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Feria de San Telmo

Jeden Sonntag findet in San Telmo in der Defensa, Humberto 1° und auf der Plaza Dorrego die Feria de San Pedro Telmo statt. Ähnliche Kunsthandwerks- und Trödelmärkte gibt es in Buenos Aires viele, aber keine Feria ist so beliebt und groß wie diese. Besonders die vielen Touristen flanieren hier durch das spanisch-koloniale Ambiente und genießen ihren Sonntag. Ich hatte bei meinem letzten Besuch keine Gelegenheit mir das Treiben anzusehen. Da es aber nun quasi direkt vor der Haustür stattfand, mischten wir uns einfach in die Menschenmenge und haben uns den Trubel genauer angeschaut.

Feria de San Telmo an der Plaza Dorrego

So weit das Augen reichte schlenderten Menschen die Defensa hoch und runter. Für das Ereignis werden sonntags die betroffenen Bereiche für den Verkehr gesperrt. So kann man ganz gemütlich auf den Straßen bummeln und muss keine Angst haben, von einem Colectivo überfahren zu werden. Vor allem bei Touristen scheint die Feria sehr beliebt zu sein und so hört man an allen Ecken englisch, italienisch, französisch und deutsch. Links und rechts der Straße haben Händler und Kleinkünstler ihre Stände aufgebaut. Viele bieten ihre Waren auch direkt auf Tüchern, die auf dem Boden ausgebreitet sind, an.

Teigtaschenverkaufer am Plaza Dorrego in San Telmo Buenos Aires

Hier kann man fast alles kaufen: Von selbstgestrickter Kleidung, Evita und Che Guevara Postern, plattgewalzten, bunten Glasflaschen mit oder ohne Uhrwerk, bis hin zu komischen Handyständern aus Draht. Kunstmaler und Grafiker stellen ihre Werke aus und suchen Käufer. Das Angebot auf diesem bunten Basar ist unüberschaubar groß. Auch wurde selbstgebackenes unter die Leute gebracht, wie z.B. kleine Empanadas und große, mit Zwiebel, Käse und Gemüse gefüllte Teigtaschen. Zwischen den Ständen haben die ansässigen Cafés und Bars ihre Stühle und die für Buenos Aires so typisch quadratischen Tische aufgestellt. Dort konnte man wunderbar Kaffee trinken und das Geschehen beobachten.

Zwei Milchkaffee und 2 Medialunas auf der Feria de San Telmo

Die Plaza Dorrego war ebenfalls komplett mit Ständen zugebaut. Dort gab es gleichermaßen Kleinkunst und Trödel zu kaufen. An einigen Stellen gab es Tango-Shows, vor denen sich die Touristen stapelten. Wir haben uns die Vorführung eines älteren Paars angeschaut. Der Tanz der beiden wirkte sehr anmutig.

Tango auf der Plaza Dorrego in San Telmo Buenos Aires

Eines der vielen Antiquitätengeschäfte in San Telmo Buenos Aires

So gegen 16 Uhr sind wir unweit der Plaza Dorrego in die Iglesia Nuestra Señora de Belén. Ein ehemaliges Jesuitenkloster mit einem schönen, eklektizistischen Portal. In der Kirche sollten heute Führungen stattfinden. Wir haben dann eine persönliche Führung in spanischer Sprache für 3 Peso gebucht. Englisch war leider nicht verfügbar, von Deutsch ganz zu schweigen. So wurden wir ca. 40 Minuten durch das Gebäude geführt und erfuhren trotz der Sprachbarriere so einiges über die Geschichte der Anlage.

HDR Aufnahme eines Altars in der Kirche Nuestra Señora de Belén in San Telmo

Das kirchliche Gebäude wird heute nur noch für Konzerte und Veranstaltungen genutzt. Um 17 Uhr sollte hier die musikalische Fakultät des amerikanischen Williams College ein Gastkonzert mit Werken klassischer und moderner Komponisten aufführen. Die Proben dazu waren bereits voll im Gange.

Tango auf der Plaza Dorrego in San Telmo Buenos Aires

Zum Nachmittag riss dann doch noch der Himmel auf und die Sonne kam zum Vorschein. So heiß wie gestern wurde es allerdings nicht. So wie heute war das Wetter genau richtig. Sehr angenehm und warm. Die Zeit verging unglaublich schnell, weil es so viel zu sehen gab. Zum Abschluss der Feria, so gegen 19 Uhr, zog dann die Centro Murga Caprichosos de San Telmo (eine karnevalsähnliche Truppe) lärmend mit Pauken, Schellen aber ohne Trompeten durch die Defensa. Danach wurden die meisten Stände auch schon wieder abgebaut und die Feria ging langsam zu Ende.

