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Das Hostel in Montevideo

Nach drei Tagen und drei Nächten in Punta del Este ging es heute nach Montevideo. Die letzte Nacht war kurz und wir wachten spät auf. Eigentlich wollten wir bis 12 Uhr auschecken aber die freundliche Vermieterin gab uns bis 13 Uhr Zeit. Trotzdem verlief das Duschen, Packen und Frühstücken relativ hektisch. Ich glaube wir haben viel zu viel Zeugs bei. Das Packen gestaltete sich als mittelgroße, logistisch-mathematische Aufgabe. Unglaublich was so alles in einen Koffer passen kann, wenn es muss. Dann sind wir mit Sack und Pack zur nächsten Bushaltestelle losgetrottet, um den Combi ins Zentrum zu nehmen. Es war wieder unglaublich heiß. Gut, dass eine schöne Brise vom Atlantik her wehte.

Busterminal Principal in Punta del Este in Uruguay

Angekommen an der Haltestelle warteten wir eine ganze Weile bis endlich ein Bus vorbeikam. Und der war dann auch noch so voll, das wir grade so noch rein passten mit all dem Gepäck. Die Tür ging jedenfalls nicht mehr zu, aber das störte niemanden. Die Frau, die nach uns einstieg, musste auf der letzten Stufe stehen. So fuhren wir gepackt wie Ölsardinnen ins Stadtzentrum. Das Ein- und Aussteigen weiterer Fahrgäste war kaum noch möglich. Trotzdem blieben alle entspannt und freundlich. Als wir im Busbahnhof ankamen, kauften wir uns gleich ein Ticket für den COT-Bus. Wir haben pro Person 139 uruguayische Pesos (ca. 4,70 EUR) bezahlt. Der Bus fuhr auf direktem Weg nach Montevideo.

Ankunft in Montevideo

Die Busfahrt verging wie im Fluge. Wir sind um 14:15 Uhr in Punta del Este los und um 16:20 Uhr in Montevideo-Tres Cruces angekommen. Dort haben wir als erstes die Touristeninformation aufgesucht und uns ein Zimmer vermitteln lassen. Im “Che Lagarto“, indem ich letztes Jahr bereits geschlafen hatte, war dann auch noch ein Zimmer frei. Dieses Hostel liegt ideal: Genau zwischen Altstadt und dem Zentrum an der Plaza Independencia.

Plaza Independencia mit Palacio Salvo in Montevideo, Uruguay

Die Frau von der Information sagte uns, dass wir die Buslinien 21, 64, 187 dorthin nehmen können. Die 21 kam zuerst. Busfahren in Südamerika ist eine interessante Sache aber einen extra Kassierer für einen Linienbus kannte ich noch nicht. Dieser saß erhöht im Eingangsbereich und kassierte die Einsteigenden ab. Bei meinem ersten Besuch in Montevideo bin ich die ganze Strecke gelaufen, aber das war diesmal keine Option. Es war viel zu heiß und wir hatten die Koffer dabei. Nach ca. 15 Minuten erreichten wir auch schon die Plaza Independencia und stiegen direkt vor dem Hostel aus. Dort haben wir problemlos eingecheckt und sind gleich wieder raus in die Stadt. Diesmal aber ohne die lästigen Koffer.

Ciudad Vieja

Wir wollten zunächst die Altstadt erkunden. Unsere erste Station war das Teatro Solís, ein wunderschöner Bau im Stile des historischen Eklektizismus. Genau gegenüber kannte ich ein gutes Café, das Bacacay. Darauf hatten wir uns schon gefreut. In vier Tagen Uruguay hatten wir noch keinen einzigen guten Kaffee. Hier haben wir nun den ersten Café con Leche dieser Reise getrunken, der seinen Namen verdiente. Dazu gab es 2 Medialunas solas (ohne alles). Frisch gestärkt sind wir dann in die Avenida Rincón und haben versucht das Centro Cultural de España (CCE) zu besuchen, die machen jedoch gerade Sommerpause und haben erst im Februar wieder geöffnet. Also ging es weiter durch die Altstadt, vorbei an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten. Erwähnenswert sind die Fußgängerzone Avenida Sarandí und die Plätze Plaza Constitución (auch Plaza Matriz) und Plaza Zabala. Ich mag den morbiden Charme dieses Viertels sehr.

