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No hay moneda

Nachdem wir uns letzte Nacht bestens amüsiert hatten und erst sehr früh am Morgen im Bett waren, mussten wir zuerst etwas Schlaf nachholen. Irgendwann am Nachmittag sind wir dann wieder wach geworden und bummelten in den bereits fortgeschrittenen Tag. Wenig später meldete sich auch schon der Hunger zu Wort und so bin ich in den nächsten Supermarkt, um ein paar Dinge zu besorgen.

Nach besten Wissen und Gewissen

So richtig volle Supermärkte habe ich hier eigentlich nie erlebt. Dank der langen Öffnungszeiten verteilt sich alles sehr gut über den Tag. Man sollte aber trotzdem nicht glauben, dass sowas banales wie Einkaufen schnell erledigt ist. Selbst bei nur drei Leuten vor einem an der Kasse kann man schon mal bis zu 15 Minuten anstehen und warten. Hier hat es niemand wirklich eilig und auch ein Schwätzchen an der Kasse, während die anderen geduldig in der Schlange warten, ist nichts Ungewöhnliches. Wesentlich mehr Zeit aber wird durch den permanenten Mangel an Münzgeld vernichtet. Die ständige Suche nach Münzen ist nicht nur anstrengend, sondern auch mächtig absurd. Die Frage nach Kleingeld wird wohl zu den am häufigsten gestellten Fragen in Argentinien gehören. Im Stadtbild sieht man überall Schilder wie „No hay moneda!“ — zu Deutsch „Wir haben kein Kleingeld!“ — in Shops und Kiosken gehören sie fast schon zum guten Ton. Münzen rückt man hier nur raus, wenn es nicht anders geht. Die übrige Zeit hütet man seinen Münzschatz wie den Heiligen Gral, denn man weiß ja nie, wo man seine Münzen einmal unbedingt brauchen wird, z.B. im Colectivo.

Buchhandlung "El Ateneo" im ehemaligen Theater "Grand Splendid" in der Avenida Santa Fe in Buenos Aires

So stand ich also im Supermarkt in der Schlange an der Kasse, vor mir nur vier Leute und alle bezahlten bar. Die Frage nach Kleingeld wurde erwartungsgemäß von allen höflich verneint und so blieb der Kassiererin oft nur, das Rückgeld zu ihren Ungunsten aufzurunden. Bei ein paar Cents ist das hier durchaus üblich und wir haben das oft erlebt. Als ich dann dran war, waren die Münzen vollends alle, und so blieb mir nichts weiter übrig als zu warten, bis sich ihr Kleingeldvorrat wieder füllte. Das tat ich dann auch. Die Kassiererin spekulierte darauf, dass schon irgendjemand passend und mit Kleingeld zahlen würde, aber da hatte sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Und so wartete ich bald nicht mehr allein auf Wechselgeld. Nachdem wir bereits eine kleinere Gruppe geworden waren, rief sie Ihre Kollegin zur Hilfe und bat sie, Münzgeld zu besorgen. Die Frau machte sich dann auch gleich auf den Weg, wahrscheinlich zur nächsten Bank, und so dauerte es abermals eine Weile, bis ich zu guter Letzt zu meinem Wechselgeld kam.

Treppenaufgang im ehemaligen Theater "Grand Splendid", heute Buchhandlung "El Ateneo" in der Avenida Santa Fe in Buenos Aires

Der schönste Buchladen der Welt

Nachdem wir zu Hause gegessen hatten, sind wir zur Plaza de Mayo, um dort in die Subte Cathedral zu steigen. Wir hatten uns für einen Besuch der Galería Bond Street und des Kulturkaufhaus „El Ateneo“ entschieden. Beide Ziele liegen nah beieinander, entlang der Avenida Santa Fe, und sind einen Besuch wert. Die Subte Linie B würde uns direkt dorthin bringen. In der rappelvollen U-Bahn stapelten sich die Berufspendler, die bereits auf dem Heimweg waren. Es roch nach Schweiß, Parfüm und sonstigen nicht wirklich angenehmen Ausdünstungen. Es gibt wahnsinnig viele Menschen, die zugeknöpft bis zum Hals im Anzug rumrennen. Bei der Hitze etwas seltsam aber die Etiquette fordert ihren Tribut. An der Haltestelle Pueyrredón waren wir heil froh, dass wir wieder aussteigen durften. Eigentlich hatten wir vor, schon zwei Stationen früher auszusteigen, aber der Mief in der Bahn hatte uns scheinbar den Verstand vernebelt. Wieder an der frischen Luft liefen ein paar Straßenblöcke zurück und ließen die geschäftige Avenida an uns vorbei ziehen.

