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In der Hitze der Stadt

Nach dem wir erst am frühen morgen ins Bett gegangen sind, wurden wir gefühlt nur wenige Augenblicke später wieder wach. Das Hostel erwachte nach und nach zum Leben. Schon gestern ging es in der Lobby sehr lebhaft zu. Zudem lief die halbe Nacht DJ-Mucke. Eigentlich wollten wir noch ein bisschen schlafen, also haben wir uns Oropax ins Ohr gestopft. Was für eine Stille! Nach dem Aufstehen begann der Tag genau wie gestern: Nämlich mit Duschen, hektischen Zusammenpacken und Auschecken. Aber darin haben wir ja inzwischen Routine.

Stadtgetümmel

Unser erster Weg führte uns mit Sack & Pack zu Buquebus. Dort wollten wir uns Tickets für die letzte Fähre nach Buenos Aires kaufen, um noch so viel Zeit wie möglich in Montevideo zu verbringen. Die frühen Fähren waren ohnehin schon alle ausgebucht, also blieb nur die um 21 Uhr. Dass wir erst um Mitternacht in Buenos Aires ankommen, war für unseren Vermieter dort kein Problem. Wir hatten uns bereits im Vorfeld um ein Zimmer in Buenos Aires bemüht und eine flexible Ankunft ausgemacht. Unser ganzes Gepäck konnten wir zum Glück komplett am Buquebus-Terminal im Hafen deponieren. Und das kostenlos!

Kreuzfahrtschiff im Hafen von Montevideo, Uruguay

Nachdem wir von den ganzen Kilos befreit waren, haben wir uns nochmal ins Stadtgetümmel gestürzt. Bevor es aber so richtig losgehen konnte brauchten wir unbedingt noch einen Kaffee. Zuvor jedoch, wo wir schon mal in der Nähe waren, haben wir noch den Mercado del Puerto besichtigt. Heute war er geöffnet und so schlenderten wir durch die alte, schmiedeeiserne Markthalle. Zur Mittagszeit herrscht hier Hochbetrieb. Heute war die Altstadt viel voller als noch gestern.

Mercado del Puerto in der Altstadt von Montevideo, Uruguay

Vielleicht lag das daran, dass im Hafen ein Riesen-Kreuzfahrtschiff festgemacht hatte und seine Passagiere an Land spuckte. So sah man viele Leute in der Markthalle Parrilla essen. Von dort ging es dann direkt weiter ins Café Bacacay, wo wir gestern schon waren. Nach diesem ultraspäten Frühstück sind wir in das unterirdische Mausoleum von General Artigas gegangen, das unterhalb der Plaza Independencia liegt. Die Urne des Generals wird von zwei Uniformierten bewacht.

Mausoleum General Artigas Plaza Independencia in Montevideo, Uruguay

Bei meinem ersten Besuch in Montevideo habe ich mich über eine Militärparade auf der Plaza gewundert. Jetzt ist mir klar, dass es sich hier um die Wachablösung handelte, die man jeden Sonntag erleben kann. Anschließend sind wir durch die ruhigeren Seitenstraßen rechts der Avenida 18 de Julio gestreift. Die Platanen, die die Einbahnstraßen säumten, bildeten ein geniales Blätterdach, das fast wie ein Tunnel wirkte und so angenehm Schatten spendete. Es war so heiß in der Stadt, dass sie Klimaanlagen auf Hochtouren liefen und das Kondenswasser auf die Bürgersteige regnete. Hier gab es viele kleine Läden zu entdecken, wie man sie bei uns kaum noch kennt.

Panaderia in Montevideo Centro, Uruguay

Besonders gefallen haben uns die vielen kleinen Bäckereien mit unendlich vielen verschiedenen Süßigkeiten, aber auch herzhaften Empanadas und Quiches. Abseits der Touristenmeile kann man zudem Bars, Cafés, Kurzwaren- und andere Spezialgeschäfte finden.

Industrie- und Modedesignausstellung

Auf der Plaza Fabini haben wir dann eine Ausstellung im SUBTE (Centro Municipal de Exposiciones) besucht. Dort lief die Ausstellung „20 años del Centro de Diseño Industrial“, in welcher der Fachbereich Industrie- und Modedesign der Universidad de la República sein 20-jähriges Bestehen feierte. Die Exponate stammten von Studenten und Absolventen der Uni. Ausgestellt waren Arbeiten, die von ersten Konzeptionen bis zu marktreifen oder auch rein funktionalen Produkten reichten.

Industrie- und Modedesign Ausstellung in Montevideo Subte

Industrie- und Modedesignausstellung in Montevideo Subte

Studentische Industriedesign Ausstellung in Montevideo Subte

Teatro Solís

Der Höhepunkt des Tages war eine englischsprachige Führung durch das wunderschöne Teatro Solís.

Panorama Teatro Solis in Montevideo, Uruguay

Das wollten wir eigentlich gestern schon machen, aber wir waren zu spät dran. Zwischen Dienstag und Sonntag werden jeweils um 11, 12 und 17 Uhr Führungen durch das Gebäude für 40 UY$ (ca. 1,37 EUR) angeboten. Eine Führung in spanische kostet die Hälfte. Ursprünglich wollte ich diese Führung bereits letztes Jahr machen, aber da ich an einem Montag abgereist bin, ging das nicht.

Teatro Solis in Montevideo, Uruguay

Das Interesse an den Führungen scheint recht groß zu sein, da sich bereits einige Leute im Foyer des Theater einfanden. Die Führungen sind sehr persönlich und so kommen nur wenige Leute auf einen Guide. Unser Guide sprach extrem gutes Englisch und führte unsere Gruppe durch alle wichtigen Bereiche des Theaters. Außer uns waren nur noch zwei sehr junge Norwegerinnen dabei, von denen die eine in Montevideo lebte. Unsere Tour begann auf dem Vorplatz, wo wir eine Einführung in die verschiedenen Bauphasen des Gebäudes bekamen.

Decke des Saals im Teatro Solis in Montevideo, Uruguay

Dann führte er uns in einen prachtvoll mit viel Gold dekorierten Saal im ersten Stock. Dieser diente früher als Aufenthaltsraum während den Pausen, heute wird er für andere Veranstaltungen, genutzt. So finden hier von Zeit zu Zeit mondäne Tangoabende statt. Als nächstes ging es dann in den Theatersaal. Dort erfuhren wir, dass das Theater insgesamt Platz für 1250 Menschen bietet. Der Bürgermeister von Montevideo und der Präsident Uruguays haben jeweils eine großzügige Privatloge im ersten bzw. im zweiten Stock mit bester Sicht auf das Bühnengeschehen. Wir erfuhren auch, dass die Avanzen (eine Art Loge) direkt links und rechts der Bühne noch bis 1998 zu den teuersten Plätzen im Theater zählten.

Hinter der Bühne des Teatro Solis in Montevideo, Uruguay

Dort hat man zwar keine gute Sicht auf die Bühne, aber man kann alle Anwesenden sehen und wird von allen gesehen. Der Opernsaal ist am ehesten mit der Scala in Milano zu vergleichen. Für eine Vorstellung im Teatro Solis muss man aber nur maximal 180 UY Peso (ca. 6,20 EUR) bezahlen. Selbst bei diesen Preisen ist der Saal selten ausverkauft. Danach sind wir hinter die Bühne gegangen und haben uns die sehr moderne Bühnentechnik erklären lassen. Unsere 40-minütige Tour endete im rechten Seitenflügel der Oper, in dem sich eine weitere kleine Bühne befindet. Dort gibt es momentan Tanzperformances zu sehen. Die Opernsaison in Montevideo beginnt wieder im August. Bis dahin wir die Oper als Theater benutzt.