Teatro Solis in Montevideo in Uruguay

Die Altstadt ist zwar nicht sehr sicher aber so lange es noch hell ist, ist es wohl kein Problem, sich da aufzuhalten. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man die “Ciudad Vieja“ aber lieber meiden. Seit meinem letzten Besuch hat sich nicht viel geändert und so stehen immer noch die Polizisten zum Schutz der Touristen an fast jeder Ecke. Man kann jedoch eine rege Bautätigkeit feststellen, die darauf schließen lässt, dass die Stadt das Viertel nicht aufgeben will. Der Mercado del Puerto hatte leider bereits geschlossen. Und so sind wir zur Escollera Sarandí, ein Wellenbrecher in direkter Verlängerung der Avenida Sarandí, der weit in den Rio de la Plata ragt. Hier beginnt die kilometerlange Uferstraße, die Rambla, an der die Einheimischen ihre Freizeit verbringen. An vielen Stellen der Rambla Gran Bretaña haben die Leute trotz des felsigen Ufers gebadet. Anschließend haben wir noch den architektonischen Stilmix der Hauptstraße Avenida 18 de Julio im Stadtteil “Centro“ bestaunt. Diese Straße ist die quirlige und laute Lebensader Montevideos.

Rambla Francia in Montevideo, Uruguay

Auf dem Dach vom Hostel

Gegen 4 Uhr morgens sind wir dann noch auf das Dach unseres Hostels geklettert. Dort wollten wir Nachtaufnahmen von der Plaza Independencia machen. Der herrlich beleuchtete Platz eignet sich perfekt um HDR-Fotos zu machen. HDR (High Dynamic Range) ist ein Verfahren um den Kontrastumfang in Bildern zu erhöhen. Dort oben wehte ein ziemlich kräftiger, warmer Wind, der die Schwüle des Hostel-Zimmers vergessen ließ.

Montevideo vom Dach des Hostels Che Lagarto

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Salz auf unseren Lippen

Wie bereits angekündigt, haben wir noch einen Tag in Punta del Este angehängt. Unsere Vermieterin hatte nichts dagegen und so stand einem weiteren Tag am Meer nichts im Weg. Aufgrund der Hitze sind wir erst am frühen Nachmittag aus dem Haus. Für heute hatten wir uns die weiter von Punta del Este entfernten Strände vorgenommen. Außerdem wollten wir die Casa Pueblo besichtigen.

Busfahrt nach Chihuahua

Nach einem Fußmarsch zu unserem Strandabschnitt an der Rambla Lorenzo Batlle Pacheco (Routa 10), haben wir die Linie 20 in Richtung Punta del Este genommen. Der Busfahrer erklärte uns, dass wir ein Kombinationsticket (Preise sind entfernungsabhängig.) brauchen würden. Wir müssten auf jeden Fall umsteigen, um zum Strand von Chihuahua zu gelangen. Kurz vor dem eigentlichen Busterminal, an einer Stelle wo viele andere Leute mit Kombinationstickets ausstiegen, sind wir einfach mit ausgestiegen. Eine Frau erklärte uns, dass wir von hier bis zum Terminal Maldonado fahren müssten, um von dort einen weiteren Bus zu nehmen. Kurz vorm Busterminal Maldonado gab uns die Frau einen Hinweis, dass wir jetzt umsteigen müssen. Am Terminal standen bereits einige Busse zur Abfahrt bereit, aber welcher fährt nun nach Chihuahua? Der mit der Nummer 100 sah gut aus. Auf dem stand “Piriápolis“ und ich wusste anhand der Karte, dass die Richtung schon mal stimmen musste. Also haben wir die Busfahrerin gefragt, sie bejahte unsere Frage und wir sind eingestiegen. Für diese Fahrt brauchten wir jedoch ein neues Ticket. Das Kombinationsticket ist mit einmal umsteigen abgefahren. Und dann ging es auch schon weiter. Wir saßen bei geöffnetem Fenster und beobachteten die Umgebung. Der warme Sommerwind blies uns dabei ins Gesicht.