Leseprobe in der Buchhandlung "El Ateneo" im ehemaligen Theater "Grand Splendid" in der Avenida Santa Fe in Buenos Aires

Dann standen wir vor dem „El Ateneo Grand Splendid“. Das prächtige Gebäude wurde 1919 als Theater eröffnet und fungierte eine Weile als Veranstaltungsbühne für diverse Künstler. Hier feierten Tangogrößen wie Carlos Gardel und Ignacio Corsini ihre größten Erfolge. Das Theater ist ein weiterer prunkvoller Zeuge für den Reichtum dieser Stadt. Argentinien zählte zu dieser Zeit zu den sechs reichsten Ländern der Welt. 1929 wurde das Theater zu einem Kino umgebaut, in dem der erste vertonte Film in Argentinien gezeigt wurde. In den späten 1990er Jahren musste auch das Kino schließen. Das Gebäude wurde erneut umgebaut und beherbergt seit 2000 eine Filiale der Buchkette „El Ateneo“.

Bücherregale in der Buchhandlung "El Ateneo" im ehemaligen Theater "Grand Splendid" in der Avenida Santa Fe in Buenos Aires

Die Zahlen sind beeindruckend: Auf nur 2.000 qm gibt es über 120.000 Bücher, davon allein 4.000 fremdsprachige, vor allem in englischer und italienischer Sprache. Jeden Tag kommen 3.000 Besucher in den Buchladen, pro Jahr sind das 700.000 Gäste und potentielle Kunden. Es gibt ein reichhaltiges Kulturprogramm mit fast täglichen Lesungen und Diskussionsrunden. Die meisten Besucher kommen wahrscheinlich wegen dem großartigen Flair des ehemaligen Theatersaals. In den einstigen Avanzen links und rechts der Bühne und in den Logen kann man die Bücher vor dem Kauf schon mal in aller Ruhe Probelesen. Man kann Schüler beobachten, die hier ihre Hausaufgaben machen und die reichhaltige „Bibliothek“ als Recherchequelle nutzen. Die alte Bühne ist heute ein Café. Hier kann man lesen, Kaffee trinken und bei entspannter Live-Musik das schöne Ambiente genießen. Kann man Bücher besser in Szene setzen?

Bühne und Theatersaal im ehemaligen Theater "Grand Splendid", heute Buchhandlung "El Ateneo", in der Avenida Santa Fe in Buenos Aires

Kontrastprogramm Galería Bond Street

Ein auf eine ganz andere Art inspirierender Ort, ganz in der Nähe, ist die Galería Bond Street, der Shopping-Himmel für rebellierende Teens und junge Erwachsene aller Couleur. Hier kriegt man nicht nur schrille und ausgefallene Klamotten und Schuhe, sondern auch allerhand Klimbim, was man als Jugendlicher von heute eben so zum Auflehnen braucht.

Zugetaggte Wand in den Galerías Bond Street in der Avenida Santa Fe in Buenos Aires, Argentinien

Gefühlte 70% des Gebäudes bestehen allerdings aus Tattoo- und Piercing-Stuben. Die interessante, kleine Veganer-Bar im Untergeschoß, in der ich vor knapp einem Jahr einen Algen-Weizengras-was-weiß-ich-was-noch-Wellness Drink hatte, ist inzwischen verschwunden und durch einen weiteren Tattoo-Schuppen ersetzt worden. Das ganze Gebäude ist über und über mit Graffiti und Tags zugekleistert. Alles wirkt ziemlich lässig und cool. Es war aber leider nicht mehr viel los, da wir kurz vor Ladenschluss erst eintrafen. Nur in den Tattoo-Studios summten die Nadeln auch nach Ladenschluss noch fleißig weiter.

Graffiti in den Galerías Bond Street in der Avenida Santa Fe in Buenos Aires

Wir aber brachen auf und machten uns auf den Rückweg entlang der Avenida Santa Fe. Auf dem Weg nach San Telmo wollten wir irgendwo noch einen Stopp einlegen, um etwas zu Abend zu essen. In der Calle Esmeralda stolperten wir über ein „All-You-Can-Eat“-Lokal, in dem ich schon mal gegessen hatte. Dort hauten wir uns ordentlich die Bäuche voll und beobachteten die Gäste. Die meisten verfolgten total gebannt und geistesabwesend das Fußballspiel in den aufgehängten TV-Geräten. Brot und Spiele im doppeldeutig-buchstäblichen Sinne…

Graffitis an einer Rolltreppe in der Galería Bond Street in Avenida Santa Fe in Buenos Aires

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Oh rainy day

Wenn Faulheit weh tun würde, dann hätten wir uns heute vor Schmerzen krümmen müssen. Bereits als wir wach wurden, regnete es in Strömen, der Himmel hing voller Wolken und die Straßen waren wie leergefegt. So haben wir beschlossen, den Tag in der Wohnung zuverbringen. Es war zwar recht mild, aber nach draußen zog es uns trotzdem nicht. Schon die letzten Tage sah es immer mal wieder nach Regen und Gewitter aus. Aber außer dem kurzen Intermezzo in La Boca, blieb es die ganze Zeit trocken. Dafür hat es heute so richtig geschüttet. In einer der kurzen Regenpausen sind wir mal raus zur nächsten Bäckerei und haben uns mit Medialunas eingedeckt. Kaum waren wir wieder zu Hause, begann der Regen aufs Neue. Der Tag kam eigentlich wie gerufen und wir nutzen ihn zum Entspannen, Lesen und Surfen. Erst kurz vor Sonnenuntergang, also ca. um 20 Uhr, riss der Himmel dann doch noch mal auf. Das Licht am Abend ist einfach wunderschön. Die ganze Stadt scheint wie angemalt.

