Leider zog sich gegen 16 Uhr der Himmel gänzlich zu, und wenig später fing es ganz leicht an, zu regnen, und es wurde kühl. Langsam aber sicher kamen wir auch der Av. 18 de Julio näher. Dort hatten wir einen Kaffee in einem McCafé. Auf dem weiteren Weg in die Altstadt sind wir zum wiederholten Mal am “Palacio Municipal” vorbei gekommen. Leider hatte dieser immer geschlossen. Heute war das anders, und der Vorplatz des Gebäudes war bereits “gut besucht”.

Palacio Municipal & Palacio Díaz

Das riesige Gebäude im “Modern Heterodoxa”-Stil ist das Rathaus von Montevideo und zentrale Anlaufstelle für seine Einwohner. Wir sind einfach mal reingegangen und haben uns den Koloss von innen angesehen. Drinnen gab es für uns nicht viel zu sehen, da wir nur Besucher waren. Im hinteren Eingangsbereich gab es ein kleines Café, das aus einem Metallgerüst “aufgebaut” war. Sah ziemlich lustig aus das Ganze. Gleich vorne an der Eingangspforte klebt ein riesiges Satellitenbild von Montevideo auf dem Boden. Und so konnten wir viele kleinere Details nur schon allein im Eingangsbereich entdecken.

Bodenbelag im Palacio Municipal in Montevideo Uruguay

Weiter entlang der Av. 18 de Julio standen wir noch eine Zeit lang vor dem Palacio Díaz und bewunderten sein abstrakt-futuristisches Aussehen. Ein alter Mann muss uns wohl dabei beobachtet haben und sprach uns an. Er erzählte uns, dass er noch ein kleiner Junge war, als das Gebäude errichtet wurde (1929), und ein paar weitere Details, die wir leider nicht verstanden haben. Daraufhin wollten wir aber versuchen, mal in das Gebäude zu gehen. Bereits unten wurden wir vom Portier aufgehalten und gefragt, wo wir hin wollen.

Palacio D�az in Avenida 18 de Julio in Montevideo Uruguay

Er fragte uns in welchen Stock wir wollten, aber da wir in dem Haus niemanden kannten, kamen wir hier nicht weiter. Er meinte das Haus sei ein privates Wohnhaus und nicht für Touristen zugänglich. Im unteren Bereich gab es nur eine riesige Bowlingbahn zu sehen. Wie auch immer. Es empfiehlt sich sehr, mit offenen Augen durch die Straßen zu laufen. Es lohnt sich auch ruhig mal die Straßenseite zu wechseln. Nachdem wir irgendwann wieder an der Plaza Independencia angelangt waren, sind wir zum Teatro Solís gelaufen. Auch dieses Gebäude, im historischen Eklektizismus von 1846, ist wunderschön anzusehen. Leider gibt es montags keine Führungen und so blieb auch dieses Gebäude nur von außen für uns erschließbar. Gleich gegenüber dem Solís Theater liegt ein sehr nettes Café, dessen Namen ich leider vergessen habe. Die Einrichtung ist sehr schön gemacht und vor allem die Stühle sind uns gleich ins Auge gefallen. Dort hatten wir eine Cola, Kaffee und jeder einen Riesenmedialuna. Das Café wird scheinbar von einer Deutschen geführt. Wir hörten sie fließend deutsch reden und sie verabschiedete sich wenig später mit “Auf Wiedersehen” von uns. Sehr lustig und überall in der Gegend trifft man auf viele Deutsche. Leider hatten wir keine Zeit mehr für ein Gespräch. Wäre sicher interessant gewesen.

Abfahrt gen Buenos Aires

Pünktlich wie die Maurer waren wir dann gegen 18:30 bereits im Terminal von Buquebus. Natürlich mussten wir wieder Ausreisepapiere ausfüllen, aber komischerweise hat sich niemand dafür interessiert. Weder in Uruguay noch in Argentinien wollte die jemand sehen oder haben. Die haben uns in Uruguay einfach wieder zwei Stempel in den Pass gedrückt, und das war es dann auch schon. Die Fähre, mit der wir nach Buenos Aires fuhren, war riesig und konnte diesmal auch Autos mitnehmen. Mit einer kleinen Verspätung von 10 Minuten legten wir schließlich ab und kamen gg. 22:30 Uhr in Buenos Aires an.

Leere und unbenutzte Tram in Buenos Aires im Barrio Puerto Madero

Dort haben wir dann zum ersten Mal die Tram benutzt. Die Bahn fährt dort bereits seit 2005, sieht aber noch total neu und unbenutzt aus. Wir waren die einzigen Fahrgäste und so kamen wir schließlich doch noch in den Genuss einer Tramfahrt. Irgendwie macht die Streckenführung keinen Sinn und lässt vermuten, dass die Tram nur zur Promotion des exklusiven Hafenviertels dient. Wie haben in der Tram nie viele Leute gesehen, und Käufer der Luxuswohnungen am Puerto Madero fahren sicher auch keine Tram. Wir sind bis zur Endstation gefahren und den Rest in die Casa Perú gelaufen. Kaputt und erledigt sind wir dann wenig später ins Bett gefallen.

