Te quiero, Buenos Aires

Nach einer sehr kurzen und unruhigen Nacht bin ich heute ziemlich unwillig um 7:38 Uhr aufgestanden. Weil es die letzte Nacht war, durfte die schwarze Miez ausnahmsweise an meinem Fußende schlafen. Die Katze hat die halbe Nacht gebettelt und erst Ruhe gegeben als sie bei uns schlafen durfte. Ich glaube sie mochte uns. *miau*

Die schwarze Katze in der Casa Peru

Abreisetag

Heute um 12:20 geht unser Flieger zurück nach Europa. Gepackt hatten wir bereits am Abend zuvor, aber ein paar Sachen waren noch immer nicht verstaut. Auch wollten wir noch mal duschen bevor wir über 24 Stunden unterwegs sein würden. Der Abschied von Buenos Aires fiel mir nicht leicht und so verspürte ich bereits so eine gewisse Melancholie. Argentinien, insbesondere Buenos Aires, hatte sich uns auf eine zauberhafte Art und Weise präsentiert, dass wir die Stadt einfach lieben mussten. Mit Buenos Aires ist es wie mit Berlin. Entweder man hasst die Stadt oder man liebt sie.

Nach dem Duschen und dem Zusammenkramen der letzten Sachen hat L. ein Remise-Taxi bestellt. Das ging natürlich nicht auf Englisch, aber irgendwie versteht man sich schon, wenn man will. Die Frau am Telefon meinte, die Fahrt würde 67 Pesos + Mautgebühr (=75 Pesos) betragen und das Taxi wäre in etwa 10 Minuten da. So haben wir noch ein paar Fotos von der Casa Peru gemacht und die frisch geholten Medialunas gegessen; die werden wir auf jeden Fall auch vermissen. Als das Taxi kam ging alles recht schnell: Sachen ins Auto, einsteigen und los. San Telmo war noch ganz verschlafen und es gab kaum Verkehr. Die Fahrt zum Flughafen Ezeiza dauerte so auch nur knapp 40 Minuten und um 9:20 waren wir bereits am Terminal A.

Flughafen Ministrini Pestrano Ezeiza

Beim Einchecken verlief alles unkompliziert und da wir noch viel Zeit hatten haben wir uns in ein Café in der oberen Ebene gesetzt. Dort hatte ich den wohl teuersten Kaffee in ganz Buenos Aires. Wir hatten einen Cappuccino Italiano für 18 Peso und einen Café con Leche für 9 Pesos und 4 Medialunas. Wenigstens war der Kaffee ganz gut und so saßen wir ziemlich still in dem Café rum und schlugen Zeit tot. Gegen 10:30 sind wir dann mal Richtung Gate 4 aufgebrochen. Wir stellten uns an einer Reihe an und als wir dran waren erklärte uns ein Kontrolleur, dass er uns nicht durch lassen könne. Da wir ihn nicht verstanden, waren wir etwas verwirrt und dachten, dass wir vielleicht am falschen Durchgang sind oder so. Ein Amerikaner hinter uns meinte dann allerdings, dass wir noch eine Steuer zahlen müssten. Ich fragte, wofür? Er wusste es auch nicht so genau, aber so sei das eben hier. Der Stand war gleich neben an und dort sind wir einfach so noch mal 18 US$ pro Person losgeworden. Eigentlich ein Unding, aber in Argentinien darf einen sowas nicht wundern. Für Inlandsflüge beträgt die Gebühr 8 US$. Die Flughafensteuer hatten wir ja eigentlich bereits mit unseren Flugtickets bezahlt, aber wenn es um Steuern geht, sind die Argentinier so erfinderisch wie die Deutschen. Nun ja, nachdem wir nun einen Aufkleber für unsere Tickets gekauft hatten, konnten wir auch problemlos passieren. Es ist auch unglaublich wie englischresistent die Argentinier selbst an einer so internationalen Umgebung wie Flughäfen sind.

