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Einmal Kunst und dann zurück

Heute sind wir noch mal nach La Boca rein gelaufen, nachdem wir in San Telmo in der Perú 1086 eine große Portion Eis zum Frühstück hatten. In der Eisdiele gab es allerdings so viele leckere Sorten, dass eine Auswahl wirklich schwer fiel. Wer Eis mag, sollte der „Heladeria Dylan“ auf jeden Fall mal einen Besuch abstatten. Beim zweiten Mal fühlte sich La Boca übrigens auch nicht mehr so krass an wie neulich. Inzwischen haben wir auch gelernt, dass es noch sehr viele Abstufungen nach unten gibt. Beim ersten Mal haben wir auch Barracas gestreift. Das Viertel ist schon noch mal was anderes als La Boca. Es ist sehr faszinierend, wie unterschiedlich sich eine Stadt präsentieren kann.

Wie auch immer, eigentlich wollten wir heute in La Boca das PROA besuchen. Ein Museum für Moderne Kunst. Leider haben wir dann vor Ort feststellen müssen, das es renoviert und umgebaut wird und erst im Oktober 2008 wiedereröffnet. Das ist schade, aber dann besuchen wir es eben im Oktober. 🙂 Durch einen Zufall hatten wir vorm PROA einen netten Kontakt mit einem einheimischen Polizisten. Er fragte uns auf Deutsch wo wir hinlaufen und wies uns nach unserer Antwort darauf hin, dass es dort nicht sicher sei. Sicher sei es für Touristen in La Boca nur in Caminito. Der Rest wäre eigenes Risiko. Wir haben es dann auch gelassen, das Viertel weiter zu erkunden, da wir wahrscheinlich nichts Interessantes mehr entdeckt hätten. Der Polizist hatte Deutschunterricht in der Schule, was wir alleine schon sehr erstaunlich fanden. Noch erstaunlicher war allerdings, dass er es noch recht gut konnte. Ich glaube er hatte Spaß dabei, mit uns auf Deutsch zu sprechen. Die Menschen hier sind wirklich fantastisch.

Von Boca haben wir dann den Colectivo 39 genommen und sind am Plaza de Mayo ausgestiegen. Eine Station früher wäre allerdings besser gewesen, da wir in den Bus 130 wechseln wollten. Aber dann hätten wir nichts von der Demonstration am Plaza de Mayo mitbekommen. Zum Jahrestag der Beendigung der Militärdiktatur 1983 wurde heute der verschollenen Opfer gedacht. Überhaupt war heute Demotag in BsAs, denn auch am Plaza Dorrego und in der Av. Defensa, ganz bei uns in der Nähe, fanden lautstarke Demos statt. Worum es da ging, wissen wir nicht.

Demostration auf dem Plaza de Mayo zum Jahrestag des Endes der Militärdiktatur

Wir sind dann jedenfalls eine Station zurück gelaufen und haben den Bus 130 bis zum MNBA genommen. Das liegt direkt gegenüber der peronistischen Universität. Das „Museo Nacional de Bellas Artes“ verfügt über eine recht große Sammlung lateinamerikanischer und europäischer Kunst vieler Epochen. Wir haben mit den argentinischen Künstlern begonnen, da wir diese am wenigsten kennen. Also sind wir gleich in die erste Etage gegangen.

“D�a Gris” von Justo Lynch aus dem Jahre 1913 mit der La Boca Brücke im Hintergrund

Von dort aus lohnt es sich, gleich in den zweiten Stock zu gehen, denn da sind vor allem argentinische Fotografien ausgestellt. Dort kann man z.B. sehr alte oder auch neuere Aufnahmen aus dem Alltag der Menschen sehen. Oder auch herrlich zurechtgemachte Fotos von den damaligen wohlhabenden Familien.

Wohlhabende Familie aus Buenos Aires um die Jahrhunderwende 1900

Im zweiten Stock gibt es übrigens zwei Terrassen, die einen guten Blick auf das Grün der Stadt und der „Facultad de Derecho“ gewähren. Im Erdgeschoss, wenn man am Museumshop vorbei geht, gelangt man in einen Zwischenbau, in dem die Ausstellung „Signos de Existencia“ präsentiert wurde.

Der Zwischensaal des MNBAs in Buenos Aires

Dort stellten sehr viele junge Künstler ihre modernen Werke aus, meist Fotografien, Videokunst oder Installationen. Sehr spannend, und für uns das Highlight im ganzen Museum. Das Museum befindet sich übrigens in der Av. Libertador 1478 und öffnet dienstags bis freitags von 12:30 – 19:30 und samstags, sonntags sowie an Feiertagen von 9:30 bis 19:30. Der Eintritt ist frei. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Nach dem MNBA sind wir durch „Barrio Norte“ geschlendert. Dort befindet sich ein Luxusladen neben dem anderen, und alle Nobelhotels haben dort eine Niederlassung. Was für ein krasser Gegensatz zu La Boca. Da bereits die Dunkelheit über uns rein gebrochen war, sind wir noch durch das „Puerto Madero„-Viertel gelaufen, das sich abends effektvoll im Lichterglanz präsentiert.

Das Puerto Madero Viertel von Buenos Aires bei Nacht

Auf dem langen Rückweg haben wir noch in San Telmo in einem atmosphärischen Restaurant an lauer Sommerluft gegessen. Das „La Rosalia“ ist besonders bei Touristen beliebt, denn so viel Deutsch und Englisch wie dort haben wir die ganze Zeit bisher in BsAs nicht gehört. Der Besuch lohnt sich schon allein wegen des szenischen Hofs, in dem die Tische des Restaurants stehen.

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