Typische Straßenenszene in Montevideo Uruguay

Art Deco Gebäude in Montevideo Uruguay an der 18 de Julio

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An einem Sonntag in Montevideo

März 30, 2008 · No Comments

Nach einer tief durchgeschlafenen Nacht wurden wir gegen halb 11 Uhr von einer kleinen Militärparade an der “Plaza Independencia” geweckt. Eine Reiterformation gab ihr bestes und eine Militärkapelle lieferte den passenden Soundtrack dazu. Was für ein Kontrast zu dem Schauspiel von letzter Nacht, in der sich allerlei Partyvolk auf dem Platz tummelte.

Der Rest der Millitaerparade am Plaza Independencia in Montevideo

Nachdem wir nun wach waren, sind wir runter in den Gemeinschaftsraum, um zu frühstücken. Wir waren schon recht spät dran, denn das Frühstücksangebot galt bis maximal 11 Uhr. Frühstück konnte man das auch nicht wirklich nennen. Auf der Theke standen noch zwei Tabletts mit jeweils einem Hamburgerbrötchen, einem kleinen Päckchen Butter und etwas bereits angetrocknetem Obst. Das Hamburgerbrötchen war mit einer Scheibe Schnittkäse belegt. Kaffee gab es als Instantvariante, abgepackt im 7 g Tütchen. Das Frühstücksangebot schwankt ziemlich stark von Hostel zu Hostel, aber meistens sieht es eher dürftig aus.

Nach diesem kurzen Intermezzo haben wir uns am Counter nach einer Stadtführung erkundigt. Irgendwie hatten wir jedoch das Gefühl, dass uns der Portier nicht so recht verstanden hatte. Auch hier ist es reine Glückssache, auf jemanden zu treffen, der Englisch spricht. Er gab uns aber eine tolle Karte mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten, die jeweils mit kurzer Beschreibung in Spanisch und Englisch ausgestattet war. Wir hatten heute vor, ein paar Museen zu besuchen und dabei die Stadt zu erkunden. Kurz darauf sind wir noch im Hostel mit einem Amerikaner ins Gespräch gekommen, der schon öfter in Montevideo war. Er meinte dass wir heute wohl kein Glück mit den Museen haben werden, da hier ein Sonntag noch ein Sonntag sei. So wie es ihn noch vor gut 30 Jahren in den USA gab, wie er meinte.

Vier Türen mit Charakter in der Altstadt von Montevideo

Eine fast leere Altstadt

Also haben wir uns doch für die Strandtour entscheiden, die auch noch zu Auswahl stand. Montevideo ist u.a. für seine langen Sandstrände entlang des Südatlantiks bekannt. Das Treiben dort zu sehen, ist sicher eine interessante Sache. So sind wir wenig später in Richtung Altstadt gezogen, um zum Hafen zu laufen.

Sonntags angelt man ganz entspannt an den Docks in Montevideo

Von dort wollten wir dann entlang der Docks zu den Stränden laufen. Das Wetter war perfekt. Die Sonne schien irgendwie heller als in Buenos Aires. Wahrscheinlich hat das was mit der fehlenden Smogglocke zu tun, die in BsAs sehr viel Sonnenlicht schluckt. In der Altstadt spürten wir bereits, was Sonntag hier bedeutet.

Altstadt von Montevideo mit Blick aus der Avenida Perez Castellanos

Es war keine Menschenseele auf den Straßen, kaum ein Auto unterwegs, und kein einziger Laden hatte geöffnet. Nicht mal der 24h McDonald’s, der hier nur 24/6 geöffnet hat. Eine komplett verlassene Altstadt lag uns zu Füßen. Erst am “Mercado del Puerto” trafen wir auf eine Hand voll Touristen, aber auch hier war erstaunlich wenig los. Die wunderschöne Markthalle wurde in den Jahren 1865-68 erbaut, ist heute touristischer Anziehungspunkt in der Altstadt und wartet mit unzähligen Restaurants und kolonialem Ambiente auf.

Eine Grillbar im Mercado del Puerto in der Altstadt von Montevideo

Offener Grill im Mercado del Puerto in Montevideos Altstadt

Bereits bei unserem ersten Weg durch das Barrio ist uns das Gebäude direkt hinter dem Mercado del Puerto aufgefallen. Das “Peatonal Pérez Castellano” wurde erst 1982 erbaut und macht architektonisch einen brachialen Eindruck. Es wirkt sehr futuristisch und könnte einer Atlantropa-Phantasie entsprungen sein. Das riesige Gebäude wird vom Militär (Marine) genutzt.

Die Rambla von Montevideo

Als wir an der Rambla (der Küstenstraße) ankamen, trafen wir auch endlich auf Einheimische. Auf ziemlich viele sogar, und uns wurde klar, wie man hier so gewöhnlich einen Sonntag verbringt. Man ist an den Docks oder am Strand. Man hat Spaß mit der Familie oder angelt in aller Ruhe im Atlantik. Wir zogen auch an etlichen fußballspielenden Jugendlichen vorbei und sahen viele Leute, die einfach in der Sonne dösten. Die Stadt machte einen total entspannten Eindruck, und niemand lies sich von zwei Touristen wie uns stören.

Fussball an einem Sonntag in der Altstadt von Montevideo nahe des Hafen

Nicht ohne meinen Mate

Bereits gestern ist uns die extrem hohe Zahl an Matetee-Trinkern aufgefallen. Diese Angewohnheit konnten wir natürlich bereits in Buenos Aires beobachten, aber in Montevideo scheint der Mate noch viel beliebter zu sein.