Hinter der Bühne im Teatro Solis in Montevideo, Uruguay

Auf nach Buenos Aires

Bis unsere Fähre abfahren würde, blieb uns noch etwas Zeit in Montevideo. Die haben wir in der Altstadt mit Eis essen und Trinken verbracht.

Justizministerium in Montevideo, Uruguay

Dann sind wir gemächlich zum Hafen geschlendert. Das Ausreisen verlief total problemlos und nur wenig später saßen wir in der Fähre Santa Maria Ana L nach Buenos Aires. Gegen Mitternacht sind wir im Hafen von Buenos Aires eingelaufen. Wir freuten uns total auf diese Stadt. Nur wenig später holten uns unsere Gastgeber, ein amerikanisch-argentinisches Paar, ab und wir fuhren zusammen in die Wohnung die wir angemietet hatten. Von der Wohnung sind wir total begeistert. Wir hatten sie uns auf den Bildern viel spartanischer vorgestellt. Die beiden zeigten uns alles und meinten wir sollen uns wie zu Hause fühlen. Ich glaube das werden wir hier auch.

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Das Hostel in Montevideo

Nach drei Tagen und drei Nächten in Punta del Este ging es heute nach Montevideo. Die letzte Nacht war kurz und wir wachten spät auf. Eigentlich wollten wir bis 12 Uhr auschecken aber die freundliche Vermieterin gab uns bis 13 Uhr Zeit. Trotzdem verlief das Duschen, Packen und Frühstücken relativ hektisch. Ich glaube wir haben viel zu viel Zeugs bei. Das Packen gestaltete sich als mittelgroße, logistisch-mathematische Aufgabe. Unglaublich was so alles in einen Koffer passen kann, wenn es muss. Dann sind wir mit Sack und Pack zur nächsten Bushaltestelle losgetrottet, um den Combi ins Zentrum zu nehmen. Es war wieder unglaublich heiß. Gut, dass eine schöne Brise vom Atlantik her wehte.

Busterminal Principal in Punta del Este in Uruguay

Angekommen an der Haltestelle warteten wir eine ganze Weile bis endlich ein Bus vorbeikam. Und der war dann auch noch so voll, das wir grade so noch rein passten mit all dem Gepäck. Die Tür ging jedenfalls nicht mehr zu, aber das störte niemanden. Die Frau, die nach uns einstieg, musste auf der letzten Stufe stehen. So fuhren wir gepackt wie Ölsardinnen ins Stadtzentrum. Das Ein- und Aussteigen weiterer Fahrgäste war kaum noch möglich. Trotzdem blieben alle entspannt und freundlich. Als wir im Busbahnhof ankamen, kauften wir uns gleich ein Ticket für den COT-Bus. Wir haben pro Person 139 uruguayische Pesos (ca. 4,70 EUR) bezahlt. Der Bus fuhr auf direktem Weg nach Montevideo.

Ankunft in Montevideo

Die Busfahrt verging wie im Fluge. Wir sind um 14:15 Uhr in Punta del Este los und um 16:20 Uhr in Montevideo-Tres Cruces angekommen. Dort haben wir als erstes die Touristeninformation aufgesucht und uns ein Zimmer vermitteln lassen. Im “Che Lagarto“, indem ich letztes Jahr bereits geschlafen hatte, war dann auch noch ein Zimmer frei. Dieses Hostel liegt ideal: Genau zwischen Altstadt und dem Zentrum an der Plaza Independencia.

Plaza Independencia mit Palacio Salvo in Montevideo, Uruguay

Die Frau von der Information sagte uns, dass wir die Buslinien 21, 64, 187 dorthin nehmen können. Die 21 kam zuerst. Busfahren in Südamerika ist eine interessante Sache aber einen extra Kassierer für einen Linienbus kannte ich noch nicht. Dieser saß erhöht im Eingangsbereich und kassierte die Einsteigenden ab. Bei meinem ersten Besuch in Montevideo bin ich die ganze Strecke gelaufen, aber das war diesmal keine Option. Es war viel zu heiß und wir hatten die Koffer dabei. Nach ca. 15 Minuten erreichten wir auch schon die Plaza Independencia und stiegen direkt vor dem Hostel aus. Dort haben wir problemlos eingecheckt und sind gleich wieder raus in die Stadt. Diesmal aber ohne die lästigen Koffer.

Ciudad Vieja

Wir wollten zunächst die Altstadt erkunden. Unsere erste Station war das Teatro Solís, ein wunderschöner Bau im Stile des historischen Eklektizismus. Genau gegenüber kannte ich ein gutes Café, das Bacacay. Darauf hatten wir uns schon gefreut. In vier Tagen Uruguay hatten wir noch keinen einzigen guten Kaffee. Hier haben wir nun den ersten Café con Leche dieser Reise getrunken, der seinen Namen verdiente. Dazu gab es 2 Medialunas solas (ohne alles). Frisch gestärkt sind wir dann in die Avenida Rincón und haben versucht das Centro Cultural de España (CCE) zu besuchen, die machen jedoch gerade Sommerpause und haben erst im Februar wieder geöffnet. Also ging es weiter durch die Altstadt, vorbei an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten. Erwähnenswert sind die Fußgängerzone Avenida Sarandí und die Plätze Plaza Constitución (auch Plaza Matriz) und Plaza Zabala. Ich mag den morbiden Charme dieses Viertels sehr.

Teatro Solis in Montevideo in Uruguay

Die Altstadt ist zwar nicht sehr sicher aber so lange es noch hell ist, ist es wohl kein Problem, sich da aufzuhalten. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man die “Ciudad Vieja“ aber lieber meiden. Seit meinem letzten Besuch hat sich nicht viel geändert und so stehen immer noch die Polizisten zum Schutz der Touristen an fast jeder Ecke. Man kann jedoch eine rege Bautätigkeit feststellen, die darauf schließen lässt, dass die Stadt das Viertel nicht aufgeben will. Der Mercado del Puerto hatte leider bereits geschlossen. Und so sind wir zur Escollera Sarandí, ein Wellenbrecher in direkter Verlängerung der Avenida Sarandí, der weit in den Rio de la Plata ragt. Hier beginnt die kilometerlange Uferstraße, die Rambla, an der die Einheimischen ihre Freizeit verbringen. An vielen Stellen der Rambla Gran Bretaña haben die Leute trotz des felsigen Ufers gebadet. Anschließend haben wir noch den architektonischen Stilmix der Hauptstraße Avenida 18 de Julio im Stadtteil “Centro“ bestaunt. Diese Straße ist die quirlige und laute Lebensader Montevideos.

Rambla Francia in Montevideo, Uruguay

Auf dem Dach vom Hostel

Gegen 4 Uhr morgens sind wir dann noch auf das Dach unseres Hostels geklettert. Dort wollten wir Nachtaufnahmen von der Plaza Independencia machen. Der herrlich beleuchtete Platz eignet sich perfekt um HDR-Fotos zu machen. HDR (High Dynamic Range) ist ein Verfahren um den Kontrastumfang in Bildern zu erhöhen. Dort oben wehte ein ziemlich kräftiger, warmer Wind, der die Schwüle des Hostel-Zimmers vergessen ließ.

Montevideo vom Dach des Hostels Che Lagarto

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Ankunft im Sommer

Nach einem ziemlich unspektakulären und leicht verspäteten Flug nach Madrid, hatten wir gerade Zeit genug, um die Terminals zu wechseln und noch etwas zu essen und zu trinken. Dann ging es auch schon um 1:05 Uhr weiter nach Montevideo. Der Flieger war vollbesetzt und irgendwie habe ich immer das Glück, in der Nähe von quengelnden Kleinkindern zu sitzen. Aber auf die Schwierigkeit im Flugzeug Schlaf zu finden, waren wir gut vorbereit. Bewaffnet mit Ohrstöpsel, Augenbinde und Nackenrolle konnte uns nicht viel schocken. So haben wir die meiste Zeit des Fluges geschlafen, soweit das eben in der Yankee-Klasse geht. Irgendwann bin ich mal wach gewesen und sah die Frau vom Mittelgang eine Reihe vor uns in der aufgehenden Sonne Yoga oder Tai-Chi machen. Sah irgendwie witzig aus.