Gefunden in San Telmo, Buenos Aires

Gegen 23 Uhr sind wir hungrig auf die Suche nach Nahrung gegangen. Nur von Medialunas kann man schließlich nicht leben. In San Telmo gibt es unzählige Restaurants aber die meisten sind sehr touristisch, besonders um die Plaza Dorrego. Also sind wir abseits davon durch die Straßen gezogen. In der Perú hat uns dann das „Las Mazorcas“ auf Anhieb angesprochen und nur wenige Augenblicke später saßen wir in bequemen Polsterstühlen. Die Kellnerin war total cool und das Essen absolut lecker. Leider gibt es keine Internetadresse zum Verlinken, aber wer es sucht, findet das „Las Mazorcas“ in der Calle Peru 1024. Die Küche ist einheimisch (Cocina Porteña), angeboten wird Frühstück, Mittag- und Abendessen.

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Abri los ojos – Mach die Augen auf

Wir hatten im Internet recherchiert, dass es in Argentiniens Nationalkongress von Montag bis Freitag um 16 Uhr englischsprachige Führungen geben soll. Also machten wir uns am Nachmittag auf den Weg dorthin. Vorher haben wir versucht Geld abzuheben und mussten feststellen, dass das in Argentinien die gleichen Probleme wie in Uruguay bereitet: Wir können pro Tag nur maximal 300 Pesos (ca. 65 EUR) abheben. Das ist zwar genug Geld, um ein paar Tage über die Runden zu kommen, aber ein so niedriges Limit für internationale EC-Karten hat uns doch überrascht. Nun werfen wir den Banken eben alle paar Tage ein paar Euros mehr in den gierigen Schlund. Für jede Transaktion werden ja neben dem schlechten Wechselkurs auch noch Gebühren fällig. Naja, dafür ist das Leben hier recht günstig und man braucht vielleicht 1/3 von dem was man in Deutschland bräuchte.

Palacio del Congreso de la Nación Argentina in Buenos Aires

Pünktlich gegen vier Uhr waren wir dann am Besuchereingang des Palacio del Congreso de la Nación Argentina in der Hipólito Yrigoyen Straße. Hier erfuhren wir aber, dass im Januar keine Führungen stattfinden. Erst im Februar wieder. So mussten wir unverrichteter Dinge gehen und haben uns in der Nähe der Subte Sáenz Peña in ein Café zurückgezogen. Dort gab es richtig klietschige Medialunas, so wie ich sie liebe. Der Kellner hat uns noch zwei andere süße Schweinereien gratis dazu gepackt, die auch sehr lecker waren.

Van mit Graffiti auf der Plaza de los Dos Congresos Buenos Aires

Palermo

Da wir es gestern nicht nach Palermo geschafft hatten, wollten wir das heute nachholen. Von der Plaza de los Dos Congresos fahren sehr viele Colectivos. Als wir gerade den Guia“T“ zurate ziehen wollten, fuhr ein Bus der Linie 12 vorbei, auf dem groß „Plaza Italia“ stand. Dieser fuhr also ungefähr dahin, wohin wir wollten. Sicherheitshalber haben wir beim Einsteigen nochmal nachgefragt. Das sollte man immer tun, denn nicht alle Busse der selben Linie fahren auch zwangsläufig auf der selben Route.

Urban Streetart in Palermo-Soho, Buenos Aires

Im Bus haben wir dann versucht für 80 Centavos mitzufahren, aber der Fahrer hat uns bis zur Plaza Italia 1,20 Pesos abgeknöpft. So wie es aussieht, gab es auch hier Preissteigerungen. Für unter einen Peso Bus zu fahren, scheint der Vergangenheit anzugehören. Auch die meisten anderen Passagiere bezahlten mehr als einen Peso. So fuhren wir mit aufgeklappten Guia“T“ und folgten der Strecke, die der Bus nahm, auf der Karte. Auch das ist ratsam, um das Aussteigen nicht zu verpassen. Die Plaza Italia ist erstmal kein so schlechter Ausgangspunkt, um Palermo zu erkunden. Von dort kann man in relativ kurzer Zeit nach Las Cañitas oder in Richtung Palermo-Soho laufen. Wir entschieden uns für Letzteres. So liefen wir die Calle Thames hoch und nach zirka fünf Straßenblocks waren wir dann auch schon im Herzen von Palermo-Soho.

Hollywood in Cambodia in der Calle Thames 1885 in Palermo Soho Buenos Aires

Erste Station war das „Hollywood in Cambodia“ in der Thames 1885. Die Bar ist innen über und über mit Graffitis und Stencils zugesprayt. Im hinteren Bereich gibt es eine kleine Galerie, in der man Streetart diverser Künstler kaufen kann. Über die Treppe in der Galerie gelangt man noch auf eine Terrasse. Auch hier ist alles voll mit Graffitis. Die Bar ist eher was für die Nacht und so waren wir die einzigen Besucher.