Playa Chihuahua, Playa Solana del Mar und Playa Portezuelo

Kurz nach dem wir Punta Ballena passiert hatten, wurde auch schon die Haltestelle Chihuahua von der Busfahrerin ausgerufen. Die Playa Chihuahua liegt in unmittelbarer Nähe zum kleinen Flughafen von Punta del Este. Von dort kann man in 45 min, zum Beispiel mit Pluna, nach Buenos Aires fliegen. Jedenfalls sind wir dort ausgestiegen und eine recht lange Straße bis ans Meer gelaufen. Der Küstenabschnitt mit den Stränden Playa Chihuahua, Playa Solana del Mar und Playa Portezuelo liegt von Punta del Este aus gesehen in Richtung Montevideo und verläuft von Ost nach West. Er gilt als weniger gefährlich als die Strände auf der anderen Seite von Punta del Este, wo wir gestern waren. Die Brandung ist hier nicht so stark. Daher tummeln sich hier auch eher die Familien mit Kindern (Playa Solana del Mar, Playa Portezuelo). Wenn man mehr Ruhe sucht, sollte man eher weiter westwärts (Richtung Montevideo) laufen zur Playa Chihuahua.

Einsamer Strand Playa Chihuahua bei Punta del Este, Uruguay

Playa Solana del Mar bei Punta del Este in Uruguay

Da gibt es kilometerlange, einsame Strände, wo sich u.a. die FKK-Anhänger versammeln. Zunächst sind wir in diese Richtung gelaufen, zu den einsameren Stränden. An einer ruhigen Stelle haben wir dann ausgiebig gebadet und das erfrischende Meer genossen. Es war gerade Ebbe und der Atlantik gab eine kleine Sandbank frei, die regelmäßig von den Wellen überspült wurde. Auf dieser ließ es sich herrlich laufen. An einer Stelle hatte sich bereits ein kleiner See abgeteilt, der bei Hochwasser Verbindung zum Meer hat. Das Wasser stand darin und war unglaublich warm, wie in einer Badewanne. Hier sind wir dann umgekehrt. Wir wollten ja noch die Casa Pueblo sehen, die man ganz weit in der Ferne nur noch schemenhaft erahnen konnte. Und so liefen wir Kilometer um Kilometer zurück. Von der Playa Chihuahua vorbei an der Playa Solana del Mar bis zur Playa Portezuelo. Mit jedem Meter, den wir zurücklegten, wurden die Strände voller, lauter und wahnsinnig touristisch.

Familienstrand Playa Portezuelo bei Punta del Este in Uruguay

Je touristischer es wurde, umso dichter kam die Bebauung ans Wasser. Die Region um Punta del Este erlebt seit einigen Jahren einen exzessiven Bauboom und so wundert es kaum, dass viele luxuriöse Privathäuser direkt in den Dünen gebaut wurden und noch immer werden. Von hier aus konnten wir nicht am Strand weiterlaufen, da uns Felsklippen den Weg versperrten. So mussten wir irgendwie auf die Hauptstraße kommen. Auf dem Weg dorthin sprach uns eine Frau an, die bemerkt hatte, dass wir deutsch sprachen, und fragte, ob wir nach Punta del Este wollten. Als wir ihr erklärten, dass wir erst noch nach Punta Ballena wollten, um die Casa Pueblo anzuschauen, bot sie an, uns ein Stück in die Richtung mitzunehmen. Wir nahmen dankend an und stiegen in ihr blaues, Jeep-artiges Auto, das wahrscheinlich bei uns schon 1972 keinen TÜV mehr bekommen hätte. Ein herrliches Ding. Das einzige, was gut funktionierte, war der Anlasser. Einen Gang einzulegen, war dann schon ein mittelschwerer Kraftakt, was das Getriebe mit lautem Stöhnen quittierte. Das Auto war etwas schwach auf der Brust, es krächzte und röchelte, so dass wir es im Schneckentempo gerade so auf den Felsen schafften, an dessen Hang die Häuser von Punta Ballena gebaut sind. Der Geräuschpegel im Auto war so unglaublich laut, dass wir uns kaum unterhalten konnten. Sie erzählte uns, wie sehr sich die ganze Gegend hier in den letzten Jahren verändert hat. Wir erfuhren auch, dass sie 2 Jahre in Hamburg lebte. Dann fragte sie uns, ob wir schon in Rocha waren. Sie sagte, dass sie es dort viel natürlicher und nicht so zubetoniert und überlaufen findet und die Region ein echter Geheimtipp wäre. Rocha liegt von Punta del Este ca. 200 Kilometer entfernt in Richtung Brasilien an der Atlantikküste. An der Straße, die direkt zur Casa Pueblo führt, setzte sie uns schließlich ab und wir haben wir uns verabschiedet. Was für ein Glück wir hatten: Zu Fuß wäre dieser Marsch nicht nur lang und anstrengend gewesen, sondern auch ziemlich gefährlich, weil er direkt entlang einer vierspurigen Schnellstraße verläuft.