Angeln, Matetee und Entspannen an einem Sonntag an den Dock in Montevideo

Überall laufen Menschen mit ihrer bis zum Rand mit Mate gefüllten Kalebasse durch die Stadt. Dazu klemmt unterm Arm immer eine Thermosflasche mit heißem Wasser. Ob jung ob alt, ob reich oder arm: Alle trinken Mate, und das immer und überall.

Mit Kalebasse und Mate an den Docks in Montevideo

Später erfuhren wir, dass sich die Argentinier über diese Marotte lustig machen. So spotten diese über den bereits am Körper der Uruguayer angewachsenen Arm mit Thermosflasche. Es ist auf jeden Fall sehr auffällig und gehört zum Stadtbild wie die vielen Oldtimer, die auf den Straßen von Montevideo zu sehen sind. Hier findet man alle alten Marken, die man in Europa oder Amerika längst vergessen hat, sogar Marken aus dem ehemaligen Ostblock (z.B. Lada, Moskwitsch etc.) Die Autos werden aber sicher nicht aus Liebhaberei gefahren sondern wohl eher aus Armut, und weil man noch so viel selbst an dem Auto reparieren kann.

Oldtimer gibt es in Montevideo viele

Rambla und kein Ende

Nachdem wir, nach einigen Kilometern, merkten, dass die Rambla etwas zu lang für unsere Füße war, und auch die Sonne ziemlich stark vom Himmel strahlte, sind wir bei der nächstbesten Gelegenheit in eine Straße in Richtung Av. 18 de Julio marschiert.

Pferd und Wagen unweit des Zentrums von Montevideo

Zum Glück gab es dort geöffnete Restaurants, und so haben wir erst einmal was gegessen und getrunken. Wir haben mal die Frankfurter Würstchen mit Brötchen im Käsemantel probiert, die wir schon auf anderen Karten gesehen hatten. Die waren auch ziemlich gut. Nach unserer kleinen Stärkung sind wir wieder runter an die Rambla und sind dabei über den Zentralfriedhof (Cementerio Central) gestolpert. Den haben wir uns bei der Gelegenheit auch gleich mal angesehen. Mit der mondänen Extravaganz eines Cementerio de la Recoleta in Buenos Aires kann man diesen Friedhof sicher nicht vergleichen, aber ein Spaziergang über das Areal lohnt sich trotzdem. Auch hier trifft man auf etliche Katzen, die aber eher einen unterernährten Eindruck machten.

Kleine Katze auf dem Cementerio Central in Montevideo

Interessant waren u.a. auch die vielen Warnschilder gegen Mosquitos, die Dengue-Fieber übertragen. Die Friedhofsbesucher wurden angewiesen, abgestandenes Blumenwasser auszuschütten, um den Mücken keine Brutplätze zu bieten.

Playa Ramírez und nicht weiter

Nach weiteren Kilometern entlang der Küstenstraße nahmen die Docks so langsam ein Ende, und der erste Strand kam endlich näher und näher. Wie haben die Entfernungen ein wenig unterschätzt. Wenn ich nochmal diesen Weg zurücklegen sollte würde ich ein Fahrrad mieten. Zu Fuß ist es wirklich zu weit. Am ersten Strand (Playa Ramírez) angekommen sahen wir nur einige Leute im Wasser.

Die Playa Ram�rez Ende März in Montevideo

Ich denke, für die Einheimischen ist es bereits zu “kalt” zum Baden. Wir wissen es nicht. Wir beschlossen jedenfalls, nicht auch noch zu den anderen Stränden zu laufen, da dies wahrscheinlich weitere Stunden gedauert hätte. So sind wir einfach in den angrenzenden Parque Rodó gelaufen.

Sonntags im Parque Rodó in Montevideo

Die Grünanlage war voller Menschen, die das Wetter und den Sonntag genossen. An den Park grenzte ein ziemlich großer Freiluftmarkt, über den wir allerdings nicht geschlendert sind. Wir wollten so langsam wieder in Richtung Altstadt zurück. Also haben wir uns auf der Karte den Weg dorthin gesucht und sind los gelaufen. Entlang der Haupt- und Nebenstraßen haben wir mehr und mehr von Montevideo entdeckt. Dabei wechselte sich das Niveau mit recht “normal” bis ziemlich heruntergekommen ab. Man kann es auch schlecht beschreiben. Ich glaube, dass “heruntergekommen” für uns Europäer etwas ganz anderes bedeutet als für viele Südamerikaner. Es ist alles eine Frage des Standpunktes, der Herkunft und was man so gewohnt ist. Im Vergleich zu Buenos Aires machte die Stadt allerdings einen wesentlich heruntergekommeneren Eindruck.