Sonnenaufgang irgendwo über Brasilien

Nur wenig später gab es dann auch schon Frühstück und zwei Stunden später setzten wir zum Landeanflug an. Wir waren übrigens fast eineinhalb Stunden früher als geplant in Montevideo. Der Flughafen ist total klein und wirkt eher wie ein Militärflughafen aus den frühen 70ern. Ein neues, modernes Terminal ist aber bereits im Bau. Nachdem wir uns orientiert hatten beschlossen wir direkt nach Punta del Este zu fahren. In Montevideo wird sonntags nicht viel los sein und außerdem ist der Reiseablauf so wesentlich effizienter. Von Punta del Este könnten wir dann auf ein paar Nächte nach Montevideo, dann weiter nach Colonia und von dort direkt nach Buenos Aires, oder so. Vielleicht machen wir vorher auch noch einen Abstecher nach Salto. Dort soll es heiße Badequellen geben. Apropos heiß: Sonnencreme haben wir heute (noch) nicht gebraucht. Das Wetter hätte für den ersten Tag nicht besser sein können. Es war ziemlich bewölkt und recht kühl für den Hochsommer – immer noch 20 Grad – aber so wurde uns der „Wetterschock“ erspart. Außerdem blies ein ziemlich starker Wind vom Atlantik her.

Wir sind mit der Busgesellschaft COPSA gefahren und wie es scheint, war dies nicht der direkteste Weg. Für die knapp 140 km haben wir mehr als 2,5 Stunden gebraucht. Der Bus hielt unterwegs noch an etlichen kleinen Orten. Für Punta del Este haben wir erstmal zwei Tage geplant und werden sehen, wie sich das Wetter so entwickelt. Angeblich soll es morgen schon wieder viel wärmer werden.

Zimmersuche

Das Zimmer haben wir von der am Busterminal ansässigen Touristeninformation vermittelt bekommen. Die Anbieterin der Unterkunft hat uns dann sogar mit dem Auto abgeholt und zur Unterkunft gefahren. Das Haus liegt in einer gutbürgerlichen Wohngegend (Parque de Golf) mit üppigen Gärten und sehr gepflegten Grünflächen. Das Zimmer ist wirklich super, zwar recht klein aber mit TV, Internet und Telefon sowie eigenem Bad ausgestattet. Frühstück ist für 30 US$/Person auch dabei. Wir können sogar den großzügigen Pool im Garten benutzen, wenn wir wollen aber dafür müsste es erstmal wieder wärmer werden. Im Reiseführer stand, dass man im Hochsommer vor Anreise unbedingt ein Zimmer reservieren sollte. Man kann es aber auch so probieren. Zur Not fährt man eben zurück nach Montevideo. Aber man findet doch eigentlich immer noch irgendwas. In der Unterkunft haben wir uns erstmal ausgeruht und etwas Schlaf nachgeholt.

Picknick am Strand

Weil schlafen hungrig macht, sind wir danach in das Punta Shopping Center aufgebrochen. Hier hing überall noch die Weihnachtsdeko und voll war es, als ob es kurz vor Heiligabend wäre. Dort haben wir uns in einem riesigen Supermarkt mit Lebensmitteln eingedeckt. Dann haben wir beschlossen, am Strand zu picknicken. Dafür sind wir auf die windgeschützte Seite der Landzunge, auf der Punta del Este liegt, gegangen. Am Strand haben wir uns eine Dünne ausgesucht, wo wir bei herrlichen Lichtverhältnissen gespachtelt haben: Bocadillos con queso y jamon con aceitunas. Zum Abend kam sogar die untergehende Sonne wieder raus und es war einfach traumhaft am Strand.

Sonnenuntergang in Punta del Este

Kaum Menschen, das rauschende Meer und die frische, salzige Brise. Von weitem sieht Punta del Este wie eine total schlimme Bettenburg aus. Das ist die Stadt wahrscheinlich auch, aber sie hat durchaus ihren Reiz. Es ist alles sehr gepflegt und mondän. An vielen Stellen erinnert es mich auch an Ibiza Stadt. Im Hafenviertel und in La Barra gibt es unzählige Bars und Clubs und überall sind Menschen jeden Alters unterwegs. Es ist unerwartet entspannt hier, nachdem was man so gehört hat. Mal sehen, was man hier noch alles so entdecken kann…

Playa La Pastora in Punta del Este

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Música para los ojos – Musik für die Augen

Nach einem herrlich entspannten Sonntag in Montevideo freuten wir uns auf einen neuen Tag in Montevideo. Die Stadt hatte sich uns Samstag und Sonntag auf so unterschiedliche Weise präsentiert, dass wir auf einen ganz normalen Werktag in dieser Metropole gespannt waren. Heute wollten wir auf jeden Fall mal die Museen der Stadt besuchen. Montag ist ein Werktag und da sollten wir nicht allzu oft vor verschlossenen Türen stehen, auch wenn Museen gern mal am Montag geschlossen haben. Gegen 10 Uhr haben wir im Hostel ausgecheckt, da heute unser vorerst letzter Tag in Uruguay sein sollte. Wie wir genau nach Buenos Aires kommen, wussten wir noch nicht, aber da boten sich einige Wege an. Der Portier sagte uns, dass die Verkaufsstelle von Buquebus sich in unmittelbarer Nähe des Hostels befindet.

Buquebus

Wir haben noch kurz eine Recherche am Internet-Terminal im Hostel gemacht, um grob abzuschätzen, mit welchen Kosten wir rechnen müssen. Im Verkaufsbüro ließen wir uns dann genauer über die Möglichkeiten und Kosten der Reise nach Buenos Aires aufklären. Der einfachste Weg war auch der teuerste. Mit der Schnellfähre kann man in drei Stunden in BsAs sein. Eine andere Möglichkeit wäre, mit dem Bus 2,5 Stunden zurück nach Colonia zu fahren und von dort die Fähre zu nehmen. Noch günstiger wird es, wenn man von dort einen weiteren Bus nach Buenos Aires nimmt. Wir wollten aber nicht den ganzen Tag im Bus verbringen und auch noch so viel Zeit wie möglich in Montevideo verbringen. Also haben wir uns für die Schnellfähre entschieden. Das Ticket kam um die 75 US$ (ca. 48 EUR) pro Person, und so haben wir die letzte Fähre um 19:15 gebucht. Das war ziemlich perfekt, denn so konnten wir noch den ganzen Tag hier verbringen und die Stadt unsicher machen.

Quirlige Altstadt

Nachdem das geklärt war sind wir in die Altstadt und haben sie fast nicht mehr wieder erkannt. Plötzlich tobte dort das pralle Leben, nachdem man gestern mit dem Besen durchgehen konnte. Viele Läden links und rechts der Av. Sarandi waren geöffnet, und die Straße entpuppte sich als Einkaufs- und Flaniermeile. Ebenso hatten viele Straßencafés geöffnet und überall waren Menschen. Wow, das ist also das urbane Montevideo, das man wohl so nur unter der Woche erleben kann.