Casa Pueblo

An der Straße zur Casa Pueblo erwartete uns gleich die nächste Steigung, an deren höchstem Punkt wir mit einer wunderschönen Fernsicht auf Punta del Este belohnt wurden. Nach geschätzten anderthalb Kilometern zu Fuß erreichten wir dann endlich die Casa Pueblo.

Die Casa Pueblo an der Punta Ballena Nahe Punta del Este in Uruguay

Die Casa Pueblo an der Punta Ballena Nahe Punta del Este in Uruguay

Mittlerweile stand die Sonne schon ziemlich tief und tauchte das weiße Gebäude in ein zauberhaftes Licht. Die Casa Pueblo ist eigentlich ein Hotel. Sie wurde von dem uruguayischen Künstler Carlos Páez Vilaró erbaut. Die Architektur erinnert ein wenig an Gaudí. Es gibt in dem Gebäude außerdem eine Gallerie des Künstlers und eine kleine Bar. Beides kann man sich nach Entrichtung eines Obolus (5US$ oder 120 UY$) auch als Besucher anschauen. Die Gallerie war recht überschaubar. Man kann dort Werke des Künstlers erwerben und etwas über seine Beziehung zu Pablo Picasso erfahren, wenn man spanisch kann.

Gallerie Vilaró in der Casa Pueblo an der Punta Ballena nahe Punta del Este in Uruguay

In einem anderen Raum lief ein Film mit englischen Untertiteln über die besondere Architektur, sowie über das Leben und Schaffen von Carlos Páez Vilaró. Auf einer Terrasse standen viele Stühle in mehreren Reihen, die einzig und allein dem Zweck dienten den Sonnenuntergang zu zelebrieren. Wir haben jedoch nicht solange gewartet, sondern sind wieder zurück zur großen Straße gelaufen. Dort haben wir in der Nähe der Stelle, wo wir vorher raus gelassen wurden, auf den Bus nach Punta del Este gewartet. Außer uns wartete bereits ein argentinisches Pärchen, das auch nach Punta wollte. Die beiden baten uns, mit Ihnen zu winken, wenn der Bus kommt, da es sich nicht um eine offizielle Haltestelle handelte. Die Busse kann man in Uruguay grundsätzlich auf offener Strecke anhalten. Je mehr winken umso besser, denn dann ist die Chance mitgenommen zu werden um einiges größer. Es kann nämlich auch sein, dass der Busfahrer einfach vorbeifährt. Während wir auf den Bus warteten taucht die Sonne in einem atemberaubenden Tempo ins Meer. Der Sonnenuntergang war spektakulär und färbte die Umgebung orange, rot und violett. Der Bus kam, wir winkten, er hielt tatsächlich an und brachte uns nach Punta del Este.

Die Casa Pueblo an der Punta Ballena Nahe Punta del Este in Uruguay

Terrassen in der Casa Pueblo an der Punta Ballena nahe Punta del Este in Uruguay

Abendessen

Wir hatten Hunger und Durst, aber nur noch wenig Geld, also machten wir uns auf die Suche nach einem Geldautomaten (cajero automático). Die leidige Beschaffung von Geld beschäftigte uns jeden Tag. Wir haben das Gefühl, dass uns die Banken zum Sparen animieren wollen. Wir können einfach nicht mehr als 2500 uruguayische Pesos (ca. 75 EUR) auf einmal abheben, egal bei welcher Bank und an welchem Automaten. Scheinbar gibt es da ein Limit für internationale EC-Karten oder wir sind einfach zu dämlich. Nachdem wir wieder flüssig waren, sind wir essen gegangen. Der Magen knurrte, sodass eine Parrilla jetzt genau das Richtige war. Dafür sind wir in ein Restaurant gegangen, dass uns bereits Tage zuvor auf dem Nachhauseweg aufgefallen war: Oro y Taba. Wir waren die einzigen Gäste, die auf der Terrasse saßen. Einheimische essen scheinbar lieber drinnen. Einer der Kellner, der etwas englisch konnte, half uns bei der Auswahl des Essens. Als Entrada (Vorspeise) gab es eine spanische Käse-Wurst-Platte mit Oliven und jeweils einen Salat. Als Hauptgericht hatten wir einen Fleischspies (Bruschetta de Lomo) und ein kleines Steak (Petit Bife Angosto), von dem alleine schon zwei hätten satt werden können. Dann haben wir uns noch jeweils ein Dessert ausgesucht: Isla Flotante, ein Zuckerberg in einer Erdbeersauce, übergossen mit einer Karamellsauce.

