Das Hostel in Montevideo

Nach drei Tagen und drei Nächten in Punta del Este ging es heute nach Montevideo. Die letzte Nacht war kurz und wir wachten spät auf. Eigentlich wollten wir bis 12 Uhr auschecken aber die freundliche Vermieterin gab uns bis 13 Uhr Zeit. Trotzdem verlief das Duschen, Packen und Frühstücken relativ hektisch. Ich glaube wir haben viel zu viel Zeugs bei. Das Packen gestaltete sich als mittelgroße, logistisch-mathematische Aufgabe. Unglaublich was so alles in einen Koffer passen kann, wenn es muss. Dann sind wir mit Sack und Pack zur nächsten Bushaltestelle losgetrottet, um den Combi ins Zentrum zu nehmen. Es war wieder unglaublich heiß. Gut, dass eine schöne Brise vom Atlantik her wehte.

Busterminal Principal in Punta del Este in Uruguay

Angekommen an der Haltestelle warteten wir eine ganze Weile bis endlich ein Bus vorbeikam. Und der war dann auch noch so voll, das wir grade so noch rein passten mit all dem Gepäck. Die Tür ging jedenfalls nicht mehr zu, aber das störte niemanden. Die Frau, die nach uns einstieg, musste auf der letzten Stufe stehen. So fuhren wir gepackt wie Ölsardinnen ins Stadtzentrum. Das Ein- und Aussteigen weiterer Fahrgäste war kaum noch möglich. Trotzdem blieben alle entspannt und freundlich. Als wir im Busbahnhof ankamen, kauften wir uns gleich ein Ticket für den COT-Bus. Wir haben pro Person 139 uruguayische Pesos (ca. 4,70 EUR) bezahlt. Der Bus fuhr auf direktem Weg nach Montevideo.

Ankunft in Montevideo

Die Busfahrt verging wie im Fluge. Wir sind um 14:15 Uhr in Punta del Este los und um 16:20 Uhr in Montevideo-Tres Cruces angekommen. Dort haben wir als erstes die Touristeninformation aufgesucht und uns ein Zimmer vermitteln lassen. Im “Che Lagarto“, indem ich letztes Jahr bereits geschlafen hatte, war dann auch noch ein Zimmer frei. Dieses Hostel liegt ideal: Genau zwischen Altstadt und dem Zentrum an der Plaza Independencia.

Plaza Independencia mit Palacio Salvo in Montevideo, Uruguay

Die Frau von der Information sagte uns, dass wir die Buslinien 21, 64, 187 dorthin nehmen können. Die 21 kam zuerst. Busfahren in Südamerika ist eine interessante Sache aber einen extra Kassierer für einen Linienbus kannte ich noch nicht. Dieser saß erhöht im Eingangsbereich und kassierte die Einsteigenden ab. Bei meinem ersten Besuch in Montevideo bin ich die ganze Strecke gelaufen, aber das war diesmal keine Option. Es war viel zu heiß und wir hatten die Koffer dabei. Nach ca. 15 Minuten erreichten wir auch schon die Plaza Independencia und stiegen direkt vor dem Hostel aus. Dort haben wir problemlos eingecheckt und sind gleich wieder raus in die Stadt. Diesmal aber ohne die lästigen Koffer.

Ciudad Vieja

Wir wollten zunächst die Altstadt erkunden. Unsere erste Station war das Teatro Solís, ein wunderschöner Bau im Stile des historischen Eklektizismus. Genau gegenüber kannte ich ein gutes Café, das Bacacay. Darauf hatten wir uns schon gefreut. In vier Tagen Uruguay hatten wir noch keinen einzigen guten Kaffee. Hier haben wir nun den ersten Café con Leche dieser Reise getrunken, der seinen Namen verdiente. Dazu gab es 2 Medialunas solas (ohne alles). Frisch gestärkt sind wir dann in die Avenida Rincón und haben versucht das Centro Cultural de España (CCE) zu besuchen, die machen jedoch gerade Sommerpause und haben erst im Februar wieder geöffnet. Also ging es weiter durch die Altstadt, vorbei an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten. Erwähnenswert sind die Fußgängerzone Avenida Sarandí und die Plätze Plaza Constitución (auch Plaza Matriz) und Plaza Zabala. Ich mag den morbiden Charme dieses Viertels sehr.

Teatro Solis in Montevideo in Uruguay

Die Altstadt ist zwar nicht sehr sicher aber so lange es noch hell ist, ist es wohl kein Problem, sich da aufzuhalten. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man die “Ciudad Vieja“ aber lieber meiden. Seit meinem letzten Besuch hat sich nicht viel geändert und so stehen immer noch die Polizisten zum Schutz der Touristen an fast jeder Ecke. Man kann jedoch eine rege Bautätigkeit feststellen, die darauf schließen lässt, dass die Stadt das Viertel nicht aufgeben will. Der Mercado del Puerto hatte leider bereits geschlossen. Und so sind wir zur Escollera Sarandí, ein Wellenbrecher in direkter Verlängerung der Avenida Sarandí, der weit in den Rio de la Plata ragt. Hier beginnt die kilometerlange Uferstraße, die Rambla, an der die Einheimischen ihre Freizeit verbringen. An vielen Stellen der Rambla Gran Bretaña haben die Leute trotz des felsigen Ufers gebadet. Anschließend haben wir noch den architektonischen Stilmix der Hauptstraße Avenida 18 de Julio im Stadtteil “Centro“ bestaunt. Diese Straße ist die quirlige und laute Lebensader Montevideos.

Rambla Francia in Montevideo, Uruguay

Auf dem Dach vom Hostel

Gegen 4 Uhr morgens sind wir dann noch auf das Dach unseres Hostels geklettert. Dort wollten wir Nachtaufnahmen von der Plaza Independencia machen. Der herrlich beleuchtete Platz eignet sich perfekt um HDR-Fotos zu machen. HDR (High Dynamic Range) ist ein Verfahren um den Kontrastumfang in Bildern zu erhöhen. Dort oben wehte ein ziemlich kräftiger, warmer Wind, der die Schwüle des Hostel-Zimmers vergessen ließ.

Montevideo vom Dach des Hostels Che Lagarto

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