Centro Cultural de España in Montevideo Uruguay

Vorgestern waren wir bereits in der Nähe des Hostels an einem Kulturzentrum vorbei gelaufen, das von außen schon ziemlich interessant aussah. Die Fassade war sehr modern aufgehübscht, und zu dem Zeitpunkt als wir daran vorbei liefen, fand gerade ein Fotoshooting vor den Schaufenstern statt. Nach einem kurzen Fußweg hatten wir das Gebäude auch wiedergefunden. Das CCE befindet sich in der Avenida Rincón 629. Von der Plaza Independencia ist es nur ein kurzer Weg dorthin. Leider waren wir 40 Minuten zu früh dran. Das Zentrum öffnete erst um 11:30 Uhr seine Räumlichkeiten. So mussten wir wohl noch mal wiederkommen. Die Zeit bis dahin totzuschlagen sollte uns allerdings nicht schwerfallen. Das Altstadtviertel, so entfesselt wie es vor uns lag, kannten wir nicht. So sind wir durch die Straßen geschlendert und haben u.a. das bunte Treiben an der „Plaza Matriz“ beobachtet.

Centro Cultural de España

Gegen halb 12 sind wir zurück zum Centro Cultural de España gelaufen. Wir waren die ersten Besucher. Der Portier knipste für uns die Monitore an und zog die Rollos hoch. Eilig hat es hier niemand und das ist total angenehm. Im Eingangsbereich gab es die kleine Design-Ausstellung „Living Spain“ zu sehen, in der Einrichtungsgegenstände und Accessoires gezeigt wurden. Nichts wirklich Spektakuläres aber nett anzusehen.

Living Spain Designausstellung im Centro Cultural de España

In der untersten Etage konnte man sich lateinamerikanische Videokunst auf mehreren LCD-Fernsehern ansehen. Jeder Bildschirm war thematisch unterteilt, und auf einer großen Leinwand in der Mitte des Raumes liefen abwechselnd Sequenzen aus allen Beiträgen. Jeder LCD-Bildschirm war mit jeweils einem Paar Kopfhörern ausgestattet. In einen Film fuhr z.B. ein Mann auf einem Mofa durch die Pampa von Brasilien. Dabei fuhr er durch die unterschiedlichste, wunderschöne Natur. Der Clou war allerding die Trompete die im Auspuff des Mofas steckte. So gab es je nachdem über welchen (Straßen-)Belag er fuhr oder je nachdem wie er beschleunigte oder abbremste die unterschiedlichsten Töne aus der Trompete. Das fand ich eine sehr coole Idee und wirklich gut geschnitten (Videoschnitt). Die Filme, die folgten waren alle zum Thema „Música para los ojos“, also zu Deutsch „Musik für die Augen“. Das brachte die Sache genau auf den Punkt. Zwei Bildschirme weiter flimmerte eine ruhige Kamerafahrt durch ein äußerst prächtiges Operntheater, an dem der Zahn der Zeit bereits gründlich genagt hatte. Wenige Augenblicke später wurde dazu eine nackte Frau in diese Szenerie montiert. Die Frau bewegte sich schwimmend durch das Theater. Untermalt wurden die Szenen mit klassischer Musik. Das war sehr zauberhaft. Wir haben ziemlich viel Zeit in diesem Raum verbracht und uns alle Bildschirme angesehen. Alle Sequenzen in voller Länge zu sehen, hätte jedoch mindestens 6 Stunden gebraucht.

Im Innern des Centro Cultural de España

Wer in Montevideo ist sollte unbedingt mal dieses Kulturzentrum besuchen. Schon alleine das Innere des Gebäudes ist den Besuch wert. Ruhig auch mal die Stockwerke nach oben gehen. In einem Stock ist ein Café versteckt und noch weiter oben sind Büroarbeitsplätze für die Mitarbeiter. Geöffnet hat es von Montag-Freitag 11:30 – 20:00 Uhr und samstags von 11:30 – 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei und die Ausstellungen wechseln ständig.

Zweiter Stock im Centro Cultural de España in Montevideo

Architektur von Montevideo

Man sagt, dass sich Montevideo bis zum Ende der 1920er Jahre, also bis zur Weltwirtschaftskrise, auf gleicher Augenhöhe mit Buenos Aires befand. Nach der Weltwirtschaftskrise ging es allerdings für beide rapide abwärts. Die zwei Städte standen schon immer in ständiger Konkurrenz zueinander und dieser Umstand ist deutlich zu sehen. Besonders in der Architektur beider Städte kann man das heute noch nachvollziehen. Es gibt so viele Gebäude, die in einer ähnlichen Ausführung auch in Buenos Aires stehen bzw. standen.

Plaza Independencia mit Blick auf Palicio Salvo in Montevideo Uruguay

Während in Buenos Aires viele der alten Häuser den städtebaulichen Maßnahmen zum Opfer fielen, ist in Montevideo eine weitaus breitere Vielfalt an Häusern und Gebäuden erhalten geblieben. Bei einem Spaziergang durch die Av. 18 de Julio kann man das sehr deutlich beobachten. Hier wechseln sich (historischer) Eklektizismus (französischer, italienischer und spanischer Art), Bauhaus, Art Déco, Niederländischer Expressionismus sowie Spanischer und Italienischer Neoklassizismus ab, um nur einige Baustile zu nennen.

Buntes Gebäude in der Avenida 18 de Julio in Montevideo Uruguay

Dabei entsteht ein wirklich beeindruckendes und teilweise skurriles Stadtbild. Manche Gebäude sind so unwirklich und gewaltig, dass man aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt. Kein Foto kann diese Pracht auch nur annähernd vermitteln auch wenn viele der Gebäude ihre beste Zeit bereits erlebt haben. Montevideo muss man einfach gesehen haben.

Gebäude entlang der Avenida 18 de Julio in Montevideo Uruguay

Bauhaus Gebäude in Montevideo Uruguay an der Avenida 18 de Julio

Ich möchte schon allein wegen der prachtvollen Architektur dorthin zurück. In drei Tagen kann man das Thema nur anreißen. So haben wir den Nachmittag u.a. damit verbracht, die fantastischen Häuser zu studieren. Wenn man sich an der Plaza Fabini befindet und am Beginn der Av. Libertator steht (Richtung Nordosten) kann man eine ziemlich beeindruckende Straßenschlucht sehen, an deren Ende, ganz weit in der Ferne, der mächtige Regierungspalast thront.

Regierungspalast Casa de la Moneda in Montevideo Uruguay

Sehr beindruckend. Wir sind der Straße einfach mal gefolgt und nach einem langen Fußmarsch haben wir schließlich den Regierungspalast erreicht. Leider konnte man ihn nur von außen besichtigen. Im Innern standen Wachen in Traditionsuniformen, soviel konnte man jedoch sehen.

Spielplatz in Nähe des Regierunspalastes in Montevideo Uruguay

Avenida Tristan Narvaja

Da es langsam Zeit wurde, sich wieder in Richtung Altstadt zu orientieren, sind wir über die Av. D. Fernandez Crespo in Richtung Av. 18 de Julio gelaufen. Dabei wollten wir uns noch die in der Karte andersfarbig markierten Straßenzüge ansehen, in deren unmittelbarer Nähe wir uns bereits befanden. Wir entdeckten das San Telmo von Montevideo. Überall gab es Buchläden, die zum überwiegenden Teil nur gebrauchte Bücher hatten. Die überwiegenden Titel zählten zur Bildungsliteratur und waren oftmals philosophischer, politischer oder geschichtlicher Natur. Auf der ganzen Av. Tristan Narvaja reihte sich Buchladen an Buchladen sowie Antiquitätengeschäft an Antiquitätengeschäft.