Nachtisch Isla Flotante im Restaurant Oro y Taba in Punta del Este in Uruguay

Und Postre Oro y Taba, ein Erdbeersorbet auf Biskuit mit Schokoschicht darüber und richtig viel Sahne, dazu grüne Geleefrüchte). Allein das schon gefühlte 6000 Kalorien. Wir haben es auch grad so bis zur Hälfte geschafft. Inklusive einer Flasche uruguayischen Merlot, einer Flasche Wasser und des Trinkgelds waren wir dann unsere 2500 Pesos auch wieder los. Dafür haben wir sehr üppig gegessen und wurden exzellent bedient.

Postre Oro y Taba im Restaurant Oro y Taba in Punta del Este in Uruguay

Ausgehen

Die Nacht wollten wir schließlich mit einem Clubbesuch abrunden. Nach einer kurzen Stippvisite, um ein paar Sachen loszuwerden, sind wir wieder ins Zentrum von Punta del Este gefahren. Wir hatten uns vorsichtshalber zwei Clubs im Internet rausgesucht und auch vor Ort gefunden. Leider sind aber beide Clubs nur am Wochenende geöffnet, sodass wir gegen halb 5 auch ohne Clubbesuch todmüde ins Bett gefallen sind.

Morgen geht es nun weiter nach Montevideo.

Typisches Hochhaus im Zentrum von Punta del Este in Uruguay

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Sommer, Sonne, Strand… Sonnenbrand!

Das Wetter hat uns heute nicht im Stich gelassen. Kaum hatten wir die Vorhänge aufgerissen, strahlte uns ein fantastisch blauer Himmel mit kleinen Kumuluswolken an. Auf das Wetter ist hier stets verlass! Also nix wie rein in die kurzen Hosen und erstmal zum Frühstück. Es war grad halb 11 und so hatten wir noch Gelegenheit das amerikanische Frühstück auszuprobieren. Wie in Hostels üblich, gab es Filterkaffee, Toast, Butter, Marmelade und natürlich jede Menge Dulce de Leche. Wir saßen draußen auf der Terrasse und die Sonne blendete. Daran war wohl auch die Farbe unserer bescheidenen Unterkunft schuld.

Unsere Bed and Breakfast Unterkunft "San Diego" Punta del Este, Maldonado

Unsere Bed and Breakfast Unterkunft "San Diego" Punta del Este, Maldonado

Strandspaziergang

(Sonnen-)Licht ist ein unglaubliches Lebenselixier. Wir müssen da noch sehr aufpassen, da wir völlig blass sind und uns sonst schnell verbrennen. Also haben wir uns nach dem Frühstück erstmal ordentlich mit Sonnenmilch eingecremt und sind alsbald Richtung La Barra aufgebrochen, das liegt in der entgegengesetzten Richtung von wo wir gestern waren. Heute wollten wir uns dort mal umsehen und die Strände inspizieren. Wir sind zuerst zu unseren Strandabschnitt gelaufen (P-13), und von da an einfach entlang der Wasserlinie immer geradeaus in Richtung La Barra. Hier kann man kilometerweit laufen und die Strände nehmen und nehmen kein Ende. Das Beste daran ist, dass sie nicht so überfüllt sind wie z.B. in Rimini. Man findet überall Ecken wo man ziemlich ungestört und schön planschen kann.

Die Playa la Draga in Punta del Este in Uruguay

Der Wellengang ist hier generell ziemlich heftig. Jedes Jahr gibt es deswegen einige Tote. Manche Strandabschnitte waren zum Baden komplett gesperrt. Ansonsten legt man hier viel Wert auf Sicherheit. Alle paar hundert Meter gibt es so einen „Baywatch„-Turm, wo man sich dann gepflegt, wie in der gleichnamigen Serie, retten lassen kann. Hoffen wir, dass dies nicht nötig sein wird. Wind und Wellen eigenen sich also perfekt zum Surfen oder Kitesurfen, wenn man es kann oder lernen möchte. Surf- und Kiteschulen gibt es hier zuhauf.