Terasse des "Hollywood in Cambodias" in der Calle Thames 1885 in Palermo-Soho, Buenos Aires

Hollywood in Cambodia in der Calle Thames 1885 in Palermo-Soho in Buenos Aires

Also sind wir weiter in Richtung Plazoleta Cortázar. Hier gibt es unzählige Geschäfte und weitere Cafés und Bars. Wir haben einige Shops durchstöbert aber nichts gefunden. Die meisten Sachen, die uns gefielen, gab es nicht mehr in unserer Größe. Gegen halb acht sind wir dann rüber nach Las Cañitas gelaufen. Auf dem Weg dorthin sind wir an einer fantastischen Bäckerei vorbeigekommen. Die hatten diese Ninjas, so kleine kreisrunde, herzhafte Torten mit Kürbis-Käse-Füllung. Ultra lecker!

Sonnenbrillenladen in Palermo-Soho in Buenos Aires

In der Kneipenmeile Las Cañitas sieht noch fast alles aus wie im letzten Jahr. Nur mehr Hundekacke. So richtig erwärmen konnten wir uns für keines der vielen Restaurants, die auch eher den Eindruck von Masse als Klasse vermitteln. Mein Gefühl von „Disneyland“ wurde ich auch diesmal nicht los. Las Cañitas und Soho sind insgesamt ganz schön öde. So sind wir zurück zur Plaza Italia und haben uns für die U-Bahn zurück nach Hause entschieden. Am Fahrkartenschalter haben wir uns gleich eine 10er-Karte für die Subte gekauft. So erspart man sich das lästige anstehen nach Tickets. Automaten sucht man hier nämlich vergeblich. Die U-Bahnpreise haben auch angezogen. So kostet eine Fahrt mit der Subte nun 1,10 Pesos. In der U-Bahn wurden wir von zwei Typen mit Gitarren und Verstärker musikalisch unterhalten. Die Porteños klatschten höflich aber gelangweilt. Der eine oder andere gab dann aber doch einen Peso. Es war kuschlig warm und elend laut. Wir sind bis zur Endstation „Catedral“ in der Nähe der Plaza de Mayo gefahren und den Rest gelaufen. Wann immer wir nachts nach Hause kommen, sehen die Straßen in unserer Gegend anders aus. Mal ist überall Müll verstreut, wenn die Cartoneros gerade da waren, mal ist alles blitzeblank sauber, mal haben die Geschäfte noch geöffnet, mal ist schon alles geschlossen und die Häuser mit den verrammelten Läden wirken abwehrend, fast bedrohlich, mal sind die Straßen von Nachtschwärmern und sogar kleinen Kindern bevölkert, mal menschenleer.

Pasteleria in Palermo-Soho in Buenos Aires

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Hace mucho calor y sol – Es ist sau heiß hier

Während die Leute zu Hause wahrscheinlich eher frieren, schwitzen wir uns hier einen Wolf. Unser Lebensrhythmus hat sich bereits um 100% verlangsamt und sich Stadt und Klima angepasst. Wir fühlen uns puddelwohl dabei! Heute war die Hitze ziemlich extrem. Wir sind extra erst spät am Nachmittag aus dem Haus gegangen. Die Sonne knallte aber trotzdem noch gnadenlos vom Himmel und öffnete uns jede Pore. Ich weiß nicht genau, wie heiß es wirklich war, aber es fühlte sich an wie 38 Grad oder mehr.

Auf der Puente de la Mujer in Puerto Madero in Buenos Aires

Puerto Madero – Das moderne Hafenviertel

Puerto Madero ist das neuste Viertel der Stadt. Das heißt eigentlich ist es gar nicht neu. Hier wurden die alten Speicher entlang von vier alten Hafenbecken aufwendig saniert und bieten heute exklusive Wohn- und Geschäftsräume.

Wohnen im Hafenviertel Puerto Madero in Buenos Aires

Der Bauboom ist scheinbar ungebrochen und es entstehen immer mehr Wolkenkratzer auf der zum Rio de la Plata zugewandten Seite. Hier wollten wir ein wenig rumschlendern. Wir haben es jedoch grad so bis zur Puente de la Mujer von Calatrava geschafft, die ungefähr in der Mitte des Viertels liegt. Es war nur im Schatten wirklich auszuhalten.

Calatravas Puente de la Mujer im Hafenviertel Puerto Madero in Buenos Aires

Also beschlossen wir, uns in die kühleren Straßenschluchten der Innenstadt zurückzuziehen. Die Stadt machte einen ziemlich lethargischen Eindruck: Es waren nur wenig Leute, meist Touristen, unterwegs und viele Geschäfte waren (noch) geschlossen. So war es gar nicht so leicht, unseren Wasserbedarf zu decken. In der Florida-Straße haben wir Rast gemacht und die wenigen Menschen in den Straßen beobachtet. Dabei haben wir bei Dreharbeiten zu einem argentinischen Kinofilm zugeschaut. Sehr spannend.