Antiquitätengeschäft in der Avenida Tristan Narvaja in Montevideo Uruguay

Dazwischen immer mal wieder ein Café und eine Universität. Die Straße soll am Wochenende besonders schön sein, da dann in ihr und den Nachbarstraßen ein großer Kunst- und Straßenflohmarkt stattfinden. Leider zog sich gegen 16 Uhr der Himmel gänzlich zu, und wenig später fing es ganz leicht an, zu regnen, und es wurde kühl. Langsam aber sicher kamen wir auch der Av. 18 de Julio näher. Dort hatten wir einen Kaffee in einem McCafé. Auf dem weiteren Weg in die Altstadt sind wir zum wiederholten Mal am „Palacio Municipal“ vorbei gekommen. Leider hatte dieser immer geschlossen. Heute war das anders, und der Vorplatz des Gebäudes war bereits „gut besucht“.

Palacio Municipal & Palacio Díaz

Das riesige Gebäude im „Modern Heterodoxa“-Stil ist das Rathaus von Montevideo und zentrale Anlaufstelle für seine Einwohner. Wir sind einfach mal reingegangen und haben uns den Koloss von innen angesehen. Drinnen gab es für uns nicht viel zu sehen, da wir nur Besucher waren. Im hinteren Eingangsbereich gab es ein kleines Café, das aus einem Metallgerüst „aufgebaut“ war. Sah ziemlich lustig aus das Ganze. Gleich vorne an der Eingangspforte klebt ein riesiges Satellitenbild von Montevideo auf dem Boden. Und so konnten wir viele kleinere Details nur schon allein im Eingangsbereich entdecken.

Bodenbelag im Palacio Municipal in Montevideo Uruguay

Weiter entlang der Av. 18 de Julio standen wir noch eine Zeit lang vor dem Palacio Díaz und bewunderten sein abstrakt-futuristisches Aussehen. Ein alter Mann muss uns wohl dabei beobachtet haben und sprach uns an. Er erzählte uns, dass er noch ein kleiner Junge war, als das Gebäude errichtet wurde (1929), und ein paar weitere Details, die wir leider nicht verstanden haben. Daraufhin wollten wir aber versuchen, mal in das Gebäude zu gehen. Bereits unten wurden wir vom Portier aufgehalten und gefragt, wo wir hin wollen.

Palacio Díaz in Avenida 18 de Julio in Montevideo Uruguay

Er fragte uns in welchen Stock wir wollten, aber da wir in dem Haus niemanden kannten, kamen wir hier nicht weiter. Er meinte das Haus sei ein privates Wohnhaus und nicht für Touristen zugänglich. Im unteren Bereich gab es nur eine riesige Bowlingbahn zu sehen. Wie auch immer. Es empfiehlt sich sehr, mit offenen Augen durch die Straßen zu laufen. Es lohnt sich auch ruhig mal die Straßenseite zu wechseln. Nachdem wir irgendwann wieder an der Plaza Independencia angelangt waren, sind wir zum Teatro Solís gelaufen. Auch dieses Gebäude, im historischen Eklektizismus von 1846, ist wunderschön anzusehen. Leider gibt es montags keine Führungen und so blieb auch dieses Gebäude nur von außen für uns erschließbar. Gleich gegenüber dem Solís Theater liegt ein sehr nettes Café, dessen Namen ich leider vergessen habe. Die Einrichtung ist sehr schön gemacht und vor allem die Stühle sind uns gleich ins Auge gefallen. Dort hatten wir eine Cola, Kaffee und jeder einen Riesenmedialuna. Das Café wird scheinbar von einer Deutschen geführt. Wir hörten sie fließend deutsch reden und sie verabschiedete sich wenig später mit „Auf Wiedersehen“ von uns. Sehr lustig und überall in der Gegend trifft man auf viele Deutsche. Leider hatten wir keine Zeit mehr für ein Gespräch. Wäre sicher interessant gewesen.

Abfahrt gen Buenos Aires

Pünktlich wie die Maurer waren wir dann gegen 18:30 bereits im Terminal von Buquebus. Natürlich mussten wir wieder Ausreisepapiere ausfüllen, aber komischerweise hat sich niemand dafür interessiert. Weder in Uruguay noch in Argentinien wollte die jemand sehen oder haben. Die haben uns in Uruguay einfach wieder zwei Stempel in den Pass gedrückt, und das war es dann auch schon. Die Fähre, mit der wir nach Buenos Aires fuhren, war riesig und konnte diesmal auch Autos mitnehmen. Mit einer kleinen Verspätung von 10 Minuten legten wir schließlich ab und kamen gg. 22:30 Uhr in Buenos Aires an.

Leere und unbenutzte Tram in Buenos Aires im Barrio Puerto Madero

Dort haben wir dann zum ersten Mal die Tram benutzt. Die Bahn fährt dort bereits seit 2005, sieht aber noch total neu und unbenutzt aus. Wir waren die einzigen Fahrgäste und so kamen wir schließlich doch noch in den Genuss einer Tramfahrt. Irgendwie macht die Streckenführung keinen Sinn und lässt vermuten, dass die Tram nur zur Promotion des exklusiven Hafenviertels dient. Wie haben in der Tram nie viele Leute gesehen, und Käufer der Luxuswohnungen am Puerto Madero fahren sicher auch keine Tram. Wir sind bis zur Endstation gefahren und den Rest in die Casa Perú gelaufen. Kaputt und erledigt sind wir dann wenig später ins Bett gefallen.

Typische Straßenenszene in Montevideo Uruguay

Art Deco Gebäude in Montevideo Uruguay an der 18 de Julio

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An einem Sonntag in Montevideo

Nach einer tief durchgeschlafenen Nacht wurden wir gegen halb 11 Uhr von einer kleinen Militärparade an der „Plaza Independencia“ geweckt. Eine Reiterformation gab ihr bestes und eine Militärkapelle lieferte den passenden Soundtrack dazu. Was für ein Kontrast zu dem Schauspiel von letzter Nacht, in der sich allerlei Partyvolk auf dem Platz tummelte.

Der Rest der Millitärparade am Plaza Independencia in Montevideo

Nachdem wir nun wach waren, sind wir runter in den Gemeinschaftsraum, um zu frühstücken. Wir waren schon recht spät dran, denn das Frühstücksangebot galt bis maximal 11 Uhr. Frühstück konnte man das auch nicht wirklich nennen. Auf der Theke standen noch zwei Tabletts mit jeweils einem Hamburgerbrötchen, einem kleinen Päckchen Butter und etwas bereits angetrocknetem Obst. Das Hamburgerbrötchen war mit einer Scheibe Schnittkäse belegt. Kaffee gab es als Instantvariante, abgepackt im 7 g Tütchen. Das Frühstücksangebot schwankt ziemlich stark von Hostel zu Hostel, aber meistens sieht es eher dürftig aus.

Nach diesem kurzen Intermezzo haben wir uns am Counter nach einer Stadtführung erkundigt. Irgendwie hatten wir jedoch das Gefühl, dass uns der Portier nicht so recht verstanden hatte. Auch hier ist es reine Glückssache, auf jemanden zu treffen, der Englisch spricht. Er gab uns aber eine tolle Karte mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten, die jeweils mit kurzer Beschreibung in Spanisch und Englisch ausgestattet war. Wir hatten heute vor, ein paar Museen zu besuchen und dabei die Stadt zu erkunden. Kurz darauf sind wir noch im Hostel mit einem Amerikaner ins Gespräch gekommen, der schon öfter in Montevideo war. Er meinte dass wir heute wohl kein Glück mit den Museen haben werden, da hier ein Sonntag noch ein Sonntag sei. So wie es ihn noch vor gut 30 Jahren in den USA gab, wie er meinte.