Eine Surfschule am Playa la Draga in Punta del Este in Uruguay

Inzwischen hatten wir Strand P-37 erreicht und damit ein kleines Naturschutzgebiet (Arroyo Maldonado). Dort gab es keine Wellen und es wimmelte nur so von kleinen und großen Krebsen. Die kleinen Feiglinge sind aber sofort ins Wasser ausgebüxt, wenn man sich ihnen nähern wollte. Man glaubt ja nicht wie schnell die mit so vielen Beinen laufen können. So gelang es mir nicht, die schiere Masse einzufangen…

Arroyo Maldonado in La Barra, Uruguay

La Barra

Ab Strand P-40 kommt man nur schwimmend weiter oder man überquert einfach die Brücke „Leonel Viera“, die so schön geschwungen ist. Auf der anderen Seite beginnt „La Barra“. Hier sind besonders viele Klamottenläden, Bars und Clubs zu finden. Das Letztere ist eher was für nachts aber man kann auch tagsüber erahnen was sich dort wohl nach Einbruch der Dunkelheit so abspielt.

Eduardo Victor Haedo in La Barra Nahe Punta del Este in Uruguay

Hauptstrasse von La Barra in Uruguay

Die Playa de la Barra war dementsprechend auch voller als die anderen. Ich fand sie jedoch nicht so schön wie die letzten, die wir durchquert hatten (z.B. Playa la Draga). Die Strände wurden auch zusehends schroffer und felsiger. Auf einem der Felsen haben wir dann unser Mitgebrachtes gegessen. Wir sind noch bis zur Playa Montoya in Jose Ignacio gelaufen, dort war nochmal richtig Bambule, ein DJ sorgte für eine entspannte Atmosphäre am Partystrand. Dann war’s auch gut. Nicht das wir noch in Brasilien landen.

Die Playa de la Barra in Uruguay

So sind wir zurück und wollten einen von diesen Miniomnibussen nehmen. (Die heißen hier einfach nur Combis.) Dumm nur, dass wir an der falschen Haltestelle saßen und vergeblich auf einen Bus warteten. Eine Frau machte uns dann darauf aufmerksam, dass der Bus von einer anderen Stelle abfährt. Wenn man das nicht weiß, hätte man es wohl kaum herausgefunden. An der richtigen Haltestelle angekommen fuhr uns der erste Bus gleich vor der Nase weg. Das ist aber kein Problem, da die Busse in einer hohen Frequenz fahren. Der Bus fuhr direkt ins Zentrum von Punta del Este und noch weiter. Wir sind sitzengeblieben bis der Busfahrer „Punta Shopping“ rief, die Haltestelle an der wir ihm gesagt hatten, dass wir aussteigen wollten. Dort hatten wir unseren ersten Café con Leche mit Medialunas. Dann haben wir Geld geholt und ein paar Lebensmittel (Früchte und Zeugs) eingekauft.

Ab nach Hause

Zu Fuß sind wir dann im Sonnenuntergang nach Hause gelaufen. Trotz Sonnencreme (LSF 30) haben wir uns heute verbrannt aber nicht dramatisch. Ohne wäre das sicher viel heftiger gewesen. Wir überlegen, ob wir noch einen weiteren Tag bleiben. Es ist so herrlich entspannend hier. Einfach nur relaxen, die schöne Umgebung und das klare Meerwasser genießen. Die Küste ist wirklich traumhaft schön hier und die Leute unglaublich freundlich.

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Ankunft im Sommer

Nach einem ziemlich unspektakulären und leicht verspäteten Flug nach Madrid, hatten wir gerade Zeit genug, um die Terminals zu wechseln und noch etwas zu essen und zu trinken. Dann ging es auch schon um 1:05 Uhr weiter nach Montevideo. Der Flieger war vollbesetzt und irgendwie habe ich immer das Glück, in der Nähe von quengelnden Kleinkindern zu sitzen. Aber auf die Schwierigkeit im Flugzeug Schlaf zu finden, waren wir gut vorbereit. Bewaffnet mit Ohrstöpsel, Augenbinde und Nackenrolle konnte uns nicht viel schocken. So haben wir die meiste Zeit des Fluges geschlafen, soweit das eben in der Yankee-Klasse geht. Irgendwann bin ich mal wach gewesen und sah die Frau vom Mittelgang eine Reihe vor uns in der aufgehenden Sonne Yoga oder Tai-Chi machen. Sah irgendwie witzig aus.