Centro Murga Caprichosos de San Telmo auf der Feria

Centro Murga Caprichosos de San Telmo auf der Feria

Centro Murga Caprichosos de San Telmo auf der Feria

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Hace mucho calor y sol – Es ist sau heiß hier

Während die Leute zu Hause wahrscheinlich eher frieren, schwitzen wir uns hier einen Wolf. Unser Lebensrhythmus hat sich bereits um 100% verlangsamt und sich Stadt und Klima angepasst. Wir fühlen uns puddelwohl dabei! Heute war die Hitze ziemlich extrem. Wir sind extra erst spät am Nachmittag aus dem Haus gegangen. Die Sonne knallte aber trotzdem noch gnadenlos vom Himmel und öffnete uns jede Pore. Ich weiß nicht genau, wie heiß es wirklich war, aber es fühlte sich an wie 38 Grad oder mehr.

Auf der Puente de la Mujer in Puerto Madero in Buenos Aires

Puerto Madero – Das moderne Hafenviertel

Puerto Madero ist das neuste Viertel der Stadt. Das heißt eigentlich ist es gar nicht neu. Hier wurden die alten Speicher entlang von vier alten Hafenbecken aufwendig saniert und bieten heute exklusive Wohn- und Geschäftsräume.

Wohnen im Hafenviertel Puerto Madero in Buenos Aires

Der Bauboom ist scheinbar ungebrochen und es entstehen immer mehr Wolkenkratzer auf der zum Rio de la Plata zugewandten Seite. Hier wollten wir ein wenig rumschlendern. Wir haben es jedoch grad so bis zur Puente de la Mujer von Calatrava geschafft, die ungefähr in der Mitte des Viertels liegt. Es war nur im Schatten wirklich auszuhalten.

Calatravas Puente de la Mujer im Hafenviertel Puerto Madero in Buenos Aires

Also beschlossen wir, uns in die kühleren Straßenschluchten der Innenstadt zurückzuziehen. Die Stadt machte einen ziemlich lethargischen Eindruck: Es waren nur wenig Leute, meist Touristen, unterwegs und viele Geschäfte waren (noch) geschlossen. So war es gar nicht so leicht, unseren Wasserbedarf zu decken. In der Florida-Straße haben wir Rast gemacht und die wenigen Menschen in den Straßen beobachtet. Dabei haben wir bei Dreharbeiten zu einem argentinischen Kinofilm zugeschaut. Sehr spannend.

Dreharbeiten in der Calle Florida in Buenos Aires

Ich mag das ungeschminkte, schlichte argentinische Kino sehr. Die Filme erzählen überwiegend Alltagsgeschichten von den Sehnsüchten, Sorgen und Wünschen der Menschen. Das argentinische Kino hat eine lange Tradition und ist stark im Kulturgedächtsnis des Landes verwurzelt. Die meisten Filme spielen natürlich in der Metropole Buenos Aires. Nachdem wir das Treiben eine Weile beobachtet hatten, sind wir auf dem Weg nach Hause noch einkaufen gegangen. In einer dieser urigen Pastarias in einer Seitenstraße haben wir Salat, Empanadas und Nachtisch (Tiramisu) gekauft.

Italienische Pastaria unweit der Avenida Belgrano in Buenos Aires

Zu Hause haben wir damit unsere charmante Küche eingeweiht und am Tisch in der Galerie zum Hof gemütlich zu Abend gegessen. Dann haben wir uns mit der Sprache beschäftigt und spanisch gelernt. Es ist gar nicht so schwer. Nur die Aussprache ist manchmal nicht so einfach, aber nach einer Weile ging auch das ganz gut. Theoretisch kann man hier auch ohne Spanisch überleben. Die Menschen sind unglaublich höflich und geben sich alle Mühe, einen zu verstehen. Hin und wieder spricht auch mal einer englisch.

Bar "Rey Castro" in San Telmo in Buenos Aires

Am Abend haben uns die Mücken ordentlich zugesetzt. Sobald es dunkel wird kommen die Biester in Scharen und greifen an wie Kamikaze-Flieger. Sie lassen keine Stelle am Körper verschont! Man hat nicht den Hauch einer Chance. Gegen Mitternacht sind wir nochmal raus und haben uns in San Telmo rumgetrieben. Das Klima war jetzt ultraangenehm. Kein Wunder, dass sich das Leben hier nachts abspielt. Wir genossen die warme Luft und die frische Brise. Wir aßen Eis und mischten uns unter die Einheimischen. Die Plaza Dorrego war voll bis auf den letzten Platz. Ich kann mir momentan keinen schöneren Ort vorstellen, als diese Stadt. Das Leben hier fühlt sich so leicht an. Einfach genial.

Altes Kirche im spanischen Kolonialstil in San Telmo Buenos Aires

HDR Streetart in der Calle Defensa in San Telmo Buenos Aires

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