Vier Türen mit Charakter in der Altstadt von Montevideo

Eine fast leere Altstadt

Also haben wir uns doch für die Strandtour entscheiden, die auch noch zu Auswahl stand. Montevideo ist u.a. für seine langen Sandstrände entlang des Südatlantiks bekannt. Das Treiben dort zu sehen, ist sicher eine interessante Sache. So sind wir wenig später in Richtung Altstadt gezogen, um zum Hafen zu laufen.

Sonntags angelt man ganz entspannt an den Docks in Montevideo

Von dort wollten wir dann entlang der Docks zu den Stränden laufen. Das Wetter war perfekt. Die Sonne schien irgendwie heller als in Buenos Aires. Wahrscheinlich hat das was mit der fehlenden Smogglocke zu tun, die in BsAs sehr viel Sonnenlicht schluckt. In der Altstadt spürten wir bereits, was Sonntag hier bedeutet.

Altstadt von Montevideo mit Blick aus der Avenida Perez Castellanos

Es war keine Menschenseele auf den Straßen, kaum ein Auto unterwegs, und kein einziger Laden hatte geöffnet. Nicht mal der 24h McDonald’s, der hier nur 24/6 geöffnet hat. Eine komplett verlassene Altstadt lag uns zu Füßen. Erst am „Mercado del Puerto“ trafen wir auf eine Hand voll Touristen, aber auch hier war erstaunlich wenig los. Die wunderschöne Markthalle wurde in den Jahren 1865-68 erbaut, ist heute touristischer Anziehungspunkt in der Altstadt und wartet mit unzähligen Restaurants und kolonialem Ambiente auf.

Eine Grillbar im Mercado del Puerto in der Altstadt von Montevideo

Offener Grill im Mercado del Puerto in Montevideos Altstadt

Bereits bei unserem ersten Weg durch das Barrio ist uns das Gebäude direkt hinter dem Mercado del Puerto aufgefallen. Das „Peatonal Pérez Castellano“ wurde erst 1982 erbaut und macht architektonisch einen brachialen Eindruck. Es wirkt sehr futuristisch und könnte einer Atlantropa-Phantasie entsprungen sein. Das riesige Gebäude wird vom Militär (Marine) genutzt.

Die Rambla von Montevideo

Als wir an der Rambla (der Küstenstraße) ankamen, trafen wir auch endlich auf Einheimische. Auf ziemlich viele sogar, und uns wurde klar, wie man hier so gewöhnlich einen Sonntag verbringt. Man ist an den Docks oder am Strand. Man hat Spaß mit der Familie oder angelt in aller Ruhe im Atlantik. Wir zogen auch an etlichen fußballspielenden Jugendlichen vorbei und sahen viele Leute, die einfach in der Sonne dösten. Die Stadt machte einen total entspannten Eindruck, und niemand lies sich von zwei Touristen wie uns stören.

Fussball an einem Sonntag in der Altstadt von Montevideo nahe des Hafen

Nicht ohne meinen Mate

Bereits gestern ist uns die extrem hohe Zahl an Matetee-Trinkern aufgefallen. Diese Angewohnheit konnten wir natürlich bereits in Buenos Aires beobachten, aber in Montevideo scheint der Mate noch viel beliebter zu sein.

Angeln, Matetee und Entspannen an einem Sonntag an den Dock in Montevideo

Überall laufen Menschen mit ihrer bis zum Rand mit Mate gefüllten Kalebasse durch die Stadt. Dazu klemmt unterm Arm immer eine Thermosflasche mit heißem Wasser. Ob jung ob alt, ob reich oder arm: Alle trinken Mate, und das immer und überall.

Mit Kalebasse und Mate an den Docks in Montevideo

Später erfuhren wir, dass sich die Argentinier über diese Marotte lustig machen. So spotten diese über den bereits am Körper der Uruguayer angewachsenen Arm mit Thermosflasche. Es ist auf jeden Fall sehr auffällig und gehört zum Stadtbild wie die vielen Oldtimer, die auf den Straßen von Montevideo zu sehen sind. Hier findet man alle alten Marken, die man in Europa oder Amerika längst vergessen hat, sogar Marken aus dem ehemaligen Ostblock (z.B. Lada, Moskwitsch etc.) Die Autos werden aber sicher nicht aus Liebhaberei gefahren sondern wohl eher aus Armut, und weil man noch so viel selbst an dem Auto reparieren kann.

Oldtimer gibt es in Montevideo viele

Rambla und kein Ende

Nachdem wir, nach einigen Kilometern, merkten, dass die Rambla etwas zu lang für unsere Füße war, und auch die Sonne ziemlich stark vom Himmel strahlte, sind wir bei der nächstbesten Gelegenheit in eine Straße in Richtung Av. 18 de Julio marschiert.

Pferd und Wagen unweit des Zentrums von Montevideo

Zum Glück gab es dort geöffnete Restaurants, und so haben wir erst einmal was gegessen und getrunken. Wir haben mal die Frankfurter Würstchen mit Brötchen im Käsemantel probiert, die wir schon auf anderen Karten gesehen hatten. Die waren auch ziemlich gut. Nach unserer kleinen Stärkung sind wir wieder runter an die Rambla und sind dabei über den Zentralfriedhof (Cementerio Central) gestolpert. Den haben wir uns bei der Gelegenheit auch gleich mal angesehen. Mit der mondänen Extravaganz eines Cementerio de la Recoleta in Buenos Aires kann man diesen Friedhof sicher nicht vergleichen, aber ein Spaziergang über das Areal lohnt sich trotzdem. Auch hier trifft man auf etliche Katzen, die aber eher einen unterernährten Eindruck machten.

Kleine Katze auf dem Cementerio Central in Montevideo

Interessant waren u.a. auch die vielen Warnschilder gegen Mosquitos, die Dengue-Fieber übertragen. Die Friedhofsbesucher wurden angewiesen, abgestandenes Blumenwasser auszuschütten, um den Mücken keine Brutplätze zu bieten.

Playa Ramírez und nicht weiter

Nach weiteren Kilometern entlang der Küstenstraße nahmen die Docks so langsam ein Ende, und der erste Strand kam endlich näher und näher. Wie haben die Entfernungen ein wenig unterschätzt. Wenn ich nochmal diesen Weg zurücklegen sollte würde ich ein Fahrrad mieten. Zu Fuß ist es wirklich zu weit. Am ersten Strand (Playa Ramírez) angekommen sahen wir nur einige Leute im Wasser.

Die Playa Ram�rez Ende März in Montevideo

Ich denke, für die Einheimischen ist es bereits zu „kalt“ zum Baden. Wir wissen es nicht. Wir beschlossen jedenfalls, nicht auch noch zu den anderen Stränden zu laufen, da dies wahrscheinlich weitere Stunden gedauert hätte. So sind wir einfach in den angrenzenden Parque Rodó gelaufen.

Sonntags im Parque Rodó in Montevideo

Die Grünanlage war voller Menschen, die das Wetter und den Sonntag genossen. An den Park grenzte ein ziemlich großer Freiluftmarkt, über den wir allerdings nicht geschlendert sind. Wir wollten so langsam wieder in Richtung Altstadt zurück. Also haben wir uns auf der Karte den Weg dorthin gesucht und sind los gelaufen. Entlang der Haupt- und Nebenstraßen haben wir mehr und mehr von Montevideo entdeckt. Dabei wechselte sich das Niveau mit recht „normal“ bis ziemlich heruntergekommen ab. Man kann es auch schlecht beschreiben. Ich glaube, dass „heruntergekommen“ für uns Europäer etwas ganz anderes bedeutet als für viele Südamerikaner. Es ist alles eine Frage des Standpunktes, der Herkunft und was man so gewohnt ist. Im Vergleich zu Buenos Aires machte die Stadt allerdings einen wesentlich heruntergekommeneren Eindruck.