Das Innere des Flughafens Ministrini Pestrano Ezeiza in Buenos Aires

Als nächstes mussten wir noch durch den Sicherheitscheck. Dieser verlief reibungslos. „Sicherheitscheck“ sieht in meinen Augen auch anders aus, aber ich finde das angenehm, weil es nicht so abnervt wie z.B. in Deutschland oder schlimmer noch in England oder den USA. Jetzt noch durch die Immigrationsbehörde und wir sind zum Abflug fertig, aber nicht bereit. Wenn ich ehrlich bin, wäre ich gern länger geblieben. Auch heute gab es wieder einen strahlendblauen Himmel und Temperaturen um die 29 Grad waren angekündigt. Am Schalter der Ausreisebehörde fragte mich die Beamtin, wo ich denn hinfliege, und ich sagte ihr nach Italien. Dann faselte sie noch irgendwas anderes, was ich nicht verstanden habe. Vielleicht war es eine Frage, aber die Antwort schien sie auch nicht sonderlich zu interessieren. Argentinien ist so ein unglaublich unorganisiertes Land, dass man sich manchmal nur wundern kann. Das Ganze ist mir jedoch unheimlich sympathisch und ich werde wiederkommen.

An Bord der Boeing-777/200

Das unangenehmste an der Reise nach Argentinien ist eindeutig der Flug. Das Fliegen an sich ist nicht wirklich „schlimm“, aber so gequetscht mit anderen auf kleinstem Raum und das bis aufs Gramm abgezählte Essen ist nicht wirklich eine gute Sache. Verglichen mit den Auswandererschiffen des letzten und vorletzten Jahrhunderts, ist das, was wir heute erleben jedoch ein wahrer Luxus. Der Start verlief problemlos und ich hatte diesmal den Fensterplatz. Scheinbar flogen wir mit derselben Maschine, mit der wir bereits zuvor hingeflogen waren, da immer noch die Kopfhörerbuchse defekt war. Ziemlich schade, denn so konnte ich keinen Film gucken. Die Zeit im Flieger totschlagen ist nicht so einfach. Schlafen geht, wenn überhaupt, nur schlecht und unkomfortabel, und die ganze Zeit lesen ist auch keine Lösung. Wenigstens konnte man kleinere Computerspiele direkt am Platz spielen, so z.B. Bowling oder Solitär etc.

Nette Gesellschaft

Auf dem Platz am Gang saß diesmal ein Deutscher. Ein Vater, der mit seiner ganzen Familie in der Finca des Schwiegervaters Urlaub gemacht hatte. Sie waren inzwischen das vierte Mal dort und der Mann pries das gute Wetter in Argentinien. Das konnte ich nur unterschrieben. Ein Traum in strahlendem blau!

Bei Tageslicht zu fliegen hat auch seinen Reiz. Nach ca. zwei Stunden konnte man die weißen Strände entlang der Küste Brasiliens sehen und sogar das azurblaue Wasser. Auch die Regenwälder konnte ich bei glasklarer Sicht sehen. Irgendwann sind wir dann in die bereits über Europa liegende Dunkelheit geflogen und die Sicht verschwand. Ein guter Zeitpunkt für ein kleines Nickerchen. Die letzten vier Stunden quält sich der Flug so dahin. Man hofft eigentlich nur noch, dass der Flieger bald ankommt. Der letzte Blick auf die Flight Map im letzten Stück über der Sahara zeigte 1111 km bis zum Ziel, das wir in 2h:13min erreichen würden. Na das sind doch mal gute Nachrichten.

Langer Aufenthalt in Rom

Um kurz vor 6 Uhr sind wir dann im „kalten“ Rom gelandet. Es waren gerade mal 11 Grad und noch ziemlich dunkel. Ziemlich kaputt sind wir aus dem Flieger raus und haben uns, aufgrund der langen Wartezeit, für einen Abstecher in die Stadt entschieden. Beim Rumsitzen auf dem Flughafen wären wir nur eingepennt. Bewegung, guter Kaffee und viel frische Luft waren einfach die bessere Alternative.