XXVI Festival Cinematográfico Internacional del Uruguay

Nachdem wir wieder die Av. 18 de Julio erreicht hatten, sind wir am Kino “Cinemateca 18” vorbei gelaufen und haben gesehen, dass es tatsächlich geöffnet hatte. Es war bereits kurz vor 17 Uhr, und so sind wir einfach mal rein. Die freundliche Frau erklärte uns auf Spanisch, dass heute der letzte Tag des hiesigen Filmfestivals sei und wir gleich jetzt drei Kurzfilme zum Thema “Indisches Kino” sehen könnten. Mit dem Kauf eines Tickets, könnten wir auch alle Filme des heutigen Tages schauen, wenn wir wollten. So sollte um 19:15 ein deutscher Film gezeigt werden. Da uns eh schon alles vom langen Laufen wehtat, wäre in einem klimatisiertem Kino sitzen eine echte Alternative; zumal die Aktivitäten an einem Sonntag in Montevideo recht begrenzt sind. Also haben wir zwei Tickets gekauft und haben uns in den Saal gesetzt. Nur Augenblicke später startete bereits der erste Kurzfilm “Salim Baba”, in dem ein Mann aus Indien porträtiert wurde, der mit einer uralten Kinomaschine in der indischen Provinz unterwegs war. Gleich im Anschluss erhielten wir in “Cuerpo de Bollywood” eine Einführung in die Milliardenschwere Bollywood-Industrie und lernten deren Besonderheiten und Stars kennen. Nach diesem Film haben wir erstmal wieder das Kino verlassen, um vor dem deutschen Film noch etwas zu essen. Uns knurrte beiden der Magen. In dem Restaurant wurden wir von “Rudi Carell” oder dessen Bruder bedient. Wenn ich nicht wüsste, dass er bereits verstorben ist, würde ich behaupten, dass er in Montevideo kellnert. Die Ähnlichkeit war sehr frappierend und der Service tadellos.

Capri, you love?

Zurück im Kino freuten wir uns auf den Start des in Spanisch synchronisierten deutschen Films mit Untertiteln, in dem so herrlich abgetakelten uruguayischen Kino. Gegen 19:15 kam ein Mann in den Saal und bat um Geduld, da es irgendwelche Probleme gäbe. Das Kino war übrigens ziemlich gut besucht, aber nicht voll. Es waren bemerkenswert viele alten Menschen anwesend. Der hohe Altersdurchschnitt fiel uns bereits bei den Kurzfilmen um 17 Uhr auf. Kino scheint hier besonders bei den Alten gut anzukommen.

Kino Cinemateca18 in Montevideo beim Film “Capri, you love?”

Nach weiteren 5 Minuten kam der Mann noch mal in den Saal und sagte, dass der Film nun doch in deutscher Sprache gezeigt werden müsse, aber mit englischen Untertiteln. Ein riesengrosses Raunen ging durch den Saal, und wir dachten die Alten rotten sich nun zu einer Demo zusammen oder schlagen das Kino kurz und klein. Nein, Spaß beiseite. Viele verließen daraufhin verärgert das Kino, und so war der Film nicht mehr so gut besucht. Was soll ich sagen, der Film war ziemlich dröge und die, die gegangen sind, haben nicht viel verpasst. Selbst in deutscher Sprache habe ich “Capri, you love” nicht wirklich verstanden. Aber es gab schöne Bilder von Capri.

Menschen tanzen Tango auf der Plaza Fabini in Montevideo

Nach dem Film sind wir gemächlich zurück zum Hostel geschlendert und haben noch eine Weile den tangotanzenden Menschen an der “Plaza Fabini” zu geschaut. Auch hier wird also abends und nachts Tango getanzt. Nach diesen vielen Eindrücken und noch mehr Kilometern sind wir zufrieden ins Bett gefallen.

Coole Typo an einem Gebäude im Zentrum von Montevideo

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Weiterfahrt nach Montevideo, UY

März 29, 2008 · No Comments

Am Morgen beschlossen wir, gleich weiter in die Hauptstadt Uruguays zu fahren. Die Möglichkeiten in Colonia waren für uns begrenzt und die Besichtigungen der sehenswerten Altstadt an einem Tag erledigt. Auch ist es im Vergleich zu Buenos Aires recht teuer und erreicht das Berliner Preisniveau. Colonia ist super zum Auspannen vom urbanen Chaos der Großstädte Buenos Aires oder Montevideo. Wer Colonia allerdings nicht gesehen hat wird auch weiterleben.

Am Strand in Colonia mit unserem neuen Freund “Blacky”

Am besten, man zeltet dort mal oder mietet ein Fahrrad/Mofa für einen Ausflug in die nähere Umgebung. In Colonia verläuft alles ruhig und gemächlich. Die Autos fahren langsam und bleiben an jedem Zebrastreifen stehen, wenn man die Straße überqueren möchte. So kann man in Uruguay die Straßen supersicher überqueren. Überall fahren Touristen und Einheimische gemütlich mit ihren Motocicleta ohne Helm und oft vollbepackt durch die Gegend.

Freie Fahrt für freie Bürger in Colonia del Sacramento in Uruguay

Freie Fahrt für freie Bürger in Colonia del Sacramento in Uruguay

In Buenos Aires ist das nicht der Fall. Das Überqueren der Straße ist oft mit gewissen Risiken verbunden, da der Verkehr wirklich höllisch ist. Eine unserer Mitbewohnerin erzählte kürzlich, dass sie neulich einen schlimmen Unfall zwischen einem Colectivo und einem Fußgänger beobachtet hat, bei dem der Fußgänger starb, und dass dies keine Seltenheit hier sei. Wie auch immer.

Montevideo: Wir kommen!