XXVI Festival Cinematográfico Internacional del Uruguay

Nachdem wir wieder die Av. 18 de Julio erreicht hatten, sind wir am Kino „Cinemateca 18“ vorbei gelaufen und haben gesehen, dass es tatsächlich geöffnet hatte. Es war bereits kurz vor 17 Uhr, und so sind wir einfach mal rein. Die freundliche Frau erklärte uns auf Spanisch, dass heute der letzte Tag des hiesigen Filmfestivals sei und wir gleich jetzt drei Kurzfilme zum Thema „Indisches Kino“ sehen könnten. Mit dem Kauf eines Tickets, könnten wir auch alle Filme des heutigen Tages schauen, wenn wir wollten. So sollte um 19:15 ein deutscher Film gezeigt werden. Da uns eh schon alles vom langen Laufen wehtat, wäre in einem klimatisiertem Kino sitzen eine echte Alternative; zumal die Aktivitäten an einem Sonntag in Montevideo recht begrenzt sind. Also haben wir zwei Tickets gekauft und haben uns in den Saal gesetzt. Nur Augenblicke später startete bereits der erste Kurzfilm „Salim Baba“, in dem ein Mann aus Indien porträtiert wurde, der mit einer uralten Kinomaschine in der indischen Provinz unterwegs war. Gleich im Anschluss erhielten wir in „Cuerpo de Bollywood“ eine Einführung in die Milliardenschwere Bollywood-Industrie und lernten deren Besonderheiten und Stars kennen. Nach diesem Film haben wir erstmal wieder das Kino verlassen, um vor dem deutschen Film noch etwas zu essen. Uns knurrte beiden der Magen. In dem Restaurant wurden wir von „Rudi Carell“ oder dessen Bruder bedient. Wenn ich nicht wüsste, dass er bereits verstorben ist, würde ich behaupten, dass er in Montevideo kellnert. Die Ähnlichkeit war sehr frappierend und der Service tadellos.

Capri, you love?

Zurück im Kino freuten wir uns auf den Start des in Spanisch synchronisierten deutschen Films mit Untertiteln, in dem so herrlich abgetakelten uruguayischen Kino. Gegen 19:15 kam ein Mann in den Saal und bat um Geduld, da es irgendwelche Probleme gäbe. Das Kino war übrigens ziemlich gut besucht, aber nicht voll. Es waren bemerkenswert viele alten Menschen anwesend. Der hohe Altersdurchschnitt fiel uns bereits bei den Kurzfilmen um 17 Uhr auf. Kino scheint hier besonders bei den Alten gut anzukommen.

Kino Cinemateca18 in Montevideo beim Film “Capri, you love?”

Nach weiteren 5 Minuten kam der Mann noch mal in den Saal und sagte, dass der Film nun doch in deutscher Sprache gezeigt werden müsse, aber mit englischen Untertiteln. Ein riesengrosses Raunen ging durch den Saal, und wir dachten die Alten rotten sich nun zu einer Demo zusammen oder schlagen das Kino kurz und klein. Nein, Spaß beiseite. Viele verließen daraufhin verärgert das Kino, und so war der Film nicht mehr so gut besucht. Was soll ich sagen, der Film war ziemlich dröge und die, die gegangen sind, haben nicht viel verpasst. Selbst in deutscher Sprache habe ich „Capri, you love“ nicht wirklich verstanden. Aber es gab schöne Bilder von Capri.

Menschen tanzen Tango auf der Plaza Fabini in Montevideo

Nach dem Film sind wir gemächlich zurück zum Hostel geschlendert und haben noch eine Weile den tangotanzenden Menschen an der „Plaza Fabini“ zu geschaut. Auch hier wird also abends und nachts Tango getanzt. Nach diesen vielen Eindrücken und noch mehr Kilometern sind wir zufrieden ins Bett gefallen.

Coole Typo an einem Gebäude im Zentrum von Montevideo

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Weiterfahrt nach Montevideo, UY

Am Morgen beschlossen wir, gleich weiter in die Hauptstadt Uruguays zu fahren. Die Möglichkeiten in Colonia waren für uns begrenzt und die Besichtigungen der sehenswerten Altstadt an einem Tag erledigt. Auch ist es im Vergleich zu Buenos Aires recht teuer und erreicht das Berliner Preisniveau. Colonia ist super zum Auspannen vom urbanen Chaos der Großstädte Buenos Aires oder Montevideo. Wer Colonia allerdings nicht gesehen hat wird auch weiterleben.

Am Strand in Colonia mit unserem neuen Freund “Blacky”

Am besten, man zeltet dort mal oder mietet ein Fahrrad/Mofa für einen Ausflug in die nähere Umgebung. In Colonia verläuft alles ruhig und gemächlich. Die Autos fahren langsam und bleiben an jedem Zebrastreifen stehen, wenn man die Straße überqueren möchte. So kann man in Uruguay die Straßen supersicher überqueren. Überall fahren Touristen und Einheimische gemütlich mit ihren Motocicleta ohne Helm und oft vollbepackt durch die Gegend.

Freie Fahrt für freie Bürger in Colonia del Sacramento in Uruguay

Freie Fahrt für freie Bürger in Colonia del Sacramento in Uruguay

In Buenos Aires ist das nicht der Fall. Das Überqueren der Straße ist oft mit gewissen Risiken verbunden, da der Verkehr wirklich höllisch ist. Eine unserer Mitbewohnerin erzählte kürzlich, dass sie neulich einen schlimmen Unfall zwischen einem Colectivo und einem Fußgänger beobachtet hat, bei dem der Fußgänger starb, und dass dies keine Seltenheit hier sei. Wie auch immer.

Montevideo: Wir kommen!

Uns zog es zurück ins urbane Leben. Also auf nach Montevideo. Wir waren sehr gespannt auf diese Stadt. So haben wir um 11 Uhr ausgecheckt und den Linienbus der Busgesellschaft COT für 13 Uhr gebucht. Das Ticket kam auf 8 US$ pro Person und die Fahrt sollte 2 Stunden dauern. Tatsächlich dauerte sie aber etwas mehr als 2,5 Stunden. Bevor nun der Bus abfuhr, hatten wir noch etwas Zeit, und so entspannten wir noch einmal an einem gemütlichen Örtchen direkt am Wasser.

Uruguayische Fahne auf einem Haus in Montevideo

Pünktlich um 13 Uhr fuhr der Bus, und die Fahrt ging entlang der Küstenlinie, ohne jedoch den Fluss bzw. den Atlantik zu sehen. Die Gegend, durch die wir fuhren, war leicht hügelig und stark landwirtschaftlich geprägt. Wir fuhren an einigen Bauerhöfen oder Weideland und kleineren Ortschaften vorbei. Das Land war grün und erinnerte irgendwie ans Burgund in Frankreich. Der Bus hielt zwischendrin in einigen Dörfern und sammelte weitere Passagiere auf bzw. entließ andere an ihrem Ankunftsort. Die Straßen waren teilweise etwas buckelig, aber der Bus war gut gefedert. Als wir Montevideo näher kamen, änderte sich die Aussicht schlagartig. Links und rechts tauchten plötzlich Favela-artige Siedlungen auf. Ziemlich kaputte Häuschen mit ganz viel Müll ringsum, und zwischendrin sah man Wäsche, die zum Trocknen aufgehangen war. Ein sehr skurriles Bild. Was würde uns wohl in Montevideo erwarten?

Ankunft am Busbahnhof in Montevideo

Der Bus machte in Montevideo noch einige Zwischenhalte bis er endlich die Endstation im Busbahnhof in Tres Cruces erreichte. Dort war ähnlich viel los wie in demjenigen von Retiro in Buenos Aires. In dem Busbahnhof gab es zum Glück eine touristische Information, in der wir uns erstmal eine Karte besorgt haben. Ohne Lageplan wären wir auch ziemlich aufgeschmissen gewesen.