Ein silberner Fiat in einer Gasse in Italiens Hauptstadt Rom

Also haben wir uns ein Zugticket nach Roma Termini gekauft und sind in die ewige Stadt gefahren. Die Sonne war grad im Begriff aufzugehen und bot eine schöne Kulisse für die Fahrt. Nach ca. 40 Minuten sind wir in Termini angekommen. Der Bahnhof war ziemlich leer und die meisten Geschäfte waren geschlossen. Es war ja auch Sonntag und dazu noch sehr, sehr früh am morgen. L. versuchte eine Touristeninformation zu finden, die es auch irgendwo gab. Die Beschreibung, die uns die Frau vom Bahnschalter gegeben hatte, war aber allerdings alles andere als zielführend. Für alle Fälle haben wir uns dann anschließend in der Metro-Station eine kleine Karte für Rom gekauft. Also sind wir in die Linie A eingestiegen und bis zur Haltestelle „Spagna“ gefahren. Auf der Piazza di Spagna standen wir dann vor einer völlig leeren Spanischen Treppe, die ich so noch nie gesehen hatte. Ich kenne Rom nur mit Touristen und schon gar nicht so früh am morgen. Von dort sind wir erst mal in eine geöffnete Café-Bar gefallen und haben uns einen Kaffee gegönnt. Also der Kaffee ist in Rom wirklich überall gut und überhaupt kein Vergleich zu dem, was wir oft in Argentinien aufgetischt bekamen. Danach sind wir etwas gestärkt weiter durch die Stadt gezogen und haben die menschenleere Altstadt auf uns wirken lassen.

Die Piazza Navona in Rom am Morgen nach einer Wahlveranstaltung

Viele Plätze wirkten ohne Touristen so komplett anders als gewohnt. So ab 9 Uhr füllte sich die Stadt langsam und auch die Touristen eroberten das Straßenbild. An einem Zeitungskiosk haben wir ein paar Postkarten gekauft und sind ins nächste Café gegangen, das offen hatte. Dort haben wir uns ein wenig ausgeruht, uns mit Kaffee gedopt und die Postkarten beschrieben. Danach sind wir einfach so drauflos gelaufen, vorbei an den wichtigsten Plätzen der antiken Stadt. Rom ist so eine wunderschöne und beeindruckende Stadt aber leider waren wir viel zu geschafft, um das alles noch entsprechend zu würdigen.

Das Pantheon in Rom Anfang April

Dem Pantheon haben wir dann noch mal etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt, da es wohl das mit Abstand beeindruckenste Gebäude des alten Roms ist. In der Nähe des Kolosseums haben wir uns eine Kleinigkeit zu Essen gekauft und sind dann weiter durch die Stadt gelaufen um nicht einzuschlafen. Laufen, laufen, laufen… Gegen 15 Uhr waren wir zurück in Termini. Dort aßen wir noch ein wenig Pasta aber ich war eigentlich schon viel zu müde, um zu Essen. Da wir erst gegen 20 Uhr in Zürich landen würden, war essen keine so schlechte Idee. Zurück am Flughafen freuten wir uns auf den Flug, weil es eine gute Möglichkeit war, um ein bisschen zu schlafen. In Zürich warteten bereits die Eltern von L. auf uns. Was für ein Segen. Nach mehr als 30 Stunden waren wir total im Eimer und froh dass wir abgeholt wurden. Natürlich gab es wahnsinnig viel zu berichten und zu erzählen. Wir haben so viele schöne Eindrücke mitgebracht, die wir bisher nur schriftlich über diesen Blog übermitteln konnten. Und so haben wir noch die halbe Nacht damit zugebracht, von unserer Reise zu berichten.

Argentinien, wir sehen uns wieder. Versprochen!

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