Dreharbeiten in der Calle Florida in Buenos Aires

Ich mag das ungeschminkte, schlichte argentinische Kino sehr. Die Filme erzählen überwiegend Alltagsgeschichten von den Sehnsüchten, Sorgen und Wünschen der Menschen. Das argentinische Kino hat eine lange Tradition und ist stark im Kulturgedächtsnis des Landes verwurzelt. Die meisten Filme spielen natürlich in der Metropole Buenos Aires. Nachdem wir das Treiben eine Weile beobachtet hatten, sind wir auf dem Weg nach Hause noch einkaufen gegangen. In einer dieser urigen Pastarias in einer Seitenstraße haben wir Salat, Empanadas und Nachtisch (Tiramisu) gekauft.

Italienische Pastaria unweit der Avenida Belgrano in Buenos Aires

Zu Hause haben wir damit unsere charmante Küche eingeweiht und am Tisch in der Galerie zum Hof gemütlich zu Abend gegessen. Dann haben wir uns mit der Sprache beschäftigt und spanisch gelernt. Es ist gar nicht so schwer. Nur die Aussprache ist manchmal nicht so einfach, aber nach einer Weile ging auch das ganz gut. Theoretisch kann man hier auch ohne Spanisch überleben. Die Menschen sind unglaublich höflich und geben sich alle Mühe, einen zu verstehen. Hin und wieder spricht auch mal einer englisch.

Bar "Rey Castro" in San Telmo in Buenos Aires

Am Abend haben uns die Mücken ordentlich zugesetzt. Sobald es dunkel wird kommen die Biester in Scharen und greifen an wie Kamikaze-Flieger. Sie lassen keine Stelle am Körper verschont! Man hat nicht den Hauch einer Chance. Gegen Mitternacht sind wir nochmal raus und haben uns in San Telmo rumgetrieben. Das Klima war jetzt ultraangenehm. Kein Wunder, dass sich das Leben hier nachts abspielt. Wir genossen die warme Luft und die frische Brise. Wir aßen Eis und mischten uns unter die Einheimischen. Die Plaza Dorrego war voll bis auf den letzten Platz. Ich kann mir momentan keinen schöneren Ort vorstellen, als diese Stadt. Das Leben hier fühlt sich so leicht an. Einfach genial.

Altes Kirche im spanischen Kolonialstil in San Telmo Buenos Aires

HDR Streetart in der Calle Defensa in San Telmo Buenos Aires

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Planeta Urbano

Auch heute waren wir wieder im Großstadtdschungel unterwegs und wollten uns ein paar weitere Sehenswürdigkeiten ansehen, u.a. das großartige Teatro Colón. Es ist nicht nur wegen des schönen Opernsaals bekannt sondern auch wegen der tollen Akustik und wird oft im gleichen Atemzug mit der Oper in Sidney genannt. Leider wird es momentan noch umgebaut und ist für Besucher geschlossen. Auch außen ist nicht viel zu sehen, da es eingerüstet ist. Sehr schade. Beim nächsten Mal werden wir es uns aber genauer ansehen. Noch in diesem Jahr ist feierliche Wiedereröffnung. Wir sind gespannt.

Das Teatro Colón in Buenos Aires Argentinien

Galeria Bond Street

Danach sind wir gleich weiter zur Av. Santa Fe 1670, um das Treiben in der Galeria Bond Street auf Zelluloid zu bannen, und um die Shops genau zu durchforsten. Das Gebäude ist sehr spannend und ein absolutes Muss, wenn man die Jugendkultur des Landes verstehen möchte. Sicher mag man sich an den Stilen und dem unendlichen Kitsch reiben, aber das zu beurteilen überlassen wir anderen. Wir fanden es auch bei unserem zweiten Besuch reizvoll, auch wenn heute nicht so viel los war wie neulich. Ich habe die ganzen Piercing- & Tattoostudios nicht gezählt aber es hatte auf jeder Etage mindestens fünf davon. Ich glaube dieser Trend ist bei uns lange durch, und auch Piercings sind nicht mehr wirklich hip in Europa. However, wer in Buenos Aires ist, sollte unbedingt mal an einem Wochentag dort vorbei schauen. Überall kann man das Surren der Tätowiernadeln hören und teilweise zugucken. Nebenbei kann man die vielen kleinen Minishops abklappern. Das Treiben dort ist wirklich spannend, und die Leute sind super relaxed.

Das Innere der Galeria Bond Street in Buenos Aires

Mehr vom Inneren der Galeria Bond Street in Buenos Aires

Graffiti in der Galeria Bond Street in Buenos Aires

El Ateneo

Unweit der Bond Street befindet sich eine weitere Attraktion fürs Auge. In der Sante Fe 1860 wurde ein ehemaliges Theater zu einem Buchkaufhaus umfunktioniert. Das Flair in diesem Komplex ist wirklich einmalig schön. Besser kann man Bücher wohl nicht zum Kauf anbieten. Das „El Ateneo“ ist auch weit mehr als nur ein Buchgeschäft und scheint sehr gut sortiert. Es lädt zum Verweilen ein. Es finden auch regelmäßig Lesungen und Buchpräsentationen statt. Der Besuch lohnt sich.