Typische_Straßenbeschilderung_abseits der Touristengegenden in Montevideo Uruguay

Nicht jede Straße verriet sofort ihren Namen und so musste man teilweise ganz schön danach suchen. Nachdem wir uns einen Überblick verschafft hatten, sind wir in Richtung Stadtzentrum gelaufen. Wir hatten vor, im Hostel „El Viajero“ zu nächtigen, da uns das Schwester-Hostel in Colonia schon sehr gut gefallen hatte. Also sind wir den ganzen, langen Weg die Av. 18 de Julio in Richtung Altstadt gelaufen. Dadurch bekamen wir bereits einen ersten Eindruck von der Stadt, und links und rechts der Straße türmte sich ein monumentales Gebäude nach dem nächsten vor uns auf. Ein total krasser Eindruck. Hinzu kam auch hier, dass die meisten Bauten ihre Blüte bereits lange hinter sich hatten oder so aussahen als wurden sie nie fertig gestellt.

Eines der vielen unfertigen Bauten in Montevideo Uruguay

In Montevideo spürt man irgendwie auch, das Brasilien sehr nah ist. Die Mischung der Leute in der Stadt ist eine ganz andere als in Buenos Aires. Nach gut 1h Fußweg fanden wir dann auch das gesuchte Hostel in der Av. Ituzaingó 1436, wie es in dem Flyer stand. Leider gab es dort kein Doppelzimmer mehr. Uns wurde allerdings ein anderes Hostel gleich um die Ecke per Telefon vermittelt. Ein kurzer Anruf vom Portier und wir hatten ein Zimmer im Hostel „Che Lagarto„. Also sind wir dort hin und haben das Doppelzimmer gemietet. Das Zimmer war ziemlich schlicht, mit sehr hohen Decken und dem Charme eines Krankenhauszimmers der 1940er Jahre. Ein Bett, ein Holzregal, zwei Nachttischchen und ein Waschbecken, und natürlich das separate Bad mit Toilette und Dusche. Alles pikobello. Zusätzlich gab es einen großartigen Balkon mit Ausblick auf den wohl wichtigsten Platz in Montevideo, der Plaza Independencia, wie sich später noch herausstellen sollte.

Ein Aspekt der Architektur am Plaza Independencia Montevideo in Uruguay

Ciudad Vieja

Nachdem wir die Sachen abgeladen hatten, sind wir die Umgebung erkunden gegangen. Dabei sind wir einfach mal planlos in die Ciudad Vieja (Altstadt) gelaufen. Dort war es erstaunlich ruhig und nur ganz wenige Geschäfte hatten (noch?) offen. Entlang der Av. Sarandi verkauften einige Straßenhändler ihr Kunsthandwerk. So konnte man dort allerhand Schmuck, Bilder, Kalebassen, Bombillas, Trödel und vieles mehr erwerben.

Typischer Imbiss in Montevideo Uruguay

Sofort aufgefallen sind uns die „Policía Turistica“ mit ihren gelben Westen. In der ganzen Altstadt traf man sie, und so konnten wir bereits ahnen, dass dieses Viertel wohl auch nur tagsüber „sicher“ ist. Wie sind dann irgendwann rechts in die Av. Perez Castellanos gebogen und zum Hafen geschlendert. Die Altstadt liegt wirklich herrlich auf einem kleinen Hügel, und wenn man gut steht, kann man links, rechts und geradeaus den Atlantik sehen. Wunderschön! Dort unten wurde es dann noch mal richtig touristisch rund um dem alten „Mercado del Puerto“. Auch hier überall Polizei zum Schutz der Touristen. Das fühlte sich irgendwie komisch an, weil man so sofort wusste, dass es hier nicht wirklich sicher ist. Auf dem Rückweg haben wir Halt bei einer Bank gemacht, um etwas Geld abzuheben, und sind dann bei McDonald’s eingekehrt, um was zu essen (Es hatte ringsum nichts weiter offen und wir waren hungrig! 😉 ) Wir hatten danach auch noch einen Kaffee im McCafé, der übrigens gar nicht schlecht war. Danach sind wir zurück ins Hostel. Dort haben wir erstmal den Portier gefragt, wo wir uns denn nachts als Touristen aufhalten können. Dieser zückte daraufhin einen Stift und zeichnete ein paar Grenzen in unsere Karte. Von der relativ großen Altstadt blieb für uns Touristen nicht mehr viel übrig, und das war etwas schockierend. Er meinte aber auch, dass alles, was für uns nachts von Interesse wäre, direkt in unmittelbarer Nähe des Hostels läge, also das Kneipen- und Ausgehviertel. Wir haben uns erstmal aufs Ohr gelegt und geschlafen.

Saturday Night @Plaza Independencia

So gegen 23 Uhr erwachte der Platz vor unserem Hostel mehr und mehr zum Leben. Plötzlich waren überall junge Menschen, die sich wohl ins Nachleben stürzen wollten. Man traf sich draußen und trank lautstark Bier zusammen. Das Treiben erreichte erst spät in der Nacht seinen Höhepunkt. Wir sind gegen 1 Uhr noch mal raus und haben uns das Treiben aus der Nähe angesehen. Die Leute die dort unterwegs waren, waren teilweise noch sehr jung also um die 15, 16 oder 17. Ältere waren nur in den Bars auszumachen. Entsprechend laut und prollig ging es überall draußen zur Sache. Das war nicht wirklich spannend und auch nicht „unser Ding“. Wir sind dann weiter durch die Straßen geschlendert und haben uns in einem Cafe/Restaurant am Plaza Zabala niedergelassen, um noch eine Kleinigkeit zu essen. Das Essen war zweckmäßig aber nicht lecker und auch hier preislich deutlich über Buenos Aires, aber unter Colonia. Danach sind wir zurück ins Hostel gelaufen, und auf dem Weg dorthin haben wir eine Gruppe Jugendlicher gesehen, die Capoeira, diesen kampfsportartigen Tanz, auf der Straße performten. Sehr interessant aber nicht mehr spannend genug, um sich die Nacht weiter auf der Straße um die Ohren zu schlagen. So sind wir ziemlich müde und erledigt im Hostel angekommen und bei dem Krach draußen auch ziemlich schnell weggeratzt.

Oft gesehene Transporte in Montevideo Uruguay

Uralt Autos auf den Strassen von Montevideo Uruguay

Mann beim Fensterstreichen im Palacio Salvo in Montevideo Uruguay

Der Palacio Salvo am Plaza Independencia in Montevideo Uruguay

Putzen für die Touristen im Zentrum von Montevideo Uruguay

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Simyo funktioniert in Uruguay nicht

Mobiltelefonieren im Ausland mit der Simyo GmbH (eine Tochter von EPlus) funktioniert in Uruguay aus eigenen Erfahrungen überhaupt nicht. Nach kurzer Recherche fand sich auch der Grund dafür. Simyo hat in diesem Land noch keinen Partner. So kann das Handy in Uruguay nur als Notrufhandy benutzt werden. Für Lateinamerika ist Simyo keine besonders gute Wahl aber von einem Discounter war dies auch nicht anders zu erwarten. So kann man in Argentinien nur SMS versenden und Gespräche annehmen aber nicht telefonieren. Außerdem braucht es oft mehrere Anläufe bis eine SMS erfolgreich verschickt werden kann aber es funktioniert wenigstens. Mehr Infos zum Roaming von Simyo gibts hier.

Update 2009: Simyo funktionierte weder in Argentinien noch in Uruguay. Zu keiner Zeit und an keinem Ort war es möglich, sich in Fremdnetze einzubuchen. Somit konnten auch keine SMS versendet werden.

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