Uns zog es zurück ins urbane Leben. Also auf nach Montevideo. Wir waren sehr gespannt auf diese Stadt. So haben wir um 11 Uhr ausgecheckt und den Linienbus der Busgesellschaft COT für 13 Uhr gebucht. Das Ticket kam auf 8 US$ pro Person und die Fahrt sollte 2 Stunden dauern. Tatsächlich dauerte sie aber etwas mehr als 2,5 Stunden. Bevor nun der Bus abfuhr, hatten wir noch etwas Zeit, und so entspannten wir noch einmal an einem gemütlichen Örtchen direkt am Wasser.

Uruguayische Fahne auf einem Haus in Montevideo

Pünktlich um 13 Uhr fuhr der Bus, und die Fahrt ging entlang der Küstenlinie, ohne jedoch den Fluss bzw. den Atlantik zu sehen. Die Gegend, durch die wir fuhren, war leicht hügelig und stark landwirtschaftlich geprägt. Wir fuhren an einigen Bauerhöfen oder Weideland und kleineren Ortschaften vorbei. Das Land war grün und erinnerte irgendwie ans Burgund in Frankreich. Der Bus hielt zwischendrin in einigen Dörfern und sammelte weitere Passagiere auf bzw. entließ andere an ihrem Ankunftsort. Die Straßen waren teilweise etwas buckelig, aber der Bus war gut gefedert. Als wir Montevideo näher kamen, änderte sich die Aussicht schlagartig. Links und rechts tauchten plötzlich Favela-artige Siedlungen auf. Ziemlich kaputte Häuschen mit ganz viel Müll ringsum, und zwischendrin sah man Wäsche, die zum Trocknen aufgehangen war. Ein sehr skurriles Bild. Was würde uns wohl in Montevideo erwarten?

Ankunft am Busbahnhof in Montevideo

Der Bus machte in Montevideo noch einige Zwischenhalte bis er endlich die Endstation im Busbahnhof in Tres Cruces erreichte. Dort war ähnlich viel los wie in demjenigen von Retiro in Buenos Aires. In dem Busbahnhof gab es zum Glück eine touristische Information, in der wir uns erstmal eine Karte besorgt haben. Ohne Lageplan wären wir auch ziemlich aufgeschmissen gewesen.

Typische_Straßenbeschilderung_abseits der Touristengegenden in Montevideo Uruguay

Nicht jede Straße verriet sofort ihren Namen und so musste man teilweise ganz schön danach suchen. Nachdem wir uns einen Überblick verschafft hatten, sind wir in Richtung Stadtzentrum gelaufen. Wir hatten vor, im Hostel “El Viajero” zu nächtigen, da uns das Schwester-Hostel in Colonia schon sehr gut gefallen hatte. Also sind wir den ganzen, langen Weg die Av. 18 de Julio in Richtung Altstadt gelaufen. Dadurch bekamen wir bereits einen ersten Eindruck von der Stadt, und links und rechts der Straße türmte sich ein monumentales Gebäude nach dem nächsten vor uns auf. Ein total krasser Eindruck. Hinzu kam auch hier, dass die meisten Bauten ihre Blüte bereits lange hinter sich hatten oder so aussahen als wurden sie nie fertig gestellt.

Eines der vielen unfertigen Bauten in Montevideo Uruguay

In Montevideo spürt man irgendwie auch, das Brasilien sehr nah ist. Die Mischung der Leute in der Stadt ist eine ganz andere als in Buenos Aires. Nach gut 1h Fußweg fanden wir dann auch das gesuchte Hostel in der Av. Ituzaingó 1436, wie es in dem Flyer stand. Leider gab es dort kein Doppelzimmer mehr. Uns wurde allerdings ein anderes Hostel gleich um die Ecke per Telefon vermittelt. Ein kurzer Anruf vom Portier und wir hatten ein Zimmer im Hostel “Che Lagarto“. Also sind wir dort hin und haben das Doppelzimmer gemietet. Das Zimmer war ziemlich schlicht, mit sehr hohen Decken und dem Charme eines Krankenhauszimmers der 1940er Jahre. Ein Bett, ein Holzregal, zwei Nachttischchen und ein Waschbecken, und natürlich das separate Bad mit Toilette und Dusche. Alles pikobello. Zusätzlich gab es einen großartigen Balkon mit Ausblick auf den wohl wichtigsten Platz in Montevideo, der Plaza Independencia, wie sich später noch herausstellen sollte.

Ein Aspekt der Architektur am Plaza Independencia Montevideo in Uruguay

Ciudad Vieja

Nachdem wir die Sachen abgeladen hatten, sind wir die Umgebung erkunden gegangen. Dabei sind wir einfach mal planlos in die Ciudad Vieja (Altstadt) gelaufen. Dort war es erstaunlich ruhig und nur ganz wenige Geschäfte hatten (noch?) offen. Entlang der Av. Sarandi verkauften einige Straßenhändler ihr Kunsthandwerk. So konnte man dort allerhand Schmuck, Bilder, Kalebassen, Bombillas, Trödel und vieles mehr erwerben.