El Ateneo Grand Splendid in Buenos Aires

Rede der Cristina Kirchner

Seit gestern herrscht eine merkwürdige Stimmung in BsAs, die wir bis heute nicht ganz deuten konnten. Wir spürten, dass etwas Wichtiges passiert sein musste, konnten uns aber bisher keinen richtigen Reim drauf machen. Seit Tagen sehen wir Demonstrationen an allen Ecken der Stadt. Überall in der Stadt sieht man Menschen die gebannt vor dem Fernseher sitzen und der argentinische Staatspräsidentin Cristina Fernández de Kirchner lauschten oder Landesnachrichten gucken. Die Präsidentin hatte gestern mit einer aggressiven Rede große Teile des Landes, vor allem die Bauern, gegen sich aufgebracht. Die Ansprache führte zu Blockaden in diversen Sektoren, vor aber in der Landwirtschaft.

Eine der vielen Demos, hier nahe der Av. Julio de Roca in Buenos Aires

Die Blockade wird so lange geführt, bis die Regierung das angekündigte Programm (Steuererhöhungen) zurück nimmt. Wir sind gespannt, wie sich das entwickeln wird. Manche sagen, dass es zu Unruhen kommen kann, und die Regierung da ein gefährliches Spiel treibt. Wir sind aber (noch) nicht davon betroffen, außer vielleicht, das der Bus eine andere Route als üblich fährt, weil in der ganzen Stadt demonstriert wird. Die Stimmung ist nach unserer Einschätzung friedlich.

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39 Kaffeebohnen aus Costa Rica fahren Bus nach San Telmo

Das ist meine Eselsbrücke, um mir zu merken wo der Colectivo 39 in Palermo Soho in Richtung San Telmo abfährt. Das ist notwendig, da wir wiederholt in Palermo Soho nach der richtigen Bushaltestelle gesucht haben. Wir waren ja schon mehrfach dort, aber eine geeignete Haltestelle haben wir uns noch nicht gemerkt. Das dürfte sich nun aber mit der Eselbrücke ändern. Busfahren und Haltestellen in Buenos Aires sind ohnehin was ganz besonderes, und ich kündige hiermit schon mal ein „Colectivo-Spezial“ an, demnächst hier auf diesem Blog. Ich glaube, dass dies nicht nur interessant sondern auch für andere hilfreich sein wird.

Buen Díaz

Nachdem wir heute Morgen unsanft durch Hammer- & Meißelschläge geweckt wurden haben wir gegen 10 Uhr das Haus ohne bestimmtes Ziel verlassen. Für heute ab 9 Uhr hatten sich Handwerker angekündigt, um in der gesamten WG an der Heizung zu bauen. Eigentlich waren die Handwerker bereits gestern für 8 Uhr bestellt, aber wie es eben hier so ist. Entweder kommen sie oder sie kommen nicht, oder später. Also heute Morgen kamen sie und so war nicht mehr an ausschlafen zu denken. Nach unserem Quasi-«Morgenritual» im „Café Origen“ in der Perú / Humberto 1˚ mit Cafe con leche und Medialunas, sind wir einfach mal die Perú weiter hoch in Richtung Stadtzentrum gelaufen.

Belgrano

Dort haben wir spontan beschlossen, in die Subte Linea D einzusteigen und bis zur Endstation „Congreso de Tucumán“ zu fahren. Wir dachten, da steht das große Kongressgebäude, was wir noch nicht gesehen haben. Naja, falsch gedacht. Einen Blick auf die Karte hätte es uns gleich gesagt, aber Buenos Aires ist die perfekte Stadt um sich auch einfach mal treiben zu lassen. Nachdem wir also an der Endstation bemerkten, dass sich das gesuchte Gebäude ganz woanders befindet, sind wir nicht zurückgefahren. Stattdessen sind wir in die ruhigeren Seitenstraßen parallel zur Av. Cabildo eingebogen. Wir befanden uns gewissermaßen am letzten Ende des Barrios Belgrano. Auf der Hauptstraße sah es aus wie überall. Viele Autos, viele Geschäfte, viele Menschen, viel Lärm und kein Schatten weit und breit für L. Die Seitenstraßen hingegen sahen aber recht vielversprechend aus. So hatten wir beschlossen, diese entlang der Av. Cabildo zu erkunden und so langsam wieder in Richtung Zentrum zu schlendern. Dabei haben wir viele wundervolle Häuser und schöne, ruhige Alleen gesehen. Belgrano ist scheinbar auch eines der besseren Wohnquartiere. So sind wir die Av. Vuelta de Obligado vorbei am Plaza Belgrano Richtung Palermo gelaufen.