Sonnenaufgang irgendwo über Brasilien

Nur wenig später gab es dann auch schon Frühstück und zwei Stunden später setzten wir zum Landeanflug an. Wir waren übrigens fast eineinhalb Stunden früher als geplant in Montevideo. Der Flughafen ist total klein und wirkt eher wie ein Militärflughafen aus den frühen 70ern. Ein neues, modernes Terminal ist aber bereits im Bau. Nachdem wir uns orientiert hatten beschlossen wir direkt nach Punta del Este zu fahren. In Montevideo wird sonntags nicht viel los sein und außerdem ist der Reiseablauf so wesentlich effizienter. Von Punta del Este könnten wir dann auf ein paar Nächte nach Montevideo, dann weiter nach Colonia und von dort direkt nach Buenos Aires, oder so. Vielleicht machen wir vorher auch noch einen Abstecher nach Salto. Dort soll es heiße Badequellen geben. Apropos heiß: Sonnencreme haben wir heute (noch) nicht gebraucht. Das Wetter hätte für den ersten Tag nicht besser sein können. Es war ziemlich bewölkt und recht kühl für den Hochsommer – immer noch 20 Grad – aber so wurde uns der „Wetterschock“ erspart. Außerdem blies ein ziemlich starker Wind vom Atlantik her.

Wir sind mit der Busgesellschaft COPSA gefahren und wie es scheint, war dies nicht der direkteste Weg. Für die knapp 140 km haben wir mehr als 2,5 Stunden gebraucht. Der Bus hielt unterwegs noch an etlichen kleinen Orten. Für Punta del Este haben wir erstmal zwei Tage geplant und werden sehen, wie sich das Wetter so entwickelt. Angeblich soll es morgen schon wieder viel wärmer werden.

Zimmersuche

Das Zimmer haben wir von der am Busterminal ansässigen Touristeninformation vermittelt bekommen. Die Anbieterin der Unterkunft hat uns dann sogar mit dem Auto abgeholt und zur Unterkunft gefahren. Das Haus liegt in einer gutbürgerlichen Wohngegend (Parque de Golf) mit üppigen Gärten und sehr gepflegten Grünflächen. Das Zimmer ist wirklich super, zwar recht klein aber mit TV, Internet und Telefon sowie eigenem Bad ausgestattet. Frühstück ist für 30 US$/Person auch dabei. Wir können sogar den großzügigen Pool im Garten benutzen, wenn wir wollen aber dafür müsste es erstmal wieder wärmer werden. Im Reiseführer stand, dass man im Hochsommer vor Anreise unbedingt ein Zimmer reservieren sollte. Man kann es aber auch so probieren. Zur Not fährt man eben zurück nach Montevideo. Aber man findet doch eigentlich immer noch irgendwas. In der Unterkunft haben wir uns erstmal ausgeruht und etwas Schlaf nachgeholt.

Picknick am Strand

Weil schlafen hungrig macht, sind wir danach in das Punta Shopping Center aufgebrochen. Hier hing überall noch die Weihnachtsdeko und voll war es, als ob es kurz vor Heiligabend wäre. Dort haben wir uns in einem riesigen Supermarkt mit Lebensmitteln eingedeckt. Dann haben wir beschlossen, am Strand zu picknicken. Dafür sind wir auf die windgeschützte Seite der Landzunge, auf der Punta del Este liegt, gegangen. Am Strand haben wir uns eine Dünne ausgesucht, wo wir bei herrlichen Lichtverhältnissen gespachtelt haben: Bocadillos con queso y jamon con aceitunas. Zum Abend kam sogar die untergehende Sonne wieder raus und es war einfach traumhaft am Strand.

Sonnenuntergang in Punta del Este

Kaum Menschen, das rauschende Meer und die frische, salzige Brise. Von weitem sieht Punta del Este wie eine total schlimme Bettenburg aus. Das ist die Stadt wahrscheinlich auch, aber sie hat durchaus ihren Reiz. Es ist alles sehr gepflegt und mondän. An vielen Stellen erinnert es mich auch an Ibiza Stadt. Im Hafenviertel und in La Barra gibt es unzählige Bars und Clubs und überall sind Menschen jeden Alters unterwegs. Es ist unerwartet entspannt hier, nachdem was man so gehört hat. Mal sehen, was man hier noch alles so entdecken kann…

Playa La Pastora in Punta del Este

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