Typischer Imbiss in Montevideo Uruguay

Sofort aufgefallen sind uns die “Policía Turistica” mit ihren gelben Westen. In der ganzen Altstadt traf man sie, und so konnten wir bereits ahnen, dass dieses Viertel wohl auch nur tagsüber “sicher” ist. Wie sind dann irgendwann rechts in die Av. Perez Castellanos gebogen und zum Hafen geschlendert. Die Altstadt liegt wirklich herrlich auf einem kleinen Hügel, und wenn man gut steht, kann man links, rechts und geradeaus den Atlantik sehen. Wunderschön! Dort unten wurde es dann noch mal richtig touristisch rund um dem alten “Mercado del Puerto”. Auch hier überall Polizei zum Schutz der Touristen. Das fühlte sich irgendwie komisch an, weil man so sofort wusste, dass es hier nicht wirklich sicher ist. Auf dem Rückweg haben wir Halt bei einer Bank gemacht, um etwas Geld abzuheben, und sind dann bei McDonald’s eingekehrt, um was zu essen (Es hatte ringsum nichts weiter offen und wir waren hungrig! ;-) ) Wir hatten danach auch noch einen Kaffee im McCafé, der übrigens gar nicht schlecht war. Danach sind wir zurück ins Hostel. Dort haben wir erstmal den Portier gefragt, wo wir uns denn nachts als Touristen aufhalten können. Dieser zückte daraufhin einen Stift und zeichnete ein paar Grenzen in unsere Karte. Von der relativ großen Altstadt blieb für uns Touristen nicht mehr viel übrig, und das war etwas schockierend. Er meinte aber auch, dass alles, was für uns nachts von Interesse wäre, direkt in unmittelbarer Nähe des Hostels läge, also das Kneipen- und Ausgehviertel. Wir haben uns erstmal aufs Ohr gelegt und geschlafen.

Saturday Night @Plaza Independencia

So gegen 23 Uhr erwachte der Platz vor unserem Hostel mehr und mehr zum Leben. Plötzlich waren überall junge Menschen, die sich wohl ins Nachleben stürzen wollten. Man traf sich draußen und trank lautstark Bier zusammen. Das Treiben erreichte erst spät in der Nacht seinen Höhepunkt. Wir sind gegen 1 Uhr noch mal raus und haben uns das Treiben aus der Nähe angesehen. Die Leute die dort unterwegs waren, waren teilweise noch sehr jung also um die 15, 16 oder 17. Ältere waren nur in den Bars auszumachen. Entsprechend laut und prollig ging es überall draußen zur Sache. Das war nicht wirklich spannend und auch nicht “unser Ding”. Wir sind dann weiter durch die Straßen geschlendert und haben uns in einem Cafe/Restaurant am Plaza Zabala niedergelassen, um noch eine Kleinigkeit zu essen. Das Essen war zweckmäßig aber nicht lecker und auch hier preislich deutlich über Buenos Aires, aber unter Colonia. Danach sind wir zurück ins Hostel gelaufen, und auf dem Weg dorthin haben wir eine Gruppe Jugendlicher gesehen, die Capoeira, diesen kampfsportartigen Tanz, auf der Straße performten. Sehr interessant aber nicht mehr spannend genug, um sich die Nacht weiter auf der Straße um die Ohren zu schlagen. So sind wir ziemlich müde und erledigt im Hostel angekommen und bei dem Krach draußen auch ziemlich schnell weggeratzt.

Oft gesehene Transporte in Montevideo Uruguay

Uralt Autos auf den Strassen von Montevideo Uruguay

Mann beim Fensterstreichen im Palacio Salvo in Montevideo Uruguay

Der Palacio Salvo am Plaza Independencia in Montevideo Uruguay

Putzen für die Touristen im Zentrum von Montevideo Uruguay

Categories: Reise
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Simyo funktioniert in Uruguay nicht

März 29, 2008 · No Comments

Mobiltelefonieren im Ausland mit der Simyo GmbH (eine Tochter von EPlus) funktioniert in Uruguay aus eigenen Erfahrungen überhaupt nicht. Nach kurzer Recherche fand sich auch der Grund dafür. Simyo hat in diesem Land noch keinen Partner. So kann das Handy in Uruguay nur als Notrufhandy benutzt werden. Für Lateinamerika ist Simyo keine besonders gute Wahl aber von einem Discounter war dies auch nicht anders zu erwarten. So kann man in Argentinien nur SMS versenden und Gespräche annehmen aber nicht telefonieren. Außerdem braucht es oft mehrere Anläufe bis eine SMS erfolgreich verschickt werden kann aber es funktioniert wenigstens. Mehr Infos zum Roaming von Simyo gibts hier.

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Wir sind zurück aus Uruguay…

März 28, 2008 · No Comments

… mit vielen tollen Eindrücken und schönen Erlebnissen. Seit Montagabend [31.03.08] sind wir wieder in Buenos Aires.

Nachdem wir uns am Freitag gen Uruguay aufgemacht haben, ist viel passiert. Unsere erste Station sollte Colonia del Sacramento auf der anderen Seite des Río de la Plata sein. Wir haben die erste Fähre dorthin genommen und konnten San Telmo so mal in aller Frühe erleben. Ein sehr schöner Eindruck. Die Straßen sind noch leer, der ganze Müll und Dreck des Vortages ist verschwunden, und man sieht vereinzelt Leute, die die Straße vor Ihrem Haus oder Laden mit dem Wasserschlauch reinigen. Nur die Bäcker haben bereits geöffnet, und der süße Duft der Verführung zieht durch die Straßen und Gassen. Wir konnten nicht sehr lange widerstehen und haben bei einem Bäcker ein paar Medialunas und andere Leckereien gekauft.