Shopping Day

Auf der Höhe der Av. Olazabal haben wir dann einen coolen Klamottenladen entdeckt und dort auch gleich so einige Sachen gekauft. Shopping in Buenos Aires ist wirklich ultra-geil. Überall sind Geschäfte, die man am liebsten leerkaufen möchte. Die Preise sind niedrig und die Klamotten „fancy“. Für Shopping-Süchtige ist Buenos Aires auf jeden Fall „tödlich“. In einem nette Café etwas weiter entlang der Straße hatten wir dann unser Mittagessen (Home Made Salad, sehr lecker) und einen weiteren Kaffee. Als wir nach einigem Fußmarsch endlich in Palermo ankamen haben wir dort gleich weiter geschoppt. Palermo Soho ist allerdings nicht mehr so preiswert, und viele der Sachen, die man dort findet, kann man auch in jeder europäischen Großstadt kaufen. Die Geschäfte kannten wir ja bereits, und so war es noch mal eine gute Gelegenheit, etwas genauer zu schauen. So wurde der Tag zu einem Einkauftag.

Street Art Buenos Aires

Im Sixfeet drückte uns der Verkäufer auch gleich noch einen Flyer für eine kleine Vernissage in die Hand, die heute gegen 20 Uhr stattfinden sollte. Die Vernissage über Streetart war ganz in der Nähe.

Flyer für Streetart Vernissage in Palermo Buenos Aires

Nachdem wir den Laden gefunden hatten, sind wir erstmal was essen gegangen, da erst ab 20 Uhr dort was los sein würde und wir 8 Minuten zu früh da waren. 🙂 Es gehört zum guten Ton in Buenos Aires, eher zu spät oder gar nicht als zu früh zu kommen. Gegen 21 Uhr sind wir dann zurückgekehrt und haben einen ziemlich geilen Laden entdeckt. Das ganze Café/Bar war über und über mit Graffiti übersät. Sehr cool. Es war leider schon zu dunkel um Fotos davon zu machen. Im ersten Stock gab es dann die Vernissage mit der Graffiti-Kunst, die man auch gleich kaufen konnte. Wir werden den Laden die nächsten Tage noch mal besuchen. Dann gibt’s auch ein paar Fotos davon.

Heimfahrt

Mit diesen tollen Eindrücken sind wir, nachdem wir dann den Bus 39 gefunden hatten, zurück nach San Telmo gefahren. Auf der Santa Fe / Montevideo sind wir dann auch heute wieder in eine Demonstration geraten. Lauter Menschen mit Trommeln und Schüsseln, die ordentlich Radau gemacht haben. Hier wird scheinbar genauso viel oder mehr demonstriert wie in Berlin. Sehr lustig, das alles zu beobachten. Irgendwie haben wir dann auch noch die richtige Haltestelle in San Telmo verpasst und befanden uns plötzlich am Busbahnhof Constitución. Da ist es gegen 23 Uhr nicht mehr so lustig, aber es ging. Wir sind einfach mit dem Bus 39 ein paar Stationen zurück gefahren und den Rest gelaufen. Beim nächsten Mal müssen wir etwas besser aufpassen. Den Rest der Strecke sind wir dann nach Hause gelaufen.

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Downtown Buenos Aires

Heute sind wieder unglaublich schöne und interessante Eindrücke auf uns eingeprasselt. Bereits bei der Suche nach einem geeigneten Café in San Telmo, in dem wir noch nicht waren, haben wir ein ganz tolles Café entdeckt. Dort hatten wir einen wirklich großen und guten Café con leche mit Schaumkrone und dazu mehrere, total köstliche Medialunas. So gestärkt konnten wir in den Tag starten. Ich werde den Namen des Cafés nachreichen da wir sicher mal wieder hingehen werden.

Museumsbesuch

Danach sind wir als erstes in Richtung Plaza de Mayo aufgebrochen und haben uns dort, das „Museo Histórico Nacional del Cabildo y de la Revolución de Mayo“ angesehen. Die Dauerausstellung war übersichtlich und nachvollziehbar aber man könnte sicher mehr aus dem Thema rausholen. Der Eintritt ist frei und es gibt Informationsmaterial in Spanisch und Englisch am Eingang. Das Museum hat jeden Tag geöffnet außer Montag.

Museo Historico Nacional del Cabildo y del la Revolucion de Mayo in Buenos Aires

Weil wir schon in der Nähe waren haben wir uns noch die „Catedral Metropolitana de Buenos Aires“ angesehen. Im Inneren gibt es viele Gemälde und Skulpturen, vor allem von italienischen Künstlern, und das Mausoleum von José de San Martín zu sehen.

Downtown Baires

Danach sind wir ins Microcentro weitergezogen, dem sonst so geschäftigen Bankenviertel der Stadt. Heute war der perfekte Tag, um das Viertel in aller Ruhe zu besuchen. Es war so friedlich dort und Autos und Fußgänger musste man quasi suchen. Die Gehsteige hatte man für sich, und so konnte man das Quartier gut erkunden. An der Av. Viamonte / San Martín fanden wir dann auch gleich das „Centro Cultural Borges„, das wir uns unbedingt angucken wollten. Das Zentrum befindet sich in der Einkaufspassage „Galerías Pacífico“ in den oberen Stockwerken.