Buquebus

Eigentlich wollten wir mit der Subte bis “Lavalle” fahren und den Rest zur Fährstation laufen, aber irgendwie ging da was schief. :-) So haben wir kurzerhand umdisponiert und sind gleich bis Puerto Madero gelaufen und wollten dort dann in die Tram steigen, Station “Independencia”.

Die “Puente de la Mujer” in Puerto Madero in Buenos Aires

Die Bahn stand auch schon da. Super. Fahrplan? Fehlanzeige. Der Fahrer zeigte uns jedoch durch die Scheibe zwei Hände mit 8 Fingern. Die Bahn würde also erst ab 8 Uhr fahren. Also blieb uns nichts anderes übrig, als zu laufen, den ganzen Weg entlang der Hafenbecken bis zum letzten. Die Fähre sollte gegen 8:30 ablegen, und so wäre Auf-die-Tram-warten knapp geworden. Man hat uns geraten, ca. 1h vorher da zu sein, zwecks Check-in und so weiter. Immerhin geht es ins Ausland. Nachdem wir nach ca. 30 Minuten am letzten Hafenbecken waren, kam “plötzlich” die Frage auf, wo eigentlich ganz genau das Terminal ist. Nun, eigentlich einfach der Straße “Cecilia Grierson” hoch in Richtung Wasser folgen, also unweit vom Buquebus-Gebäude in der Av. Antartida Argentina. Vor Ort ist es wirklich schlecht ausgeschildert, aber die kleine Informationsbroschüre der Reisegesellschaft gab einen guten Anhaltspunkt. Der Straße einfach zu folgen, war eine gute Idee, und so fanden wir nach weiteren 5 Minuten Fußweg den Schiffsableger.

Aufnahme aus der SeaCat Schnellfähre in Puerto Madero in Buenos Aires

Die Schnellfähre (1h anstatt 3h) nach Colonia wird nicht direkt von Buquebus sondern von SeaCat Colonia angeboten. Das sollte uns aber egal sein. Endlich im Check-in Terminal, haben wir mit den Tickets eingecheckt. Das lief alles schnell und easy. Danach mussten wir durch eine ziemlich lasche (und irgendwie überflüssige) Sicherheitskontrolle. Der Metalldetektor piepste bei jedem zweiten Passagier und nachkontrolliert wurde nicht. Ist auch besser so. Das nervt ja bereits an Flughäfen so ab und bringt so gut wie keine Sicherheit, nur “gefühlte”. Mit den bereits ausgefüllten Ausreisepapieren, die wir beim Check-in erhalten hatten, sind wir dann zur “Migration”. Da wir offiziell das Land wieder verlassen, haben sie uns dort ein paar Stempel für unsere Stempelsammlung in die Reisepässe reingedrückt, und das war’s dann auch schon. Da es grad kurz nach 8 Uhr, war haben wir noch einen Kaffee im Wartesaal getrunken und die mitgebrachten Medialunas verspeist. Dann ging es auch schon los.

Ankunft in Colonia, UY

Die Fahrt dauerte nur ca. eine Stunde. In Uruguay angekommen, mussten wir dann noch mal durch die Immigration, wo uns ein älterer Grenzbeamter fragte ob wir «Pack» hätten. Pack? Pax? Pak? Was meint der nur? Er wiederholte es noch mehrmals aber wurde nicht konkreter. Man hätte alles Mögliche verstehen können aber Pack machte am meisten Sinn, da wohl das Gepäck gemeint war. Eigentlich meinte er unsere Rucksäcke (Backpack), aber mehr als diese hatten wir nicht dabei, und so wurden wir durchgewunken, ohne zusätzliche Zollkontrolle und Taschenröntgen. So, endlich in Uruguay! Das Land empfing uns mit herrlichem Wetter und Sonne pur - fantastisch. Der Río de la Plata schimmerte silberbraun in der Sonne und lag wie ein Meer vor uns.

Der “Silberfluss” R�o de la Plata in Colonia Uruguay

Wasserturm am R�o de la Plata in Colonia del Sacramento in Uruguay

Wir sind erst mal drauflos gelaufen, denn viel falsch machen kann man im kleinen Colonia nicht. Ziemlich schnell fanden wir auch das Hostel “El Viajero“, das wir uns am Abend zuvor im Internet rausgesucht hatten. Vor Ort haben wir dann nach einem Zimmer gefragt und hatten auf Anhieb Glück, Doppelzimmer mit TV im obersten Stock. Na dann, Sachen ins Zimmer und ab in die Stadt.

Unser Zimmer im Hostel “El Viajero” in Colonia del Sacramento in Uruguay

Uruguay Pesos

Für Aktivitäten in der Stadt brauchten wir auf jeden Fall erst einmal ein paar uruguayische Pesos. Dazu kann man argentinische Pesos in Wechselstuben tauschen, oder man hebt an einer Bank die entsprechende Menge ab. Auf der Av. Gral Flores fanden wir schließlich eine Bank, die einen Automaten hatte. Wir hatten beim Schlendern bereits gesehen, dass die meisten Preise hier 3-stellig waren, d.h. mehr als 100 $U kosteten.

3000 Uruguanische Pesos aus einem Automaten in Colonia del Sacramento, Uruguay

Da wir noch kein Gefühl für diese Währung hatten, hob ich erstmal nur 3000 $U (ca. EUR 100) ab. Wie sich später rausstellen sollte, reichte das Geld für einen Tag.