Centro Cultura Borges in der Galeria Pacifico Buenos Aires

Ein Exponat der Ausstellung "Corpus" von Catharina Burman in Buenos Aires

Dort gab es so unterschiedliche Ausstellungen zu sehen wie die der Catarina Burman, in der es um Körper ging. Eine andere Ausstellung beschäftigte sich z.B. mit der Magie, die die Bilder des spanischen Malers Joan Miró umgibt. Besonders interessant war der Film, der den Künstler porträtierte und in Gesprächen zeigte. Dabei gab es ziemlich witzige und bizarre Szenen zu sehen. Über den Stil von Miró kann man sicher streiten, aber über die Persönlichkeit Miró nicht. Dieser ist schon recht außergewöhnlich.

El mundo de Rene Burri

Danach haben wir uns die Fotoausstellung „Rene Burri un mundo“ angesehen. Zu sehen waren viele Fotos aber auch einige Fotomontagen und Collagen des Schweizer Fotografen. Unglaublich wie der Mann in der Welt rumgekommen ist. So gut wie aus jedem Winkel der Erde gab es Bilder meist dokumentarischer Natur. Besonders hervorzuheben sind die berühmten Bilder des in Argentinien geborenen Che Guevara. Diese zeigen den kubanischen Revolutionsführer in ziemlich lässigen Posen. Schöne und geschichtsträchtige Fotos. Schön war auch die dokumentierte Akribie des Rene Burri. So gab es u.a. eine bunte Vielfalt an Flugtickets zu sehen, die er wohl gesammelt hat. Viele Flugtickets von Gesellschaften, die schon lange nicht mehr existieren, so wie die legendäre Pan Am. Auch die Zusammenstellung seiner Presseausweise aus der ganzen Welt war sehenswert.

Verkehrsknotenpunkt Retiro

Nach den Ausstellungen sind wir weiter nach Retiro gelaufen und haben uns dort den gleichnamigen Bahnhof angesehen. In Wahrheit sind es drei Bahnhöfe nebeneinander. Jeder hat so seinen ganz speziellen, lateinamerikanischem Charme. Hier scheint die Zeit stehen geblieben, und es macht Spaß die vielen kleinen Details in jedem der Bahnhöfe zu entdecken. Heute war perfekterweise relativ wenig los, was an einem Werktag sicherlich ganz anders aussieht. Nur unweit vom Bahnhof gibt es einen riesigen Busbahnhof, an dem man Bustickets zu allen möglichen Zielen Südamerikas kaufen kann. Wie wäre es mit einer Busfahrt in die argentinische Provinz oder angrenzenden Ländern? Wenn man den passenden Schalter findet, ist sicher vieles möglich. In diesem Busbahnhofkomplex kann man Südamerika sehr intensiv spüren. Überall Menschen mit den unterschiedlichsten, ethnologischen Einschlägen. Busfahren ist in Südamerika eher die Qual der Wahl der ärmeren Bevölkerung. Hier kommen täglich Busse aus allen Richtungen des Kontinents an oder fahren ab. Ein bisschen in dem Gewusel zu verweilen, hat seinen Reiz.

Bahnhof Nummer 3 des Bahnhofkomplexs Retiro in Buenos Aires

Nach diesen Eindrücken sind wir zurück zum Plaza de Mayo um dort eine U-Bahn Fahrt mit der nostalgischen Linie A anzutreten. Subte fahren ist ohnehin sehr interessant in BsAs, aber die Bahn auf der Linea A hat ihren ganz besonderen Reiz. Die Wagen sind aus Holz und stammen aus einer längst vergangenen Zeit. Ganz ähnlich den alten Stadtbahnen in Berlin, die noch bis Mitte der 90ziger Jahre auf dem S-Bahnring fuhren. Die Fenster können geöffnet werden und die Türen schnappen bereits kurz nach dem Einstieg klappernd zu. Eine Fahrt bis zur Endstation Primera Junta und zurück sollte man unbedingt mal machen. Das lohnt sich.

Die historische U-Bahn der Linea A in Buenos Aires

Wir sind an der Endstation erst mal ausgestiegen und haben dort in der Confiteria „El Greco“ einen Cappuccino getrunken und ein paar der süßen Köstlichkeiten probiert. Danach ging es mit der Linea A zurück, und an der Station Perú sind wir schließlich ausgestiegen und den Rest nach Hause gelaufen. Ich möchte nicht wissen wie viele Kilometer wir heute wieder gelaufen sind, aber es war insgesamt ein sehr eindrücklicher Tag.

Street Art San Telmo in Buenos Aires

Rene Burri Ausstellung im Centro Culural Borges in Buenos Aires

Grünanlage der Plaza San Martin in Buenos Aires

Die argentinische Flagge auf dem Dach des Gebäudes “Ferroc Arriles Argentinos” in Buenos Aires

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