Barrio Histórico

Colonia ist die älteste Stadt Uruguays und ein ziemlich übersichtliches, verschlafenes Örtchen, dessen Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Wir haben uns gleich mal einen ersten Eindruck von der Altstadt verschafft, die nur einen Steinwurf vom Hostel entfernt ist. Das Barrio Histórico präsentiert sich verschlafen bis romantisch. Ein ziemlich schönes Ambiente, um ganz entspannt zu schlendern und zu entspannen.

Herbstrauschen in Colonia del Sacramento in Uruguay

Die Häuser sind alt und teilweise recht gut erhalten. Es gibt einen Hauptplatz (Plaza Mayor), einen Leuchtturm und ein paar Ruinen und Straßen, die so herrlich grob und holprig sind, dass man sich wohl hier mit High-Heals alle Knochen brechen würde. Selbst Flip-Flops sind hier schon riskant. Die Via Appia in Rom ist glatt dagegen. An einem schönen Punkt am Wasser haben wir uns auf Schiefersteinen ausgeruht und sind dem Rauschen des Flusses gefolgt. Das war die perfekte Raststelle, um zu entspannen. Nach einer Weile sind wir weitergezogen und haben uns wenig später in einem der zahlreichen Restaurants niedergelassen. Dort hatten wir Mittag mit anschließendem Kaffee, der nur mit Milch genießbar war. Ziemlich gruseliger Abgang, aber der “Meerblick” und das Essen davor sowie die total freundliche Bedienung waren es wert. Die Rechnung belief sich auf etwas über 1.500 $U, und so war schon die Hälfte des grad abgehobenen Geldes fort. Am Plaza Mayor haben wir dann die Eintrittskarte für die “Museo Colonienses” Colonia gekauft, mit der man sieben Museen besuchen kann. Das Museo Español war allerdings geschlossen und so waren es nur noch sechs. Der Leuchturm (Faro) gehörte erst gar nicht dazu und musste extra bezahlt werden.

Leuchturm in Colonia del Sacramento in Uruguay

Schiffe im Hafen von Colonia del Sacramento in Uruguay

Wir haben uns nur das Museo Municipal und das Casa Nacarello angesehen. Das Museo Municipal ist ein typisches, kleines Naturkundemuseum mit allerlei Exponaten. Besonders die präparierten Tiere waren sehenswert. Das Casa Nacarello ist gleich nebenan und ist ein originalgetreu restauriertes, portugiesisches Haus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Nach der kleinen Geschichtstour sind wir zurück ins Hostel und haben zünftig Siesta gehalten. Die Nacht zuvor war doch sehr kurz.

Vamos a la Playa

Gegen halb 5 sind wir noch mal raus in die Stadt und haben die Strände erkundet. Dort waren wir fast allein. Vereinzelt ein Angler oder jemand mit Hund, aber sonst war an den Stränden nicht viel los. Im Gegensatz zu den Stränden in Buenos Aires war hier auch (fast) alles sauber.

Playa El Alamo in Colonia del Sacramento in Uruguay

Wir sind einfach von Strand zu Strand gelaufen, die sich doch einige Kilometer hinzogen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit sind wir dann auf der Av. Costanera zurück in Richtung Stadtzentrum gelaufen. Als es bereits dunkel war, sind wir schließlich in der Altstadt von Colonia etwas essen gegangen. Witzig: Die Karte des Restaurants (http://www.sacramentorestaurante.com) hatte genau das gleiche im Menü wie dasjenige, wo wir mittags waren. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Der sehr junge Kellner hatte offensichtlich seinen ersten Tag oder half der Tante, der das Restaurant gehörte, in den Ferien aus. Und später gab es eine ziemlich sehnsüchtige, melancholische Gesangseinlage eines örtlichen Sängers. Ziemlich gut, aber fast zu viel. Es passte aber alles herrlich zu diesem Örtchen und der altertümlichen Umgebung. Colonia weiß, wie es sich präsentieren und vermarkten muss. Für die Einlage fanden wir dann ungefragt einen zusätzlichen Posten “Derecho Show” für den Sänger in Höhe von 40 $U (etwa 1,50 Euro) auf der Rechnung. Auf dem Heimweg sind wir noch mal durch die zauberhafte Altstadt gegangen in der keine Menschenseele mehr unterwegs war.

Die “Calle de los Suspiros” in Colonia del Sacramento in Uruguay

Die “Calle de los Suspiros” in Colonia del Sacramento in Uruguay bei Nacht

Zurück im Hostel haben wir uns vom Spanischen Fernsehen berieseln lassen und eine Dokumentation über ein Wolkenkratzerprojekt in Dubai gesehen. Lange ging das allerdings nicht, da wir ziemlich müde und geschafft waren, und so sind wir wenig später eingeschlafen.

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Uruguay wir kommen

März 27, 2008 · No Comments

Wir haben uns heute Tickets für Uruguay besorgt und werden morgen ganz früh mit dem Speedboat nach Colonia del Sacramento jetten. Die Tickets kann man bei Buquebus für sagenhafte 105,50 AR$ (etwa 21 Euro) pro Person und Richtung kaufen. Wir werden dann dort nächtigen und mit dem Bus weiter nach Montevideo reisen. Das heißt, ich werde die nächsten Tage nicht bloggen. Wir wissen auch noch nicht genau, wann wir wieder in Buenos Aires sind. Ich denke Montag, Dienstag oder Mittwoch.

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